Hallo Lela,
ja,ja, die liebe Verwandtschaft <seufz>.
Zunächst gäbe es auf Deine Mails einige Fragen von mir - nach Deinem Alter und dem Deiner Eltern, ob Du noch zuhause wohnst oder Deine Familie nur gelegentlich siehst, wie lange Du schon weisst, dass Du erkrankt bist ...etc. ... trotzdem schon jetzt meine Meinung/ mein Rat dazu:
1. Versuche, Deine Familie, vor allem Deine Mutter mit einzubeziehen
2. Bleibe wie Du bist (keine Beschönigungen, keine Lügen)
3. Wenn 1. nicht klappt oder abgelehnt wird, dann ziehe Dich besser zurück.
Mit Einbezug meine ich: Biete Deiner Mutter an, Dich das nächste Mal zum Arzt zu begleiten. Wenn sie einverstanden ist, bereite den Arzt evtl. darauf vor, sage ihm, dass es viele Missverständnisse gibt, die Euer Verhältnis belasten und bitte ihn, ihr eine sachliche Darstellung Deiner Krankheit, der Beschwerden, der Auswirkungen und der Aussichten zu geben. Wenn das klappt, spreche anschliessend öfter sachlich mit ihr, gib ihr Informationen zu lesen etc.
Ich weiss von vielen Menschen, dass sie über das Thema Rheuma so gut wie nichts wissen. Die gängige Meinung ist doch: das bekommen nur alte Leute, das tut vielleicht weh, aber es ist harmlos und man kann uralt damit werden. Es ist ein Zipperlein und keine Krankheit.
So, und nun kommst Du daher und haust Deiner Mutter Begriffe wie "autoimmun", "Kollagenose" und "Lupus" um die Ohren. Und das in Deinem Alter - egal, wie alt Du auch immer bist ;-)
Frag mal die Leute, wie sie "unheilbar" definieren. Die meisten werden es wohl in Zusammenhang z.B. mit Krebs im Endstadium oder mit AIDS bringen. Unheilbar bedeutet für viele, dass der Erkrankte nicht mehr lange lebt. Die Bezeichnung "unheilbar" machten den meisten Menschen Angst.
So, und Du kommst daher und erzählst Deiner Mutter, dass Du unheilbar erkrankt bist ;-)
Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube, Deine Mutter ist überfordert, weil völlig uninformiert. Sie hat nicht die Kenntnisse, die Du Dir zwangsläufig längst erworben hast, und das alles macht ihr Angst. Diese versucht sie zu verdrängen. Dann sucht sie Schutz in ihrer eigenen Welt der Erklärungen. Ich glaube z.B. auch nicht, dass sie Deine Ärzte angerufen und solche Auskünfte bekommen hat. Selbst wenn Du noch sehr jung sein solltest, würde ein Arzt das kaum mal schnell am Telefon tun, sondern Deine Mutter bitten, doch in die Sprechstunde zu kommen.
Aber ich denke auch, dass das keine bewusste Lüge ist, um Dich zu strafen, sondern eben ein Selbstschutzmechanismus.
Wenn es nicht fruchtet, Deine Mutter auf diese Weise einzubeziehen, dann allerdings würde ich den Kontakt auf ein Maß reduzieren, wie es für DICH erträglich ist. Wenn Deine Mutter sich nicht der Realität stellen kann oder will, ist sie für Dich keine Hilfe, sondern nur eine Belastung. Wenn Du ihr und Deiner restlichen Familie etwas vorspielst, benötigt das viel Kraft - die Du sicher für anderes besser brauchst. Deswegen: Sei egoistisch (ohne egozentrisch zu werden). Familie (oder Freundschaft) ist dazu da, sich gegenseitig zu helfen, in guten und in schlechten Tagen sozusagen. Du hast ein Anrecht auf die moralische Unterstützung durch Deine Familie - und NICHT etwa Deine Familie hat ein Anrecht darauf, dass Du die Krankheit verschweigst und Schönwetter machst!
Ich habe übrigens auch schon vor vielen Jahren - allerdings aus anderen Gründen - den Kontakt mit meiner Mutter abgebrochen. Erst in ihrem höheren Alter, als sie finanziell auf mich angewiesen wurde, haben wir wieder versucht, eine Art Beziehung aufzubauen. Dies war nur eingeschränkt möglich, aber inzwischen hatte ich meinen Frieden mit ihr gemacht und nur die Informationen mit ihr geteilt, die ich sie wissen lassen wollte. Vor ca. 5 Jahren ist sie verstorben, ich bin heute froh, dass ich noch einmal Kontakt mit ihr hatte, aber ich habe immer noch ein sehr differenziertes Verhältnis zu ihr und ihrer Art zu leben. Was ich mir hinsichtlich meiner Tochter immer zu eigen gemacht habe: Verhalte Dich NICHT so wie Deine Mutter. Damit bin ich gut gefahren - was mir auch von meiner Tochter bestätigt wird
Herzlichst
Roswitha
ja,ja, die liebe Verwandtschaft <seufz>.
Zunächst gäbe es auf Deine Mails einige Fragen von mir - nach Deinem Alter und dem Deiner Eltern, ob Du noch zuhause wohnst oder Deine Familie nur gelegentlich siehst, wie lange Du schon weisst, dass Du erkrankt bist ...etc. ... trotzdem schon jetzt meine Meinung/ mein Rat dazu:
1. Versuche, Deine Familie, vor allem Deine Mutter mit einzubeziehen
2. Bleibe wie Du bist (keine Beschönigungen, keine Lügen)
3. Wenn 1. nicht klappt oder abgelehnt wird, dann ziehe Dich besser zurück.
Mit Einbezug meine ich: Biete Deiner Mutter an, Dich das nächste Mal zum Arzt zu begleiten. Wenn sie einverstanden ist, bereite den Arzt evtl. darauf vor, sage ihm, dass es viele Missverständnisse gibt, die Euer Verhältnis belasten und bitte ihn, ihr eine sachliche Darstellung Deiner Krankheit, der Beschwerden, der Auswirkungen und der Aussichten zu geben. Wenn das klappt, spreche anschliessend öfter sachlich mit ihr, gib ihr Informationen zu lesen etc.
Ich weiss von vielen Menschen, dass sie über das Thema Rheuma so gut wie nichts wissen. Die gängige Meinung ist doch: das bekommen nur alte Leute, das tut vielleicht weh, aber es ist harmlos und man kann uralt damit werden. Es ist ein Zipperlein und keine Krankheit.
So, und nun kommst Du daher und haust Deiner Mutter Begriffe wie "autoimmun", "Kollagenose" und "Lupus" um die Ohren. Und das in Deinem Alter - egal, wie alt Du auch immer bist ;-)
Frag mal die Leute, wie sie "unheilbar" definieren. Die meisten werden es wohl in Zusammenhang z.B. mit Krebs im Endstadium oder mit AIDS bringen. Unheilbar bedeutet für viele, dass der Erkrankte nicht mehr lange lebt. Die Bezeichnung "unheilbar" machten den meisten Menschen Angst.
So, und Du kommst daher und erzählst Deiner Mutter, dass Du unheilbar erkrankt bist ;-)
Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube, Deine Mutter ist überfordert, weil völlig uninformiert. Sie hat nicht die Kenntnisse, die Du Dir zwangsläufig längst erworben hast, und das alles macht ihr Angst. Diese versucht sie zu verdrängen. Dann sucht sie Schutz in ihrer eigenen Welt der Erklärungen. Ich glaube z.B. auch nicht, dass sie Deine Ärzte angerufen und solche Auskünfte bekommen hat. Selbst wenn Du noch sehr jung sein solltest, würde ein Arzt das kaum mal schnell am Telefon tun, sondern Deine Mutter bitten, doch in die Sprechstunde zu kommen.
Aber ich denke auch, dass das keine bewusste Lüge ist, um Dich zu strafen, sondern eben ein Selbstschutzmechanismus.
Wenn es nicht fruchtet, Deine Mutter auf diese Weise einzubeziehen, dann allerdings würde ich den Kontakt auf ein Maß reduzieren, wie es für DICH erträglich ist. Wenn Deine Mutter sich nicht der Realität stellen kann oder will, ist sie für Dich keine Hilfe, sondern nur eine Belastung. Wenn Du ihr und Deiner restlichen Familie etwas vorspielst, benötigt das viel Kraft - die Du sicher für anderes besser brauchst. Deswegen: Sei egoistisch (ohne egozentrisch zu werden). Familie (oder Freundschaft) ist dazu da, sich gegenseitig zu helfen, in guten und in schlechten Tagen sozusagen. Du hast ein Anrecht auf die moralische Unterstützung durch Deine Familie - und NICHT etwa Deine Familie hat ein Anrecht darauf, dass Du die Krankheit verschweigst und Schönwetter machst!
Ich habe übrigens auch schon vor vielen Jahren - allerdings aus anderen Gründen - den Kontakt mit meiner Mutter abgebrochen. Erst in ihrem höheren Alter, als sie finanziell auf mich angewiesen wurde, haben wir wieder versucht, eine Art Beziehung aufzubauen. Dies war nur eingeschränkt möglich, aber inzwischen hatte ich meinen Frieden mit ihr gemacht und nur die Informationen mit ihr geteilt, die ich sie wissen lassen wollte. Vor ca. 5 Jahren ist sie verstorben, ich bin heute froh, dass ich noch einmal Kontakt mit ihr hatte, aber ich habe immer noch ein sehr differenziertes Verhältnis zu ihr und ihrer Art zu leben. Was ich mir hinsichtlich meiner Tochter immer zu eigen gemacht habe: Verhalte Dich NICHT so wie Deine Mutter. Damit bin ich gut gefahren - was mir auch von meiner Tochter bestätigt wird
Herzlichst
Roswitha
leider.