Re: PSO-Arthritis
Original geschrieben von root
Hallo alle zusammen !
Fragen an andere Beteiligte:
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1. Habt ihr eure PSO unter Kontrolle ? Wenn ja, mit welchen Medikamenten ?
2. Wie groß war bei euch der Abstand zwischen der PSO und den Gelenkbeschwerden ?
3. Was kann man gegen Tüpfelnägel tun ?
4. Gibt es Erfahrungen mit Kangalfischen oder dem Toten Meer ?
5. Welche schmerzfreien "Ruhepausen" habt ihr erreicht ?
6. Muss man MTX ein Leben lang nehmen ?
7. Wie sieht eure PSO aus ? Die Bilder im Internet treffen auf mich nicht zu ...
8. Könnt ihr eure PSO mit der Ernährung beeinflussen
Ich würde mich über die Beantwortung recht freuen. Danke !
Euer root (30 J., männl.)
PS: Wir sollten uns nicht unterkriegen lassen ....
Hallo root,
auch wenn wir das eine oder andere im chat schon besprochen haben, werde ich versuchen für dich und auch für andere deine Fragen noch mals ausführlich zu beantworten.
zu 1.
Ich habe meine PSO nicht wirklich unter Kontrolle. Trotz Medikamenten gibt es immer wieder Phasen, in denen ich meine das bringt alles gar nichts. Aber generell kann man sagen, das es vierschiedene Wege gibt die PSO positiv zu beeinflussen. Das wichtigste meiner Meinung nach ist generell zu versuchen ein entspanntes, ruhiges, glückliches, zufriedenes und stressfreies Leben zu führen. Daß das fast nicht möglich ist heutzutage weiss eigentlich jeder. Zu den Medikament kann man sagen, es zwei Grundtypen gibt. Die einen werden äusserlich auf die Betroffen Hautstellen aufgetragen, die anderen werden zb als Tablette eingenommen.
Zu den äusserlichen angewendeten Medikamenten zählen Salben, Cremes, Pasten und Lösungen die Cortison, ein Vitamin-D-Abkömmling (Psocutan), Teer, schwache Säuren und Dithranol (bremst Zellteilung) enthalten. Diese äusserlich angewendeten Präparate können durch Sole-, Moor-, Teer und Schwefelbäder unterstützt werden. Ebenso ist bei vielen Menschen eine positive Beeinflussung der PSO durch UV-Bestrahlung möglich.
Medikamente zur Einnahme sind Cortison (mit vorsicht zu geniessen, das es oft zu einem Reboundeffekt, d.h. einem neu Schub der PSO, nach absetzen des Cortisons kommt. Weitere Medikamente sind MTX, Ciclosporin, Fumarsäure bzw Fumarsäureester. Auch sind derzeit zwei oder drei neue vielsprechende Medikamente in der Entwicklung.
zu 2.
bei mir war der Abstand zwischen dem Auftreten der PSO und der PsA ca. 5 Jahre. So genau kann das keiner sagen, da die PsA in den meisten Fällen langsam und schleichend beginnt. Aber letztendlich spielt es auch keine Rolle wie groß der Abstand ist, wichtig ist das beides möglichst früh erkannt und behandelt wird. Den je früher die PsA erkannt und richtig behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit das man eine Remission (Stillstand) der Krankheit erreicht. Also lautet die Devise nicht abwarten und sehen ob sich was von alleine ändert sondern handeln.
zu 3.
Tüpfelnägel sollen mit einer Cortisonhaltigen Salbe oder der Psocutansalbe täglich gecremt werden. Dabei sollte man den Nagel als auch das Nagelbett gut einsalben. Den die Nägel sind zwar fest aber nicht undurchlässig für die Cremes und Wirkstoffe. Noch leichter ist wenn man von vorne die entsprechende Lösung der Salbe unter den Nagel laufen lassen kann. Allg. kann man sagen, das die Nägel schlechter zu behandeln sind, weil sie langsam wachsen und somit es lange dauert bis die Defekte hoffentlich verschwinden. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, das es besser ist einen solchen Nagel so kurz wie möglich zu halten, jedoch sollte man beim schneiden darauf achten immer einen geraden Schnitt zu machen, damit sie später nicht seitlich einwachsen. Auch sollte man drauf verzichten die krümeligen Schuppen unter dem Nagel heraus zu holen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur, daß das herausholen die Nagelpso verschlimmert.
zu 4.
Eigene Erfahrung mit Kangalfischen kann ich nicht vorweisen. Jedoch sind sie in Deutschland für ca. 8 - 12 € zu haben. Auch ihre Haltung und Vermehrung soll relativ leicht sein. Bei den Kangalfischen soll es sich um zwei Arten handeln. Die eine Art entfernt die Hornschuppen (frisst sie schonend herunter) während die andere Art die betroffenen Stellen wie versiegelt.
Man sollte von jeder Art min. 6 Exemplare haben. Auch sollte man sich nicht vorstellen, das sich einmal zu den Fischen setzt und dann die PSO geheilt ist. Vielmehr sollte man so oft wie möglich (min. 2 mal die Woche) eine solches Bad nehmen und das auch über einen längeren Zeitraum (1/4 Jahr) um Erfolge zu haben. Aber selbst dann ist das kein bleibender Erfolg.
Zum Toten Meer ist zu sagen das es ein heilsames Klima hat. Wirkung bleibt aber auch nicht auf Dauer! Wie bei den Medikamenten schon beschrieben beeinflusst Salzwasser und UV-Bestrahlung die PSO positiv, daher kommt wohl die Wirkung des Toten Meers.
zu 5.
Ist die PsA erst mal so richtig durchgebrochen, hab ich leider noch keinen kennengelernt der dann noch völlig schmerzfreie Phasen hat. Es gibt zwar gerade im Anfangsstadium immer wieder Phasen in denen man meint es geht wieder, aber es kommen auch wieder mal Phasen wo man eines besseren belehrt wird. Jedoch sollte man sagen, das man mit einer frühzeit eingeleiteten langwirksamen Therapie ein fast normeles schmerzarmes Leben führen kann.
zu 6.
So pauschal ist die Frage nicht zu beantworten. Jedoch kann man eines sagen, je früher mit einer solchen Therapie wie z.b. mit MTX begonnen wird desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, das eine Remission eintritt und man wenn auch nur vielleicht für begrenzte Zeit auf Medikamente verzichten kann.
Auch sollte man immer in Betracht haben, das man ein langwirksames Medikament vielleicht früher oder später wegen evtl. auftretenden Nebenwirkungen oder unzureichender Wirkung wechseln muss. Jedoch sollte man auch erwähnen das es Betroffene gibt, die zehn Jahre und länger mit einer MTX-Therapie gut zurecht kommen. Aber auch hier gilt der Spruch wie im ganzen Leben, nicht hält ewig.
zu 7.
Also meine PSO tritt an der kompletten Kopfhaut (besonders starkt an den Haaransätzen) auf, weiterhin an den Augenbrauen, in der Ohrmuschel, an den Oberarmen, auf den Schultern,
am Bauch, im Bauchnabel, am Rücken (an den flanken und im Bereich der unteren Wirbelsäule), in der Pofalte, und an den Aussenseiten der Unterschenkel. Weiterhin habe ich Nagelpso am Ringfinger der rechten Hand und zeitweise am linken Grosszehnagel.
Die Schuppen (auch Plaque genannt) haben eine weißlich-gelbe Farbe. Sie können bis zu zwei Millimeter dick werden und einen Durchmesser von einem zwei €-Stück haben. Haben Sie diese Grösse erreicht, sind sie sehr hart. Es ensteht aber schon früher ein grosser Juckreiz. Entfernt man die Plaque ist darunter eine dunkelrote- bis violete dünne Haut zu sehen. Auch entstehen beim entfernen der Kruste blutige Stellen. Am besten beseitigt man die Plaque, wenn man sie vorher durch Salben oder Baden aufgeweicht hat.
zu 8.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, das ich die PSO nicht durch eine andere Ernährung beeinflussen kann. Jedoch konnte ich festellen, das man Schübe einer PsA durch purinarme (Vorprodukt der Harnsäure) Ernährung minimal positiv beeinflussen kann. Dies scheint mir auch logisch, da man somit Harnsäure (die Gicht auslöst) vermeidet und die Gelenke auch nicht noch damit belastet. Den allg. kann man sagen, das viele PSO-Patienten einen Dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegel haben.
Jedoch gibt es immer wieder Berichte, das sie die PSO als auch die PsA durch mediterrane Kost positiv beeinflussen läßt. Letztendlich muss jeder selbst ausprobieren und herausfinden womit es ihm gut geht!!!
So ich hoffe ich konnte allen betroffenen mit meinem laienhaften Wissen weiterhelften.
Gruss
Karsten