Mara, gell.... wenn ich hier ein wenig "kritisch" argumentiere, dann ist das keinesfalls persönlich gemeint....
Beim Lesen deines Beitrags fragte ich mich gestern spontan:
warum muss die Ursache einer Erkrankung Sinn machen??
Oder, weshalb muss ich einer Krankheit eine seelische Ursache geben, damit sie Sinn macht für mein Leben?
So ähnlich, und noch ein wenig härter, haben die Menschen schon zu allen Zeiten gefragt: -> "womit habe ich das verdient?" oder in der Bibel fragten die Phaisäer Jesus beim Anblick eines Kranken: wer schuldig/sündig geworden sei, der Kranke oder seine Eltern oder seine Vorfahren?
Tja, und Jesus ist auf die Schuldfrage gar nicht eingegangen. Aber er hat gesund gemacht. [Sorry für den religiösen Exkurs, wollte ich nicht vertiefen, fiel mir aber nur grade so ein]
Was ich sagen will, die Frage nach der Ursache ist auch immer eine Frage nach dem Schuldigen. Und die macht nur Sinn, wenn ich diesen auch klar benennen kann.: Z. B. weil Herr x jeden Tag und über viele Jahre gegen seine Schmerzen nur NSAR genommen hat, sind heute seine Nieren krank. Aus dieser Ursachenerklärung lässt sich eine klare Handlungsstrategie ableiten wie in Zukunft die Nieren nicht mehr weiter geschädigt werden.
Ein "Ungleichgewicht in der Seele" ist für mich zu wenig greifbar. Was mach ich dagegen? Was macht das kleine Kind oder gar der Säugling dagegen, wenn es eine AI-Erkrankung bekommt? .... Ich finde die Frage nach dem "Schuldigen" ist immer noch ziemlich müßig. Bislang hat die medizinische Wissenschaft lediglich ein paar Verdächtige im Visier, aber noch keine klare Erklärung.
Aber die Frage nach dem Wozu finde ich schon ein wenig hilfreicher. Da ist eine Krankheit. Sie verlangt Aufmerksamkeit. Mit dieser Tatsache kann ich unterschiedlich umgehen. Mich dagegen wehren.... oder die Dinge konstruktiv angehen...., trotz dem Negativen der Krankheitssymptome das Leben noch Positiv nehmen. Dabei denke ich z.B. an den user "bechti to go" hier im Forum. Ich könnte zwar nicht so wie er mit der Erkrankung umgehem..... aber er hat SEINEN Weg gefunden und hat sich auf diesem Weg auch eine total positive Ausstrahlung.... Er sagt auch immer mal wieder, die Krankheit habe ihn etwas gelehrt....
Also eine Krankheit an sich kann einen in der Persönlichkeitsentwicklung vorwärts bringen. So würde ich das sehen.
LG linda