Hallo. Ihr Lieben
Ich habe heute ja noch gar nix geschrieben.
Na da fange ich doch gleich mal an
und überlege, was ich Euch so erzählen kann:
Also
Morgen früh, noch mitten in der Nacht
wird bei mir das Licht angemacht,
(aber vorher kriegt der Wecker eins auf’s Dach!)
Ich werde morgen mit einem Pingelpuschen
durch unsere noch schläfrige Stadt hier huschen.
Bringe einige Leute zu ihrer Arbeit hin,
mache ab und zu mal klingeling,
bringe auch einige Leute zurück nach Hause,
die noch übrig geblieben von einer nächtlichen Sause.
Später kommt die große Einkäuferschar,
einige zahlen davon bei mir den Fahrpreis in bar,
bepackt mit Tüten und mit Taschen,
Lütt’ Peter hat in seiner Karre auch was zum Naschen.
Bald geht die Rangelei um die besten Sitzplätze los,
Oma nimmt Lütt’ Peter derweil auf den Schoß,
der kleistert mit seinem Lutscher an Nachbars Jacke herum,
und Nachbar wiederum nimmt das etwas krumm.
Schon gibt es hinter mir Gekrähe,
Frau Meier tritt Hermann mit ihren Stöckels auch noch auf die Zehe,
Irgendwo weiter hinten ist eine Tüte aufgeplatzt,
die Flasche Wein verlässt ihr Domizil mit lautem Klatsch,
ein Kohlkopf kugelt durch den Gang,
bei Herrn Schulze liegen die Nerven blank,
fängt den Kohlkopf wieder ein mit viel Gezeter,
die flüchtigen Äpfel findet er erst später
an der Endstation dann unter seinem Sitz,
denn vorher suchen nützte nix,
die Bahn war viel zu voll.
Ich finde so eine Stimmung richtig toll,
da ist immer richtig etwas los,
der Spaß an so was ist bei mir groß.
Gelassenheit ist bei soviel Theater Trumpf,
Nein - keine Sorge ich bin nicht abgestumpft,
nur - mit Humor und guter Laune,
bleibt die Gelassenheit auch dort im Raume.
Denn ist die Fahrzeit erst einmal ruiniert,
fährt’s sich’s völlig ungeniert.
Keine noch so große Störung,
veranlaßt mich dann noch zu Empörung.
Versuche nur mit Freundlichkeit und Lachen
Meine Sache einigermaßen gut zu machen.
Es ist immer wieder das Gleiche,
die Kinder spielen einem auch noch Streiche
und halten einfach immer wieder ein paar Türen auf
und schon nimmt das Chaos seinen Lauf.
Den Fahrplan kannste dann bald vergessen,
den einzuholen brauche ich gar nicht erst zu testen.
„Wo kommen Sie denn jetzt erst her?“
Bei so einem Blaffer fällt das Lächeln doch etwas schwer,
„Na, wo kann ich mit diesem Gerät denn wohl groß hin?“
antworte ich. Er hat wohl vergessen, dass ich Schienen gebunden bin.
Aber an der nächsten Haltestelle
ergießt sich dann eine kleine Welle
von Fahrgästen aus dem Zug.
Jetzt ist wieder Platz genug.
Und ich fahre weiter,
ganz fröhlich und immer heiter.
Nach 4 Stunden dann
ist schließlich mein Frühstücksbrötchen dran,
dazu einen Kaffee
am besten eine große Tasse.
Und am Bahnsteig wartet auf mich schon der nächste Zug,
aber glaubt mir, nach 8 Stunden habe auch ich von den Pingelpuschen genug.
Dann ist endlich Schicht
und zu Hause wartet das Mittagessen auf mich (hoffentlich!).
So - jetzt ist aber genug mit meiner Reimerei -
bis bald, ich bin spätestens Montag wieder dabei.