Morgen,
nun fühl Dich erstmal getröstet. Das ist im Moment alles total ätzend, ich kann das gut verstehen.
Mich verwundert dennoch, dass die Ärzte sagen, mein Blutbild sei vollkommen in Ordnung...
Gut, die Werte sind alle grenzwertig, aber in Anbetracht meiner Symptomatik sollten sie doch eine andere Bedeutung haben, oder?
sie sind aber nur minimal grenzwertig erhöht. Nun mach Dich doch nicht verrückt. Die wichtigen Laborwerte wie BSG, CRP, oder bestimmte Verschiebungen im Blutbild die bei einer Entzündungsanämie nunmal da sind, die gibt es bei Dir nicht. Was sollen Dir die Ärzte denn sagen?
Niemand von uns weiß, ob Du eine rheumatische Erkrankung ausbrütest. Und wenn, kann das noch Jahre mit unspezifischen Anzeichen so weitergehen. Auch die Ärzte wissen es (noch) nicht. Nur weil ein Arzt nichts feststellen kann, ist er doch kein schlechter Arzt. Das ist eher ein Grund zur Freude.
Ich habe 10 Jahre auf eine Diagnose gewartet. 10 Jahre ohne auffälliges Blutbild, wo ich Tage hatte an denen ich nur unter großen Schmerzen laufen konnte und Tage an denen ich Möbel geschleppt habe. Selbst als ich die ersten Entzündungen an den Gelenken hat man nichts im Blutbild gesehen. Das lief alles rein lokal ab. Seit 5 Jahren ist das nun anders. Ich werde aber nie einen hochpositiven Rheumafaktor oder ccP haben, weil ich eine seronegative Form habe.
Ultraschallaufnahmen sind Momentaufnahmen. Wenn Du an einem Tag keine Entzündung im Gelenk im Ultraschall nachweisen kannst, heißt das nicht dass da auch keine ist. Ich habe das selbst gerade in Sendenhorst erlebt. Anfang Februar da gewesen mit super Ultraschallbildern und 3 Wochen später saß ich bei meinem Rheumatologen um mir Cortison ins Sprunggelenk spritzen zu lassen, weil es ziemlich angeschwollen und entzündet war. Mittlerweile erlebe ich einen Schub und das im Februar waren die Vorboten. Das heiß aber nicht, dass sie Ärzte in Sendenhorst prinzipiell alle unfähig sind. Sie konnten bei mir nur im Moment nichts feststellen. Und sie können es im Moment auch nicht bei Dir.
Nur, je mehr Symptome Du jetzt aus dem Ärmel schüttelst, weil Du berechtigterweise beweisen möchtest dass es Dir schlecht geht, desto mehr verzerrst Du das Krankheitsbild. Das ist ein Fehler den viele am Anfang machen, indem sie möglichst blumig die Schmerzen beschreiben und den Arzt mit allerlei Input versorgen. Das sind auch nur Menschen. Sendenhorst ist unter anderem auch spezialisiert auf Fibromyalgie. Die schieben relativ schnell auf die Psychoschiene. Gerade bei der Vordiagnose, die Du hast, ist das gefährlich.
Sei mir jetzt nicht böse, wegen meiner Ansprache. Ich glaube Dir Deine Schmerzen und Beschwerden. Nur hilft im Moment nur warten. Ganz viele haben hier aus dem Forum die gleichen Erfahrungen gemacht. Jahrelang keinen Befund und unspezifische Anzeichen. Und dann wars auf einmal doch eine cP oder PSA oder irgendetwas in der Art. Geh regelmässig jährlich zur Vorsorge (mit Blutwerten) und lass vor allem mal die Schilddrüse auf autoimmune Erkrankungen abchecken, falls das noch nicht geschehen ist.
Lieben Gruß
Katharina