Hallo ,
bin Mutter zweier Söhne. Bei meinem jüngeren Sohn wurde vor 1 1/2 Jahren Psoriasis-Arthritis festgestellt.
Inzwischen ist mein Sohn 12 1/2 Jahre alt. Es hat damals ein wenig gedauert bis die Diagnose gestellt wurde. Er war zu dem Zeitpunkt leidenschaftlicher Fußballer im Verein mit 2 Trainingstagen und Spielen am Wochenede. Er hatte schon längere Zeit Probleme mit speziell einem Knie und uns fiel auf, dass er nicht mehr "rund" lief. Aber was ein echter Fußballer ist... Als das Knie dann immer mehr anschwoll und sich auch erwärmte gings nicht mehr. Na ja und dann ging die Ursachenerforschung los. Aber das haben ja alle Eltern von Rheumakindern hinter sich bringen müssen... . Und natürlich nicht nur die Eltern!
Dominik erhielt dann damals Cortison-Einspritzungen in die Knie, MTX, Naproxen und KG. Für ihn selbst war am wichtigsten zu wissen, wann er wieder fußballspielen dürfte. Ganz begeistert waren die Ärzte nicht - von wegen gelenkschonende Sportarten - aber sie haben ihr Einverständnis gegeben, wohl auch weil der psychische Aspekt nicht unterschätzt werden darf. Abgesehen davon gab es bei Dominik eine sehr schnelle Besserung. Zudem verträgt er das MTX erstaunlich gut. Er nimmt es in Tablettenform, was allerdings große Überwindung für ihn bedeutete. Er ekelte sich sehr davor und hatte große Probleme die Dinger zu schlucken. Wir sind dann einfach dazu übergegangen, die Tabletten in einer "Pfütze" Wasser aufzulösen und er schluckt sie mit viel Wasser dann einfach runter. Geht ganz gut, aber ich glaube Gelb wird nicht mehr seine Lieblingsfarbe
Wie man mit der Diagnose umgeht ist auch immer davon abhängig, wie das Kind "gestrickt" ist. Dominik ist es wichtig, möglichst wenig Wind um diese Sache zu machen. Er möchte am liebsten gar nicht viel damit konfrontiert werden und möglichst keiner soll davon wissen. Er will keinen Sonderstatus und das gilt z. B. auch für den Schulsport. Den Sportlehrer/Klassenlehrer habe ich natürlich informiert. Ich glaube auch, dass die meisten Kinder (je nachdem wie schwer sie davon betroffen sind) unbeschwerter damit umgehen als wir Eltern. Es ist schon bedrückend nicht zu wissen, ob diese Erkrankung vielleicht nie wieder verschwindet und man weiß ja auch nicht, wie sie sich entwickeln wird.
Ich versuche, mir eine möglichst positive Einstellung zuzulegen, was mir aber leider nicht immer gelingt. Speziell zur Zeit: Eine erneute Einspritzung (3.)in Knie und evt. Sprunggelenke steht kurz bevor und Dominik hat zusätzlich noch mit anderen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Zum einen hemmt ihn ein Zehenproblem seit Wochen am fußballspielen. Ein anscheinend eingewachsener Zehennagel läßt es einfach nicht mehr zu. Und zum anderen wurde bei ihm ein doch ziemlich ausgeprägter Rundrücken (Scheuermann) festgestellt. Der Orthopäde riet vom Fußball ab und empfahl Schwimmen. Und das ganze ca. 1-2 Jahre lang. Tja, manche werden denken: Na und, dann geht er halt schwimmen. Dominik hält sich ganz tapfer, läßt sich nicht viel anmerken. Aber manchmal kommen dann doch so Sprüche wie " Bald kann ich gar nichts mehr..." mit einer großen Traurigkeit in seiner Stimme. Tja und dann ist es an mir bzw. uns, ihn wieder aufzubauen und Alternativen zu finden, die ihm Spaß machen. Und die werden wir schon finden!!!
Jetzt ist mein Text doch wieder so lang geworden... ich hoffe, es nervt nicht!
Hätte da noch ´ne Frage bezüglich der Blutteste. Bei Dominik wird jetzt nur ca. alle 6 Monate eine Blutkontrolle durchgeführt. Bin ein bißchen verunsichert, warum nicht öffter. Zumal bei euren Kindern doch in erheblich kürzeren Abständen geprüft wird.
Viele liebe Grüße
Sanlucia