Oje Wilson,
ich hoffe es ärgert dich jetzt nicht, wenn das Thema von deinem durchaus nachvollziehbaren Ausgangsfrustpunktthema abweicht. Sonst ruf einfach mal "stopp."
@ Bise,
wenn alles gleich bleibt, kann der Hausarzt sich vielleicht vergewissern, dass der Patient noch okay ist und ein über das andere Quartal die Medis verlängern. Mein Rheumatologe hat sowieso nur auf das Labor geguckt, höchstens Mal Herz und Lunge abgehört, wenn ich mächtig gequengelt hab. Aber hallo, kann das nicht jeder Arzt? Der Rheumadok macht eben die Rheumafortbildungen, liest seine Fachzeitschriften, weiß wann welche Impfung oder Standarduntersuchung bei der Krankheit nötig sind. Das denke ich, kann auch halbjährlich passieren.
Manchmal wird es aber kompliziert. Da wäre dann eine Konferenzschaltung mit dem Rheumatologen möglich. Andererseits stimme ich dir durchaus zu, dass manche Fragestellung nur von den Experten beantwortet werden können. Das auch nur, wenn er den Patienten zum Kneifen und Beschnuppern vor sich hat.
Wie wäre es denn, wenn Rheumadok seine Praxis in Xternburg hat, aber einmal in der Woche in einer befreundeten Arztpraxis in Ypsilontenbach Sprechstunde abhält? An dem Tag kann er seine Praxis in Xternburg der Psychologin, der Behindertenberatung und der Physiotherapeutin zur Verfügung stellen. Der befreundete Arzt in Ypsilontenbach kommt dann endlich dazu seine Hausbesuche zu machen. Bei einer gemütlichen Mittagspause können die beiden Doktoren dann ihre Fragen und Probleme austauschen. Klar, das ist eine absolute Zumutung für einen hyperausgebildeten, hochdotierten und 60wochenstunden arbeitenden Fachfacharzt. Der Allgemeinmediziner macht ja nur das Normale wie Schlaganfall, Infarkt, Ebola, Zwangseinweisung...alles gaaaar nicht der Rede wert.

Andererseits hilft es den Wilsons in dieser Welt. Nach Ypsilontenbach sind es immerhin nur noch 5 Station mit dem Bus oder so, keine 60 Kilometer.
Okay, geht nicht. Ich hör die Krankenversicherungen und Ärztekammern klagen. Wenn die Patienten in und um Ypsilontenbach auch noch versorgt werden, haben die Rheumatologen mindestens 34 Prozent mehr zu tun. Bisher sind die Leute einfach kurzfristig weggestorben oder in Pflegeheimen der Pflegekasse zur Last gefallen. Alles zu teuer und wir wollen nicht noch mehr Arbeitslose, weil die Pflegeheime schließen müssen. Mit dem Allgemeinmediziner kann so ein Superausgebildeter sich auch nicht aus-, abschnitts- oder scheibchenweise vertreten lassen, wo kommen wir da hin, so einen Kollegensupport gibt es nur in Krankenhäusern, sonst nirgends.


Wenn Kranke streiken könnten, ich sage euch.... ich würde auf der Stelle für 3 Jahre gesund.
LG
Clara