Symptome
Die Symptome des Morbus Reiter treten meist ein bis sechs Wochen nach der vom Patienten oft nicht bemerkten Infektion auf. Zu den anfänglichen Hauptsymptomen gehören neben möglichem Fieber und Abgeschlagenheit.
Urethritis (Harnröhrenentzündung; unspezifisch, nicht-gonorrhoisch) oder Zervizitis mit schleimigem oder eitrigem Ausfluss
Seltener verbunden mit einer Prostatitis (Prostataentzündung) oder Zystitis (Harnblasenentzündung).
Entzündung der Augenbindehaut , (serös oder purulent) mit entsprechenden Beschwerden;
Als Komplikation kann eine Iridozyklitis auftreten und zu bleibenden Schäden führen
Arthritis: Rötung und Erwärmung eines oder weniger Gelenke (Monarthritis oder Oliogoarthritis, meist asymmetrisch) hauptsächlich der großen Gelenke der Beine (Kniegelenk, Sprunggelenk), oft verbunden mit ausgeprägten Gelenkergüssen, die den Patienten ans Bett fesseln können.
Sind die oberen Extremitäten (die Arme) betroffen, werden eher die kleinen Gelenke befallen.
Auch Arthritiden des Achsenskeletts (Entzündungen der Wirbelsäulengelenke sowie eine Sakroileitis) sind möglich.
Häufig ist wiederum eine Entzündung der Achillessehne oder der Plantarfaszie am Fersenbein.
Hautveränderungen der Füße s. Pic im Link!
Vielgestaltige Hautveränderungen, die in ihrer Gesamtheit die Diagnose am schnellsten ermöglichen.
Beginn meist mit in Gruppen auftretenden sterilen Pusteln auf erythematösem Grund an Handflächen und Fußsohlen ([1]), wobei die Bläschen bald platzen und sich ein sog. Keratoderma blenorrhagicum bildet.
psoriasisähnliche Herde, die besonders über den Gelenken entstehen (damit Differentialdiagnose: Psoriasis arthropathica), prinzipiell aber überall auftreten können ([2])
Oberflächliche Ulcera der Mundschleimhaut
Veränderungen ähnlich einer Lingua geographica (Landkartenzunge)
Balanitis circinata an Glans penis (Eichel) und Vorhaut ([3])
Selten entsteht auch ein Erythema nodosum
Nagelveränderungen wie subunguale Keratosen, Onycholyse und Onychodystrophie sind möglich.
Arthritis, Konjunktivitis/Iritis und Urethritis werden als so genannte Reiter-Trias bezeichnet. Kommt eine Reiter-Dermatose hinzu, spricht man von einer Reiter-Tetrade.
Nach 3-12 Monaten (Wochen bis Jahren) kann es bei bis zu 15 % der Patienten zu Rezidiven kommen. Ebenfalls in 15 % kann die Erkrankung einen chronischen Verlauf nehmen und zur Gelenkszerstörung führen.