Hallo Cleo,
deine Beschwerden kommen mir sehr bekannt vor.
Solch diffusen Haarausfall hatte ich in den letzten Jahren immer wieder.
Er fing zeitgleich mit meinen ersten rheumatischen Beschwerden an. Bei mir wurde schließlich aber RA diagnostiziert, Kollagenose wurde getestet, aber das geben meine Blutwerte nicht her.
Der Haarausfall zeigte sich besonders stark im Nacken, der Haaransatz rutschte dort ein gutes Stück noch oben.
Auch an der Stirn, den Schläfen und hinter den Ohren war er besonders stark.
Meistens hielt der Haarausfall etwa 3-4 Monate an, dann wuchsen die Haare wieder nach. Nach ein paar Monaten ging das Spiel von vorne los.
Meine langen Haare mussten mit der Zeit immer kürzer geschnitten werden, hatten ja kaum noch Zeit, nachzuwachsen.
Unter MTX wurde es dann besonders schlimm, ich hab auch schon über eine Perücke nachgedacht.
Mir wurde Ell-Cranell verschrieben, hat aber nichts gebracht. Ich hab alles mögliche probiert, Priorinkapseln genommen, wilde Braunhirse gegessen usw.
Nichts hat geholfen. Durch ein Koffeinshampoo wurden die Haare zumindest etwas griffiger, wenn auch nicht mehr.
Meine Rheumatologin meinte, dass die Entzündungen wohl auch Haarausfall bewirken können.
Immer, wenn ich höher dosiertes Cortison nehmen musste, wuchsen die Haar besonders gut nach.
Da MTX nicht richtig half, wurde zu Arava gewechselt. In der ersten Zeit hatte ich als Nebenwirkung noch mehr Haarausfall.

Aber dann wurde es besser und ich habe inzwischen wieder meine alte Haarpracht wieder.
Im letzten Jahr setzte nach einem Unfall plötzlich kreisrunder Haarausfall ein, ich hatte plötzich hinter dem Ohr eine riesige total kahle Stelle, etwa 8 cm breit.

Mein Arzt meinte, dass Stress und seelische Belastungen zu kreisrundem Haarausfall führen können.
Aber auch da sind die Haare inzwischen ordentlich nachgewachsen, merkwürdigerweise lockig, obwohl ich sonst glatte Haare habe.
Ich glaube, dass Rheuma durchaus mit Haarausfall daherkommen kann, umso wichtiger wäre eine Therapie bei dir.
Sind deine Eisenwerte ok? Eisenmangel kann auch zu Haarausfall führen.
Außerdem reagieren bei manchen Menschen die Haarwurzeln besonders sensibel auf bestimmte Medikamente.
Mir sind schon als Kind bei einer Antibiotikagabe nach etwa 3 Monaten vermehrt Haare ausgegangen.
Ich kann dir nur raten, Geduld zu haben und dich notfalls nach einer Perücke umzuschauen. Das entspannt die Lage etwas.
Eine Frau aus meinem Chor leidet unter einem speziellen Haarausfall, bei dem Stirn und Oberkopf kahl werden.
Sie trägt eine superchice Perücke, merkt man überhaupt nicht.
Ich drück dir die Daumen, dass deine Haare schön nachwachsen.