Morbus Reiter

quelldriver

Neues Mitglied
hallo.......gibt's hier User, die mit diesem Thema -Reiter- vertraut sind. Hätte schon mal Interesse etwas "tiefer" einzusteigen. Nur ganz kurz -vorerst- mich plagt in der Hauptsache, die Archillessehne.......und damit ich nur nicht zu kurz komme...... direkt an beiden Seiten des Fahrgestells.
Also.....Leidensgenossinnen und -genossen.....bitte melden.
 
Hallo Quelldriver,

Morbus Reiter oder Reiter-Krankheit ist eine reaktive entzündliche Systemerkrankung. Hierbei handelt es sich um eine seronegative Spondylarthropathie (Gelenkserkrankung), die besonders bei HLA-B27 positiven Personen durch eine Darm- oder Harnwegserkrankung mit Bakterien (meistens Chlamydien) ausgelöst wird und die sich als Arthritis, Bindehautentzündung des Auges, Urethritis und teils mit typischen Hautveränderungen äußern kann.

http://de.wikipedia.org/wiki/Reaktive_Arthritis

Wurde der Blutwert: HLA-B27 getestet und was kam dabei raus?

Symptome
Die Symptome des Morbus Reiter treten meist ein bis sechs Wochen nach der vom Patienten oft nicht bemerkten Infektion auf. Zu den anfänglichen Hauptsymptomen gehören neben möglichem Fieber und Abgeschlagenheit.

Urethritis (Harnröhrenentzündung; unspezifisch, nicht-gonorrhoisch) oder Zervizitis mit schleimigem oder eitrigem Ausfluss
Seltener verbunden mit einer Prostatitis (Prostataentzündung) oder Zystitis (Harnblasenentzündung).
Entzündung der Augenbindehaut , (serös oder purulent) mit entsprechenden Beschwerden;
Als Komplikation kann eine Iridozyklitis auftreten und zu bleibenden Schäden führen
Arthritis: Rötung und Erwärmung eines oder weniger Gelenke (Monarthritis oder Oliogoarthritis, meist asymmetrisch) hauptsächlich der großen Gelenke der Beine (Kniegelenk, Sprunggelenk), oft verbunden mit ausgeprägten Gelenkergüssen, die den Patienten ans Bett fesseln können.
Sind die oberen Extremitäten (die Arme) betroffen, werden eher die kleinen Gelenke befallen.
Auch Arthritiden des Achsenskeletts (Entzündungen der Wirbelsäulengelenke sowie eine Sakroileitis) sind möglich.
Häufig ist wiederum eine Entzündung der Achillessehne oder der Plantarfaszie am Fersenbein.

Hautveränderungen der Füße s. Pic im Link!

Vielgestaltige Hautveränderungen, die in ihrer Gesamtheit die Diagnose am schnellsten ermöglichen.
Beginn meist mit in Gruppen auftretenden sterilen Pusteln auf erythematösem Grund an Handflächen und Fußsohlen ([1]), wobei die Bläschen bald platzen und sich ein sog. Keratoderma blenorrhagicum bildet.
psoriasisähnliche Herde, die besonders über den Gelenken entstehen (damit Differentialdiagnose: Psoriasis arthropathica), prinzipiell aber überall auftreten können ([2])
Oberflächliche Ulcera der Mundschleimhaut
Veränderungen ähnlich einer Lingua geographica (Landkartenzunge)
Balanitis circinata an Glans penis (Eichel) und Vorhaut ([3])
Selten entsteht auch ein Erythema nodosum
Nagelveränderungen wie subunguale Keratosen, Onycholyse und Onychodystrophie sind möglich.
Arthritis, Konjunktivitis/Iritis und Urethritis werden als so genannte Reiter-Trias bezeichnet. Kommt eine Reiter-Dermatose hinzu, spricht man von einer Reiter-Tetrade.

Nach 3-12 Monaten (Wochen bis Jahren) kann es bei bis zu 15 % der Patienten zu Rezidiven kommen. Ebenfalls in 15 % kann die Erkrankung einen chronischen Verlauf nehmen und zur Gelenkszerstörung führen.

Diagnose
Anamnese eines vorangegangenen Infekts (oft - s.o. - nicht zielführend)
Die Laboruntersuchung des Blutes zeigt unspezifische Veränderungen: Entzündungszeichen; antinukleärer Antikörper und Rheumafaktoren fehlen. Sie dient somit in erster Linie der Verdachtserhärtung durch Ausschluss anderer Ursachen.
Der Nachweis von HLA-B27 erhärtet die Verdachtsdiagnose weiter, ist aber im Einzelfall keineswegs beweisend, da auch ca. 8 % der gesunden Bevölkerung dieses Merkmal tragen.
Ein Urethralabstrich bzw. Zervixabstrich mit Untersuchung auf Chlamydien und Mykoplasmen soll auch bei diesbezüglich beschwerdefreien Patienten durchgeführt werden. Der entsprechende Nachweis erfolgt mittels Erregerkultur bzw. PCR. Nicht zielführnend ist eine alleinige Chlamydien-Serologie. Dagegen ist eine Titerbestimmung der Salmonellen-, Campylobacter und Yersinien-Antikörper in allen Fällen angezeigt.
Röntgen und MRI der betroffenen Gelenke
Bei HLA-B27-positiven Patienten sollen Erkrankungen wie ein Morbus Bechterew, Morbus Crohn oder eine Colitis ulcerosa ausgeschlossen werden, da auch dort dieses Gen vermehrt ausgeprägt ist.

Behandlung
Zur schnellen Linderung der entzündlichen Gelenksbeschwerden empfiehlt sich die symptomatische Gabe von NSAR nebst lokalen entzündungshemmenden Maßnahmen (wie Kälteanwendungen). Zu dem ist die Beseitigung der verursachenden Infektion durch eine angemessene antibiotische Therapie wünschenswert, allerdings wurde nur bei der urogenitalen Form (Infektion mit Chlamydia trachomatis) ein Nutzen nachgewiesen. Antibiotika werden somit selten eingesetzt - da meist auch keine Erreger nachweisbar sind. Werden sie allerdings nachgewiesen, ist wie jetzt auch eine Behandlung des Sexualpartners (der Sexualpartner) notwendig.

Bei schwerem Krankheitsverlauf und Beteiligung mehrerer Gelenke, vor allem bei Auftreten einer Iridozyklitis müssen Kortikosteroide eingesetzt werden, um bleibende Veränderungen zu vermeiden.

Nur bei chronischen Verläufen werden Immunsuppresiva wie Methotrexat und Salazopyrin eingesetzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Reaktive_Arthritis

Auswirkungen
Eine Ausheilung der Erkrankung erfolgt in etwa 70 bis 80 Prozent der Fälle nach etwa sechs bis zwölf Monaten. Ist das Reiter-Syndrom voll ausgebildet, ist die Prognose schlechter.

http://www.aok.de/bund/tools/medicity/diagnose.php?icd=5291

Bin kein Reiter in Morbus, doch eine Pferdenärrin wir haben einen Lando im Stall.

Es werden sich sicher Betroffne melden.

Ein schönes Weekend und kühle sein Fahrgestell probiere ob es dir gut tut.
 
Reiter....

jesses.....das war aber eine ausführliche und perfekte Beschreibung. Und wenn ich das alles so studiere; denke dann bin ich aber mit viel Dussel davongekommen. Wie schon geschrieben, spielt sich bei mir wohl die Geschichte nur im Bereich der Archillessehnen (das allerdings schon seit 3 Jahren) ab. Eine Gelenkbeteiligung ist insoweit nicht festzustellen. Meine chronischen Beschwerden sind mit passender Medi (MTX und NSAR) gut im Griff......leben kann ich also mit meinem "Reiterchen", wenn's dann einer ist, eigentlich ganz gut. Winni
 
Bei mir ists noch nicht ganz sicher obs ein Reiter oder eine Psoriasisarthritis ist! Das rechte Sprunggelenk ist bei mir dauerhaft geschwollen! :(
 
Reiter

Bei mir ists noch nicht ganz sicher obs ein Reiter oder eine Psoriasisarthritis ist! Das rechte Sprunggelenk ist bei mir dauerhaft geschwollen! :(

schon klar; mußte ich mir auch anhören. In der Rheumatologie beruht wohl vieles auf Verdachtsdiagnosen und dies gerade im Zusammenhang mit festgestellten Krankheitsbildern. Nicht alles ist mit Blutwerten, Röntgenbildern, MRT oder ähnlichem festzustellen. Wenn man(n) Glück hat, gerät man an einen "alten Fuchs" im Krankenhaus....... und die Diagnose passt dann wohl.
 
Bin auch (neu) da

Hallo zusammen,
bei mir wurde an Silvester 2007/2008 der Morbus Reiter diagnostiziert, bin also relativ neu im Geschäft. Gehöre als Frau wohl nicht zu den typisch Erkrankten, soll ja überwiegend Männer treffen.
Hat Mitte Dezember angefangen mit einer Veränderung am rechten Auge (wurden am 13. Dez. Zysten auf dem Auge diagnostiziert), am 22. Dez. begann der nicht juckende Hautausschlag, am 25. Dez. die Gelenkschmerzen, vom 26. auf 27. Dez. die Einweisung in Krankenhaus, wo ich dann bis zum 7. Jan. 08 blieb.
Behandlung mit Cortison, Antibiotika, Schmerz- und Entzündungshemmern (Ibuprofen). Es wurden mehrere Infekte im Körper festgestellt, unter anderem der (bei mir symptom- und schmerzfreie) typische Harnwegsinfekt, Seitenstrangangina (Racheninfekt) und Magenbaktieren. Deswegen habe ich sehr viel Antibiotikium gekommen (oral und intravenös).
Hautausschlag ging wieder weg, hat zwar etwas gedauert, aber ist weg. Gelenkbeschwerden bleiben. Jetzt, seit ich wieder arbeite (Vollzeit), habe ich wirklich starke Schmerzen in den Handgelenken, ich denke, das kommt, weil ich den ganzen Tag am Computer arbeite. Nun habe ich gelesen, dass es beim M. Reiter eine sogenannte Enthesitis (am Ansatz entzündete Sehnen) geben kann, kann mir da jemand was dazu sagen?
Wie geht es Euch so?
Verlasst Ihr Euch auf die Schulmedizin? Geht Ihr zum Heilpraktiker? Fühle mich zu jung (42), als mich mit dem chronischen Aspekt des Reiters abzufinden.
 
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