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Nichtwahrhaben wollen und Familie

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Lela, 1. Februar 2005.

  1. Lela

    Lela Neues Mitglied

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    hallo @ll,

    jetzt muss ich doch mal um rat und trost bei euch anfragen.

    es geht darum, dass meine mutter meine krankheit nicht annehmen kann. ich weiß nicht wie ich mit ihr umgehen soll.

    1) soll ich lügen und sagen es geht mir gut?

    - dann aber werden teils körperl. forderungen an mich gestellt die ich nicht einhalten kann, zudem fühle ich mich allein gelassen und lüge ungern und schlecht.

    2) soll ich zugeben wie schlecht es mir geht?

    - dann habe ich das gefühl meine familie kaputt zu machen und komme mir wie eine verbrecherin vor, außerdem verleugnet sie dann öfter die krankheit.

    3) soll ich den kontakt abbrechen oder nur belangloses sprechen?

    - ohne kontakt würde ich sie eben sehr vermissen und nur oberflächliches zu sprechen käme mir vor wie eine billige soap opera und ist im grunde die schlechteste aller möglichkeiten für mich.

    Es macht mich so traurig und autoaggressiv.

    Ich freue mich über jegliche Tipps, evtl. habt ihr ja ähnliche Erfahrungen mit der Familie oder Mütter im Forum können mir die andere Seite ein wenig näher bringen und mir Tipps geben.

    Danke euch ganz arg,

    Lela
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Lela,

    ich habe erst vor wenigen Wochen den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen - allerdings aus anderen Gründen. Mir hingen ihre unterschwelligen und offenen Vorwürfe, ihre Intrigen, Tratschereien sowie Verhaltensvorschriften grenzenlos zum Hals raus. Oberflächliches blabla liegt mir auch nicht. Ich hatte schweren Herzens den Bruch herbeigeführt, aber mittlerweile geht es mir wirklich besser.

    Wenn Du das Gefühl hast, Deine Familie kaputt zu machen, wenn Du ehrlich sagst, wie mies es Dir geht, stimmt etwas nicht. Von einem solchen Denken solltest Du Dich unbedingt frei machen, es schadet Dir mehr, als Dir lieb ist. Keiner von uns hat sich seine Erkrankung freiwillig ausgesucht, also sind Schuldgefühle völlig fehl am Platze. Löse Dich von dem, was Dir nicht gut tut bzw. Dich noch kränker macht!

    An Deiner Stelle würde ich darüber nachdenken, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich selbst habe mehrere Jahre Therapie hinter mir und bin froh, dass ich mich einst dazu entschließen konnte. Erstens tut das Reden gut, und zweitens lernst Du den Weg zu Dir selbst - das dauert, aber glaub mir, es lohnt sich.

    Liebe Knuddel- und Tröstgrüße von
    Monsti
     
  3. tunichtsoviel

    tunichtsoviel Neues Mitglied

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    Hallo Lela !

    Ich kann nachempfinden wie es dir gehen muß, denn mir geht es ähnlich.
    Mein Mann denkt wenn er davon nichts weiss bin ich auch nicht krank
    ( ...das geht schon vorbei...) .
    Die Freunde können mit der Erkrankung und mir nicht viel anfangen und die Eltern baden in Unwissenheit und Hilflosigkeit,
    wollen aber auch nichts genaues über die Erkrankung wissen ( ...das wird schon wieder...).

    Ich habe es im Moment für mich so geregelt , meiner Familie teile ich ungefragt das nötigste mit, anderen erzähle ich nur Details wenn gezielt gefragt wird.

    Den Rest verarbeite ich allein. :(

    Öfters habe ich ohne murren meine Aufgaben erledigt(Augen zu und durch) und die anderen denken "na es geht doch"
    -> bis es mich am Abend förmlich zusammen haut und ich mit unter Tage lang wirklich nichts mehr tuen kann ->
    nur so verstehen die anderen das man eingeschränkt ist.
    Und man selber lernt sich durchzusetzen.

    Für mich ist es nicht mehr schwer die Aufgaben liegen zu lassen ,ich kann mich gut rechtfertigen und ich (+Familie)kenne die Konsequenzen wenn ich nicht auf meinen Körper höre,
    nur mir selbst gegenüber habe ich ein schlechtes Gewissen -> aber das lerne ich auch noch.

    Lügen braucht man nicht , aber es ist wirklich schwierig von einem Aussenstehenden (nicht betroffenen)verstanden zu werden.

    Vielleicht ist deine Mutter einfach nur Hilflos der Situation gegenüber -gib ihr Zeit![I]
    Sie fühlen nicht den Schmerz und haben nicht diese Einschränkungen.
    Sie können es nur versuchen zu erahnen was man selbst durch macht[/I]
    Gruß
    Yvonne
    EDIT: Nach deinem Anhang-> vergiss meine Worte deine Mutter weiss es besser- vielleicht kann sie uns allen Hypochondern hier im Forum auf die Sprünge helfen... :rolleyes: :eek: :D
     
  4. Lela

    Lela Neues Mitglied

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    Danke liebe Monsti,

    für die schnelle Antwort!! Hmmm erstmal tut es mir leid, dass du durch solch Familienstress gehen musstest, bis man zu einem totalen Abbruch kommt ist es sicherlich ein steiniger Weg! Klingt nich gerade schön. :(

    Das komische ist ja, dass ich eigentlich eine sehr gute Familie habe und wäre ich nicht krank geworden hätte ich diese Seite nie sehen müssen. Aber es stimmt, dass ich momentan auch Vergangenes hinterfrage..zb. bin ich ja schon seit 5 Jahren chron. krank (nicht mit Rheuma) und ich konnte zu Hause im Dorf nie aussprechen was mit mir los ist, weil ich das Gefühl hatte meine Eltern schämen sich dann oder müssen Tratsch erleiden. Also war es für mich immer schlimm, wenn ich hinkam und gefragt wrude was ich denn nun beruflich mache. All das kommt jetzt hoch und ich frage mich warum ich nicht -trotzdem- zu meiner krankheit stehen konnte.

    Ich denke ich muss verstehen, dass es sie eben auch hart trifft. Aber mich kostet es eben auch unnötige Kraft.

    Ja Psychotherapie dachte ich auch schon ABER ich denke dass meine Mutter diese auch gebrauchen könnte. Ich selbst hab schon Anläufe genommen. Schlug meiner Mutter vor auch mal zu gehen, daraufhin meinte sie, dass es ihr doch gut ginge, dass nur ich gehen müsste, ich sei ja die Kranke. Es geht ihr aber nicht gut! Eindeutig nicht!! Mir kam gerade der Gedanke, dass wir evl mal zusammen gehen sollten. Sie UND ich und dann die neutrale Meinung hören. Evl glaubt sie der neutralen Meinung mehr als mir und erkennt dann, dass sie auch psych. krank ist durch meine Erkrankung. Denn so eine Verleugnung halte ich für krank.

    Danke für Trost&Knuddel..tut gut im Moment.

    Lela
     
  5. Lela

    Lela Neues Mitglied

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    Hallo Yvonne,

    danke auch dir ganz herzlich für deinen Erfahrungsbericht und die Tipps!!

    Du klingst stärker als ich es im Moment bin. Ich habe es die lezten Jahre auch so gehandhabt nicht wirklich jemand aus der Familie Einblick in die schweren Gedanken die ich hatte zu geben. Jetzt mit der neuen Diagnose bin ich einfach zusammengekracht und kann das nich immer zurückhalten, egal vor wem. Erst jetzt wissen Familie und Freunde wie schlecht es mir doch oft geht. Sie dachten wohl dass ich die letzten 5 Jahre besser überstanden habe als es der Fall war.

    Ich wünschte ich könnte dahin zurück und es nicht so zeigen, aber es bricht einfach durch. Evlt schaffe ich es ja auch mal wie du es mehr mit mir selbst wieder auszumachen. Weißt du wenn jemand mal 10 min. mit mir drüber spricht und mich ernst nimmt, dann kann ich auch wieder über andres sprechen und gut ist. WEnn jemand aber permanent ausweicht oder bagatellisiert, dann klappt das nicht.

    Denke deine Worte sind schon richtig trotz meines Anhangs. Wie gesagt, sie meint das nicht böse, ich denke es sind eher pathologische Verdrängungsmechanismen. Auch dass das Internet schlecht gemacht wird. ANgenommen hier würde gelogen, könnte dies bedeuten, dass ich wieder gesund werde. Steht hier die Wahrheit muss ich krank bleiben. Nur deshalb denke ich reden sie sich ein, dass man hier lügt.

    Wie gesagt sie ist nich bösartig, einfach nur am Boden und es passt so gar nicht in ihr Weltbild, was jetzt mit mir passiert.

    Sie haben es auch nicht leicht mit mir momentan.

    Liebe Grüße an dich und hoffe du kommst auch immer besser mit deiner Situation zurecht und dass dein Mann dir besser zur Seite stehen kann!

    Lela
     
  6. Lela

    Lela Neues Mitglied

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    Danke auch dir glitzerchen,

    für die Offenheit. Es tut mir auch leid und erschreckt mich ein wenig, dass auch du den Kontakt abbrechen musstest :(

    Wie gesagt, meine Familie halte ich an sich für gut und das wird sich ja im Laufe der Zeit jetzt zeigen. Evlt braucht es nur Zeit. Ich weiß nur nich wie ich die Zeit überbrücken soll in der meine Mutter die Erkrankung immer wieder verleugnet. Aber es tat mir gut hier alles runterschreiben zu können und auf Verständnis zu treffen und evlt. geh ich mal mit ihr zum Therapeuten wenn die Zeit alleine es nicht löst.

    viel kraft auch dir!

    lela
     
  7. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Lela,

    auch meine Mutter hätte dringend eine Therapie gebraucht, aber diesbezüglich fehlte es ihr stets an Einsicht. Bei ihr war/ist es immer ganz einfach: Wenn es ihr nicht gut geht, sind andere schuld daran. Kritik an ihrem Verhalten hat sie noch nie zugelassen. Inzwischen ist sie eh zu alt für eine Therapie. Soll sie so bleiben, wie sie ist - nur halt ohne meinen Kontakt.

    Darum geht es aber gar nicht: Deine Mutter ist Deine Mutter, und Du bist Du. Du bist erwachsen und damit für Dein eigenes Leben genauso verantwortlich wie Deine Mutter für ihr Leben selbst verantwortlich ist. Wenn es Deine Mutter vorzieht, keine professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist das allein ihre Entscheidung - ob's ihr damit gut geht oder nicht.

    Du solltest aber zuschauen, dass es Dir gut geht - und zwar völlig unabhängig von Deiner Mutter. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber glaub mir bitte: Mit der Zeit lernt man das. Mir persönlich war meine langjährige Therapie jedenfalls eine riesige Hilfe. Schlaf mal ein paar Nächte drüber.

    [​IMG]

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  8. Lela

    Lela Neues Mitglied

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    Nochma hallo monsti,


    deine mutter klingt wirklich hartnäckig :mad: so ist meine eigentlich nicht, ich erkenne sie ja momentan auch nicht wieder.

    mit der therapie hast du recht. ich denke ich könnte es ihr dennoch nochmal vorschlagen, wenn sie es dann strikt ablehnt ist es ihre sache, stimmt. ich kann das auch nicht immer ab mit der therapie. da muss man schon bereit sein für. aber falls es so weitergeht dass unsere gespräche beiden nur schlecht tun, wäre evl ein kontaktabbruch auf zeit gar nich schlecht *autschi*. wer weiß.

    ich denke darüber nach inwiefern ich mich lösen kann emotional und es mit mir selbst ausmachen mehr. eigentlich hab ich auch mom fast gar keinen kontakt zu ihr, nur wenn es bestimmte dinge zu besprechen gibt und dann wird das telefonat halt zum selbstläufer oft :(

    aber es geht mir momentan schon besser alles runtergeschrieben zu haben. habs mir schon länger mal überlegt, aber auch ein bisschen ein schlechtes gewissen gehabt.

    bis bald mal

    und danke :),

    lela
     
  9. pesub

    pesub Mitglied

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    Hallo Lela,

    Dein Beitrag klingt ja richtig verzweifelt... Ich weiß jetzt nicht, wie lange Du schon erkrankt bist und welche Krankheit Du genau hast, aber ich hoffe, ich kann Dir mit meinen Erfahrungen bzgl. Rheuma und Familie weiterhelfen.

    Ich habe Psoriasis Arthritis und war 30, als die Krankheit ausbrach. Als die Diagnose dann feststand, wollte meine Eltern (insbesondere mein Vater) das auch anfangs nicht wahr haben. "Das ist in einem Jahr wieder weg, wart´s ab..." oder "Bestimmt kannst du die Medikamente bald absetzen, Dir geht es ja schon viel besser..." waren so Standardsätze, die ich hörte. Das Problem war und ist: man sieht mir die Schmerzen, die ich ständig habe ja nicht an! (Dir wird es wohl genauso gehen). Das ich quasi nur noch mit Schmerzmitteln funktioniere bekommt ja keiner mit. Ich bin mit meinen Eltern dann gnadenlos offen umgegangen, was die Krankheit betrifft. Habe ihnen Bilder von Spätfolgen gezeigt (z.B. verkrümmte Finger) und ihnen klar gemacht, dass ich gegen diese Krankheit ein Chemo-Medikament (MTX) nehmen muß. Das hat sie anfangs geschockt. Klar. Für Eltern kann es nicht leicht sein, wenn ihre Kinder krank sind! Aber schließlich brauchte ich auch von ihnen den Beistand und teilw. auch Trost und dafür mußten sie erst begreifen, dass es mir wirklich nicht gut geht. Aber auch sie brauchten ihre Zeit, um sich diese Tatsache zu akzeptieren.
    Heute (3 Jahre später) wissen meine Eltern, was es für mich bedeutet Rheuma zu haben. Sie verstehen, dass ich oft nicht so kann wie ich gerne will und dass mir meine Schmerzen und Medikamente häufig viel Kraft rauben. Ebenso weiß dieses mein ganzes Umfeld (Freunde, Kollegen). Ich werde mich nicht verstellen und quälen, damit keiner merkt, was los ist. Was nicht geht geht nicht und wer mich nicht so akzeptiert, wie ich eben nunmal bin (mit kleinem Handicap :p ), der kann mir ernsthaft gestohlen bleiben! Anfangs haben dann zwar alle geglaubt, sie müßten mich andauernd bemitleiden, aber das habe ich schnell abgestellt :D Heute wissen alle: es gibt Tage, da kann ich alles mitmachen (Party, Skifahren, Sport) und es gibt Tage, da geht eben nix. So what??? Ich bin ehrlich: Bis ich für mich so weit war, hat es auch 2 Jahre gedauert :( also hab mit Dir und Deinem Umfeld Geduld!

    Für mich wäre wirklich die einzige Lösung: sag ehrlich, wie´s Dir geht!! Du hast es nicht nötig zu leiden, weil andere nicht wahrhaben wollen, dass Du krank bist. Zeig Deiner Mutter diese Homepage, nimm sie mit, wenn Du zum Arzt gehst und sag ihr ruhig aber offen, wie es Dir damit geht, dass Sie Deine Krankheit nicht wahr haben will. Und wenn Du mit Deinem gesamten Umfeld offen umgehst, wird sie´s auch schwer haben zu leugnen.

    Uff... lang geworden. Ich hoffe, es hilft Dir wenigstens in Ansätzen weiter.
    Alles Gute für Dich!!!
    Petra
     
  10. Trixi

    Trixi (vor)laut

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    Familie

    Hallo Lela,

    es tut mir wirklich sehr Leid, dass du in deiner Familie so missverstanden wirst und regelrecht um dein Recht kämpfen musst.

    Mir kommt diese Sache sehr bekannt vor, allerdings ist mein Problemfall in der Familie nicht meine Mutter sondern meine große Schwester die aber prinzipiell schon immer mehr Einfluss auf mich hatte als meine Mutter (also beinahe ein Muttersatz).

    Nach all den Jahren Kampf, Tränen und Verzweiflung hab ich den Kontakt zu meiner Schwester auf ein Minimum eingeschränkt. Das ist/war für mich sehr schmerzhaft und ich wünschte, ich könnte daran etwas ändern - würde ich das aber tun, würde ich wieder enorme Verletzungen und emotionale Hürdenläufe riskieren und darauf hab ich keinen Lust.

    Prinzipiell sehe ich das aber bei mir so - ich bin erwachsen und niemanden egal über welchen Teil meines Lebens Rechenschaft schuldig. Ich lehne es prinzipiell ab mit Familienmitglieder (ausgenommen natürlich meinen Mann) über Ergebnisse diverser Untersuchungen, Arztbesuche zu sprechen .. ich liefer keine Erklärungen mehr über eventuelle Schwierigkeiten (die sind halt eben da) und rechtfertige mich nur in sehr sehr seltenen Fällen. Ich finde diese Entwicklung selbst sehr hart und könnte nicht sagen, dass ich darüber außerordentlich glücklich bin - es ist allerdings die einzige Lösung um gemeinsam mit meinen Mann ein harmonisches Leben zu führen. ... eigenartigerweise hat sich durch diese "Strategie" das Verhältnis zu allen anderen Mitmenschen extrem gebessert. Es scheint also doch auch etwas wie "anderen Sorgen bereiten" zu tun zu haben ...

    Ich hoffe du findest für dich und deine Familie einen Weg um mit der veränderten Situation umzugehen - das wichtigste ist aber wahrscheinlich, dass du dir selbst immer treu bleibst und niemals darauf vergisst, dass es hierbei um dich geht und nicht um jemanden anderen.

    Alles Gute
    Trixi
     
  11. Nutella

    Nutella Mitglied

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    hallo lela

    ich habe mir deinen beitrag sehr gut durchgelesen.. die anderen postings bin ich eher überflogen...

    ich kann dich verstehen.. mir geht es in der Hinsicht so mit meiner Schwiegermutter. aber bei der ist Hopfen und schmalz verloren ... wie man bei uns so schön sagt...

    deine definitionen der krankheit sind ja zutreffend, weil ich ja auch darunter leide..

    meiner Mutter muss ich ab und zu auch mal was verheimlichen, weil sie sich mittlerweile die Schuld an meiner Krankheit gibt, weil ihr Rheumawert etwas erhöht ist... Obwohl ich schon 26 bin (noch) bin ich immer ihre Kleine ;)

    vielleicht will deiine Mutter das nicht warhaben, weil sie ja vielleicht dran schuld haben könnte... finde ältere Menschen brauchen für alles nen schuldigen..

    Bsp.. Schwiegervater hatte nen herzinfarkt.. wahrscheinlich alter und stress... drachen meinte "das kommt weil du früher geraucht hast" Früher war vor 25 jahren oder länger...

    wie du vorgehen sollst... kann ich dir leider nicht sagen.. aber wenn du die heuchelei nicht magst.. dann muss du wahrscheinlich einen schlussstrich darunter setzen...

    ach ja Freunde... die wissen, das ich krank bin, und wenn ich nein sage zum weggehen, dann wird das akzeptiert ;)
     
  12. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Lela,

    dir empfehle ich eine Therapie, bei der du lernst, mit dir und deiner Krankheit und der dadurch veränderten Lebenslage klarzukommen. Danach kannst du auch anderen Menschen gegenüber auftreten und deine Entscheidungen klar treffen.

    Deiner Mutter hilft wahrscheinlich auch eine Therapie, wobei ich denke, sie ist ja in den typischen Wechseljahrealter und da hat man soviele Probs mit sich selbst, daß man vor allem anderen Angst hat.

    Vielleicht solltet ihr beide eine sogenannte "Familientherapie" machen.

    Wenn das alles wirklich nichts bringt:

    Schlussstrich, Rückzug, Auszeit, Ende.

    Man muss im Leben oft sehr harte Entscheidungen treffen und auch bereit sein, ein Stück des Weges dann alleine zu gehen - am Ende ist immer ein Ziel

    Dir wünsche ich alles Gute, Erfolg und Glück.

    Pumpkin
     
  13. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    hallo Lela,

    es ist schwer Dir etwas zu raten und das obwohl ich genau nachfühlen kann wie es Dir in dieser Situation geht, da ich sehr häufig die gleichen Probleme habe.

    Meine Eltern (Vater wird 80, Mutter wird 75) haben auch ihre Probleme mit meiner Erkrankung. Na ja, eigentlich ist das doch eher meine Mutter, da ich zu Ihr einfach den intensiveren Bezug habe und auch hatte. Das Verhältnis zu meinem Vater ist da eher etwas reservierter, was aber wohl davon kommt, dass ich als Kind eigentlich kaum etwas von Ihm hatte (war selbstständig).
    Eigentlich war ich schon als Kind dauern krank - also sollte man meinen, dass sie ja daran gewöhnt gewesen sein sollte. Aber dem war nicht so. Als ich 2000 meinen Unfall hatte mit den anschließenden Komplikationen habe ich - um meine Elter zu schonen - auf ihren Besuch verzichtet - im Nachhinein denke ich mal, dass das vielleicht nicht richtig war. Ich habe zwar gemerkt, dass sie sich irre Sorgen machte, aber mir gegenüber mit der Situation nicht ganz so umgehen konnte, so dass ich dann häufig den Eindruck hatte sie verkennt den Ernst der Lage (hatte manchmal das Gefühl, dass sie meinte ich würde mich aus Spass auf den OP-Tisch legen).
    Als dann die Sache mit dem Rheuma dazu kam, war es dann völlig vorbei - ich hatte ständig den Eindruck, dass ich mich ihr gegenüber rechtfertigen muss, wenn es mir mal nicht so gut ging (ich bekam dann immer solche tollen Sätze wie: ja mir tun die Knochen auch weh!! - he, sie vergisst halt in diesen Momenten immer wie alt ich bin. Erst als im letzten Jahr mein Patenonkel (ihr ältester Bruder) ebenfalls rheumatische Probleme bekam, hatte ich den Eindruck, dass diese Erkrankung nun auch mir gegenüber anerkannt wurde.
    Ich denke, Du solltest versuchen einen Mittelweg zu finden (ich weiß dass ist alles andere als leicht). Zum einen solltest Du gegenüber Deiner Mutter ersteinmal nicht mehr sagen, wie sehr die die Krankheit mitnimmt - anderer Seits solltest Du ihr aber auch klarmachen, dass Du eben nicht immer bereit bist irgendwelche Aufträge zu übernehmen (ich versuche, genau dass z.Zt. auch mit meiner Mutter - ich weiß dass das Ganze leichter gesagt ist als letztenendlich auch umgesetzt zu werden - aber es ist eine Deiner letzten Chancen - ansonsten wirst Du irgendwann mal so genervt sein, dass Du Deiner Mutter Vorhaltungen machen wirst und sogar den Kontakt abbrechen wirst und dass wäre die schlechteste aller möglichen Konsequenzen für Dich wie auch für Deine Mutter.

    Ich drück Dir die Daumen.
     
  14. bise

    bise Neues Mitglied

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    hallo lela,
    du schreibst, dass deine eltern liebe eltern sind. du musst sie verstehen, sie tun sich schwer, das alles mit verstand und herz zu verstehen.
    eltern möchten in ihren kindern weiterleben und vor allem, diese sollen es mal viel, viel besser haben.
    eltern projezieren ihre lebensträume häufig in ihre kinder.
    eltern möchten i.d.r. auch "angeben" mit ihren kindern. sie möchten zeigen, was aus ihnen geworden ist.
    du bist jetzt schwerst krank. du bist ein teil von ihnen. nun machen sie sich unbewusst vorwürfe, evt. "versagt" zu haben. sie wollen die realität nicht wahrhaben. das würde all ihre träume, hoffnungen, sehnsüchte zerstören.
    - abgesehen davon, docs reagieren immer auf die jeweilige situation. wenn deine mutter bei ihren anfragen verzweifelt klang, so hat sie eine antwort erhalten, die sie nicht ins bodenlose stürzen liess. oder sie hat nur das aufgenommen, was sie verstehen konnte und wollte. das ist so menschlich. das alles hat mir dir überhaupt nix zu tun.
    lass ihnen zeit. doch trenne dich nicht von ihnen.
    schade, dass sie dich jetzt nicht unterstützen können... ich weiss, doch vielleicht kannst du in deinem kummer und mit deinen ängsten von verwandten aufgefangen werden?
    oma und opa sehen das oft viel entspannter.
    bezüglich internet:. die ältere generation tut sich damit schwer. die jungen sind damit aufgewachsen; sie wissen bescheid. ab einem gewissen alter fällt es schwer, neue medien zu beherrschen und zu akzeptieren. also "verteufelt" man sie.
    ich habe auch kollagenose, ich weiss, was du jetzt durchmachst. nur du kannst jetzt allein dadurch. vertraue deinen docs und verstell dich nicht. du bist die tochter deiner eltern, und du wirst es immer bleiben. wenn sie das verinnerlicht haben, können deine eltern evtl. die krankheit eher akzeptieren.
    viel glück,
    bise
     
  15. nenufar

    nenufar immer am dazulernen...

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    das ist ja totaler stress für dich...

    liebe lela,
    ich denke, du überforderst dich ganz schön, wenn du zu deinen eigenen unsicherheiten noch versuchst, deiner familie irgendwie zu erklären, was es bedeutet, die krankheit zu haben. sie merken schon, dass du probleme hast, vermute ich, aber es ist schwer für sie zu verstehen und anzunehmen, was da los ist mit dir. genauso, wie für dich !
    du schreibst, es macht dich fertig, dass deine krankheit störungen in der familie verursacht. es ist aber nicht anders : jede veränderung bringt störungen in die familie - und gerade krankheit, die nicht wieder weggeheilt werden kann, ist eine massive veränderung. es bringt einfach alles durcheinander. es ist nichts mehr wie es war - das muss erstmal verkraftet werden und das geht nur langsam.
    ich weiss nicht, ob es momentan so wirklich sinn macht, deiner familie die krankheit ständig zu erklären zu wollen bzw. von ihnen jetzt im moment viel verständnis zu erwarten. was du jetzt brauchst ist : geduld, zeit und mut.
    geduld, dir und deiner familie gegenüber. zeit, zu lernen, zu erkennen, ja sogar sich neu kennenzulernen, lösungswege zu suchen und zu finden. und mut, das unveränderbare anzunehmen, neue wege zu gehen, das mögliche zu tun und das unmögliche liegenzulassen. das ist nicht einfach und geht nicht schnell... und deshalb versuche, dich nicht unter druck zu setzen. wenn nötig, grenze dich ein wenig ab und konzentriere dich auf deine momentanen bedürfnisse.
    ich habe das gefühl, so wie du schreibst und die worte wählst, suchst du ja selber noch nach erklärungen und nach deinem weg... du steckst mitten in der "bewältigungsphase", wo vieles noch unsicher ist, unklar und dir angst macht... du wirst es schaffen, deinen weg zu finden, du bist auf dem besten weg dazu.

    ich denk an dich und wünsch dir langmut, kraft und zuversicht
    nenufar
     
  16. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Lela,

    nenufar hat es wirklich klasse formuliert. Auch ich meine: Du brauchst jetzt sehr viel Zeit für Dich, Deine Bedürfnisse, Deine Gedanken und zur Entwicklung von voräufigen Ergebnissen. Räum Dir alles aus dem Weg, was Dir dabei hinderlich ist, die nächste Zeit ist für Dich immens wichtig. Versäume diese Chance nicht!

    Alles Liebe für Dich und Grüßle von
    Monsti
     
  17. VerenaHH

    VerenaHH KrankeSchwester

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    Hallöchen;


    auch ich habe vor nun über vier Jahren jeglichen Kontakt zu meiner Familie abgebrochen und bin ca. 800 km weit weg gezogen.
    Der Abbruch lag aber nicht nur an meinen Erkrankungen. Wobei auch meine Eltern damit überhaupt nicht klar kamen. Sie wollten wohl irgendwie nicht wahrhaben dass Ihr Kind chronisch und unheilbar krank ist. Auch mir wurde so durch die Blume gesagt, ich hätte wohl da noch andere Probleme. Ich habe mich aber nicht weiter darüber geärgert, sondern das für mich Beste, ohne viel Rücksicht auf die Familie, gemacht und geniesse heute den "familienfreien" Zustand.
    Ich selbst bin auch Mutter eines inzwischen volljährigen und kann teilweise nachvollziehen dass es für Eltern aus der vorigen Generation schwer sein kann so eine Erkrankung zu akzeptieren. Das sind doch fast alles Menschen die nur zum Arzt gehen und gingen wenn der Kopf schon kurz vor dem Abfallen ist. :D
    Aber das kann nicht mein Problem werden, ich habe mit mir genug zu tun. Wir alle haben uns unsere Eltern und unsere Erziehung ja schliesslich nicht freiwillig ausgesucht.
    Im Gegenzug versuche ich das mit meinem Junior ganz anders zu machen, und zum Glück scheint mit das gelungen zu sein. Wir haben ein sehr offenes und verständnisvolles Verhältnis. Das ganze hat sicher auch etwas mit dem Bewusstsein zu tun in welchem man aufwächst und erzogen wird und die Generation vor uns hatte da ganz andere Regeln.
    Ich auf jeden Fall würde den Wegzug und den Abbruch sofort wieder machen und mir fehlt dadurch rein gar nichts.


    Viel Glück
     
  18. mic

    mic Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben ,
    kennt ihr meine Familie??Man das was ihr da beschreibt kenne ich auch bei mir ist die Erkrankung zwar noch nicht so weit fortgeschritten aber das denken meiner Angehörigen kommt euern gleich ob es die Eltern oder die Ehefrau ist .Besonders das von dir tunichtsoviel und das verhalten deines Mannes und dein Verhalten könnte 1 zu 1 das sein was ich im Moment auch an den Tag lege .Denn die Krankheit die meine Frau nicht kennt wird auch nicht wahr genommen. Ich mache leider sehr vieles mit mir selber aus da sie nicht oder nur wenig Verständnis für meine Gedanken oder Sorgen hat. Schade eigentlich. Ein wenig hatte ich mir das schon anders vorgestellt .........
    Liebe Lela fühl dich gedrückt du siehst es geht dir nicht allein so.:( Das gute ist aber daran das es dieses Forum gibt und die vielen netten User die einem zulesen. Danke dafür erstmal!!
    LG Micha
     
  19. Angie

    Angie Alte Häsin

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    Liebe Lela,
    Du hast ja schon viele wirklich gute Antwortenbekommen. Ich schleich auch schon ein paar Stunden um Dein Posting herum und versuche mal meine Gedanken in Worte zu fassen.
    Ich habe keine Ahnung wie lange Du schon erkrankt bist. Aber hast Du denn schon akzeptiert das Du Rheuma hast?????
    Versteh mich bitte nicht falsch, aber ich kenne das von mir. Da ziepts und zuckerlt es, aber das wirklich Ausmaß meiner Kollagenose schieb ich immer noch gerne aus meinem Gedächnis. Vielleicht hast Du in einem anderen Posting gelelesen das ich schwanger bin. Nun ist alles noch ziemlich heikel und wir hoffen das unser Würmchen bei uns bleibt. Ich spritze derzeit Heparin. Erst als ich die Spritze in der Hand hielt wurde mir erst so langsam bewußt das mein Körper nun wirklich anders tickt als der von gesunden Leuten um mich herum. Kein Gyn kennt sich wirklich aus und eigentlich ist die Nummer mit dem Heparin auch nur ein Versuch der sich an Erfahrungswerte an Frauen mit APS anschließt.

    Ich weiß nicht wie Du lebst (allein oder mit Partner oder eigener Familie). Aber ich habe den Eindruck Deine Herkunftsfamilie tut Dir im Moment nicht gut. Denk bitte daran das Autoimmun ja auch autoaggresiv heißt. Ich kann da immer nur den wundervollen Satz einer Ärtzin wiederholen:
    Die Seele weint in den Körper!
    Will heißen, wenn Du Dich über Deine Mutter ärgerst, schadest Du Dir letztendlich selbst. Das ist nun leicht geschrieben, ich weiß. Aber glaub mir ich weiß wie Du Dich fühlst.
    Vor ein paar Monaten hatte ich Gelegenheit bei einem Familienstellen teilzunehmen. Dort konnte ich einige Sachen mit meiner Mutter klären ohne dabei ja selbst mit Ihr zu reden. Häufig sieht man einige Sachen anders oder klarer wenn man sie aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Da kann ein Familienstellen sein natürlich auch eine Therapie.
    Ich weiß nicht ob ich Dir nun wirklich helfen konnte, aber vielleicht meldest du Dich nochmal.
    Ich wünsche Dir vieeel Gelassenheit und Durchhaltekraft
    Liebe Grüße
    Angie
     
  20. schnullerdevil

    schnullerdevil Das Teufelchen vom Dienst

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    hallo lela
    auch meine eltern wollen das noch nicht immer wahrhaben, das ich krank bin, in dieser zeit versuch ich ihnen aus den weg zu gehn, und mein wenn es mir mies geht das auch zu dennen und wenn die dann fragen was los ist, dann sag ich es ihnen und dann meinen die das kann nicht so shclimm sein.
    ich hoffe ma bei mir lernen die das noch, in diesser zeit sind die wenigen freunde ich die hab mir hilfreich.
    lg schnulli