Liebe Claudia,
ja, auch wenn es seltsam scheint: Mangelerscheinungen können durchaus massive Probleme hervor rufen, darunter Schmerzen, Taubheitsgefühle / Mißempfindungen, nicht heilende Wunden, eine durchlässige Darmwand, die ihrerseits Entzündungen begünstigt, Atrophien von Schleimhäuten, die ihrerseits weitere Konsequenzen nach sich ziehen. Der Organismus ist ein extrem komplexes System, die Reziprozitäten sind daher weitreichend. Und wir verstehen viele Zusammenhänge bis heute nicht.
Auch ein Zuviel bestimmter Stoffe kann den Organismus so überlasten, dass er krank wird, weil er das allein nicht mehr regulieren kann, ebenso wie Unverträglichkeiten, die oft schwer zu entdecken sind.
Wichtig wäre, dass Du Dir einen Arzt suchst, der bereit ist, mit Dir erst einmal zu schauen, wie Du überhaupt aufgestellt bist. Wichtige Anhaltspunkte habe ich oben genannt. Erst messen - dann essen, so sollte die Devise lauten. Also nicht aufs Geratewohl etwas einnehmen, sondern zielgerichtet behandeln.
Und: ein Schritt nach dem anderen! Nährstoffmängel, eine veränderte Ernährung, die DIR entspricht, all das braucht ein wenig, um zu greifen.
Ein Beispiel: Ich liebe Milchprodukte! Ein Leben ohne - schwierig. Ich musste erst über einige Auslassversuche heraus finden, dass sie tatsächlich bei mir einen nachteiligen Effekt haben. Dieser zeigt sich erheblich zeitverzögert - also nicht in Form von: Ich esse ein Käsebrot und bekomme im Anschluss Probleme. Ich kann drei, vier Wochen Milchprodukte essen. Und dann plötzlich, ab irgendeinen Punkt, läuft eine Kaskade, die mir Gelenkschmerzen beschert. Ich habe das jetzt mehrfach ausprobiert, immer mit demselben Ergebnis. Ich muss also einsehen, dass ich diesbezüglich ANDERE Wege gehen sollte, will ich nicht riskieren, dass ich über einen bestimmten Punkt nie hinaus komme.
Thema Osteopath: Der Osteopath kann nur das angehen, was da ist. Er zeigt Dir nicht, was Du selbst tun kannst, um die Blockierungen, die er löst, nicht wieder hervor zu rufen. Damit das passieren kann, musst Dir erst einmal bewusst werden, wie Du diese Blockaden hervor rufst. Mit anderen Worten: Wenn Du etwas ändern willst, musst Du erst einmal heraus finden, wie Du es tust. Und welche anderen Möglichkeiten es gibt. Du musst also Deine Bewegungsmuster, Deine Gewohnheiten kennen lernen und heraus finden, wie Du sie verändern und erweitern kannst.
Das kann eine spannende und auch entspannende Reise sein, denn gleichzeitig fährst Du Deine Amygdala herunter, reduzierst also Stress. Das kennst Du aus dem Yoga über die Bodyscans.
Eine Möglichkeit, Dich auf diese Weise kennen zu lernen, Deine Wahrnehmung zu stärken und auch etwas für Dein Gehirn zu tun, wäre Feldenkrais. Es gibt Gruppenstunden, die nennt man ATM und Einzelstunden (FI). Über den Feldenkrais Verband findest Du Lehrer in Deiner Region, falls Dich das interessiert.
Osteopathie kann dann ergänzend helfen - aber DU sitzt am Drücker, wirst aufmerksamer für Blockaden und kennst nach einer Zeit auch Möglichkeiten, diese zu lösen. Bei Patienten wie Dir würde ich immer auch zu Einzelstunden raten, denn gerade dabei kann ganz gezielt dazu beigetragen werden, dass Muskulatur, die sich nicht mehr lösen lässt, sich entspannen kann. Falls Dich das Thema interessiert, könntest Du bei Thomas Hanna beispielsweise nachlesen, er erklärt sehr anschaulich Zusammenhänge.
Fallst Du weitere Fragen dazu hast, beantworte ich sie Dir gern.
Wichtig finde ich, dass Du den Mut nicht verlierst! Wir alle kennen das so gut. Der Berg scheint riesig - wo soll man nur beginnen? Aber auch dabei gilt: Ein Schritt nach dem anderen. Es ist egal, wo Du anfängst. Hauptsache, Du fängst an, bleibst hartnäckig und gibst auch bei Rückschritten nicht auf. Und: es gibt sie, die Wegbegleiter! Man muss manchmal nur etwas länger nach ihnen suchen.