[FONT=Arial,Bold]
1 Intrakutane, subkutane und intramuskuläre Injektionen
[/FONT]
[FONT=TimesNewRoman,Bold]
Infektionsmöglichkeiten
[/FONT]Injektionen gehören zur täglichen Routine im Krankenhausbetrieb. Durch Unachtsamkeit
Unwissenheit und Hygienefehler können Krankheitserreger über die Injektionsflüssigkeit, die
Injektionskanüle und/oder die Injektionswunde in den Körper des Patienten gelangen.
Dadurch kann es zu einer Lokalinfektion, z.B. einem Spritzenabszess, im schlimmsten Fall
zur tödlichen Sepsis kommen.
Folgende Kontaminationsmöglichkeiten kommen im wesentlichen vor, z.B.:
•
Verschmutzter bzw. mikrobiell kontaminierter Arbeitsplatz und Arbeitsgeräte, -utensilien
•
Arbeiten ohne ausreichende Händedesinfektion
•
Verwendung unsteriler (Einmal)Materialien
•
Verunreinigte und/oder abgelaufene Injektionslösungen
•
Haut- oder Schleimhautoberfläche des Patienten bei mangelhafter Haut- oder
Schleimhautantiseptik
•
Nichtbeachtung von Kontraindikationen.
[FONT=TimesNewRoman,Bold]Aufklärung
[/FONT][FONT=TimesNewRoman,Bold]
[/FONT]
•
Generell
Der Patient ist über mögliche Infektionsrisken einer Injektion aufzuklären. Dabei ist
anzumerken, dass nach der Antiseptik in den oberen Hautanteilen nicht komplett
eliminierbare Bakterien während der Injektion mit in das Gewebe bzw. Gefäße transportiert
werden können und hier Infektionen verursachen können. Die Aufklärung ist vor allem im
Hinblick auf das Vorliegen einer Einwilligung durch den Patienten erforderlich. Die
Einwilligung gilt nur dann als wirksam erteilt, wenn der Patient über den Verlauf des
Eingriffs mit Erfolgsaussichten Risiken und möglichen Behandlungsalternativen (z.B.
Tabletteneinnahme) hinreichend aufgeklärt worden ist.
•
Insulinpflichtige Diabetiker
Der Patient ist zu befragen, ob er vom Stationsteam gespritzt werden will oder ob er sich wie
zu Hause selbst spritzen will. Entscheidet er sich für Letzteres, obliegt ihm die Verantwortung
für die Durchführung, und für das Klinikum ergibt sich im Fall einer Komplikation kein
Haftungsanspruch. Allerdings empfiehlt sich insofern die Aufklärung des Patienten über das
hygienisch korrekte Vorgehen, als im Krankenhaus im Unterschied zum häuslichen Milieu
die Wahrscheinlich hoch ist, dass antibiotikaresistente Bakterien auf die Haut gelangen und
mit der Injektion in die Tiefe verschleppt werden können (Patientenmerkblatt befindet sich als
Muster in der Anlage). Falls er vom Stationsteam gespritzt werden möchte, gelten
uneingeschränkt die nachfolgenden hygienischen Grundsätze, d.h. Hautantiseptik vor der Injektion, keine Mehrfachverwendung von Insulinnadeln von Pensystemen und Beachtung
der deklarierten Verwendbarkeitsdauer bei Einsatz von „Mini-spike-Plus“-Vorrichtungen.