Liebe Maggy,
auch die meisten Privatpatienten müssen Osteopathie selber zahlen - sind irgendwann (in meinem Fall blöderweise) mal in eine Privatkasse eingetreten und müssen jetzt z.T. Tausende von Euro für Medikamente, Rechnungen von Physiotherapie etc. in Vorleistung treten und bekommen beileibe nicht alles erstattet. Ein ständiger Kampf ist das für viele... also: Zweiklassenmedizin kann schon in einigen Dingen stimmen (ich hab aber genauso 5 Monate auf einen Rheumatologentermin gewartet wie Kassenpatienten auch...) - aber dafür zahlt man z.T. einen hohen Preis. Und ich musste genauso wie alle Kassenpatienten erst 3 DMARDs (Sulfasalazin, MTX, Quensyl) über mehrere Monate testen, bevor ich Enbrel bekam - obwohl sofort klar war (katastrophale Blutwerte), dass eigentlich sofort ein Biologikum sinnvoll wäre. Also: Privatkassen sind da bei weitem nicht immer besser als gesetzliche!
Aber egal - ist nicht Thema hier.
Zu deiner Frage: Mein Schmerztherapeut würde den Weg zur Erstattung von Cannabis mit mir gehen, sobald ich ein Signal sende. Aber noch sende ich es nicht, weil es so ganz gut geht und ich gerne noch Erfahrungswerte bei Rheuma abwarten will. (Ich war einmal Versuchskaninchen für ein neues Medikament, was völlig in die Hose ging - das hat mir gereicht...).
Falls mein Doc das doch nicht hinkriegen sollte, würde ich Dr. Grotenhermen kontaktieren (siehe Post weiter oben).
Jeder Kassenpatient kann sich übrigens in eine Akutklinik einweisen lassen - z.B. in die Klinik für konservative Orthopädie in St. Goar oder ähnliche Kliniken, wo man z.T. täglich Osteopathie bekommt - weil manuelle Therapie zum Konzept der Klinik gehört. Auch in vielen Rheumakliniken gehört Osteopahtie mittlerweile ja zum Angebot - z.B. in Bad Kreuznach. Wer also dringend Osteopathie benötigt (die ja als intensive Kur oft den größten Effekt bringt, weil man dann die Strukturen einmal komplett lockern bzw. günstig beeinflussen kann), der kann durchaus Wege dahin finden... Klar wäre es wünschenswert, diese als Dauerbehandlung erstattet zu bekommen - aber da mucken wohl alle Kassen (bei den meisten Leuten).
Ich muss ehrlich sagen, dass ich unser Gesundheitssystem nicht so negativ wie viele hier sehe. Das liegt daran, dass ich durch jobbedingte Auslandsaufenthalte meines Mannes in verschiedenen Gegenden der Welt nicht nur gute Erfahrungen im Gesundheitssektor gemacht habe - da können wir uns absolut glücklich schätzen. Übrigens werden bis heute in vielen europäischen Ländern Rheumatiker noch nicht mit Biologica behandelt (zu teuer), sondern nur mit Cortison und Entzündungshemmern... ich glaube, wir sollten uns ab und zu dann auch mal bewusst machen, dass wir durchaus priviligiert sind.
Was natürlich nicht bedeutet, dass bzgl. Cannabis mehr möglich wäre und sein sollte!
Liebe Grüße von anurju