Grundsätzlich wissen wir alle, das wir - auf die eine oder andere Art mit unserem Rheuma leben müssen. Ob wir das mit Heilstollen oder Rheumadoron oder mit Diclofenac oder Liebe oder Bewegung in den Griff bekommen, ist jedem selbst überlassen. Fact ist, man kann es nicht Heilen. Also ist es vermessen, von einem "Heilmittel" zu sprechen .
Ohne allzu sehr in meiner Vergangenheit zu graben, kann ich von mir sagen, das für mich derartige Erkrankungen und Psyche zusammengehören. Allerdings ist es so profan, wie Mützchen es erklärt nun auch wieder nicht.
Nur mal so unter uns:
Ich habe eine katastrophale Kindheit gehabt, mit zwei Alkoholikern als Eltern die mich auf viele Arten mißhandelt haben und die beide am Alk gestorben sind. Ich bin mit 15 in ein Heim, dann mit 20 in eine eigene Wohnung gezogen. Ich war depressiv, essgestört und autoaggressiv, daß heißt ich habe mich selbst verletzt. Ich bin zwischen 16 und 23 viel in Therapie gewesen, unter anderem auch in psychosomatischen Kliniken. Heute geht es mir einigermassen gut, ich führe eine glückliche Beziehung, hab eine sehr liebe kleine Tochter und keine großen Existenzängste.
Für mich ist klar, das die genetische Disposition (ich bin witzigerweise HLA-B27 negativ) und die Psyche (sei es durch Trauma, Unfall oder weiß der Geier was) zumindest bei mir eine schlimme körperliche Situation hervorrufen konnte.
Wenn ich in der Vergangenheit Probleme hatte, dann wirkte sich das oft auch körperlich aus. Kreisrunder Haarausfall als ich in meiner ersten Therapie war, autoimmune Schilddrüsenerkrankung mit 13, die ersten Rückenprobleme mit 18. Als meine Mutter 1998 starb kam die Vitiligo dazu und nochmal kreisrunder Haarausfall , wenige Wochen danach hatte ich meinen ersten Schub in der LWS. Die Schilddrüse "tickte" sowieso.
Ich bin heute 30, habe einen ganzen Sack voller Erkrankungen, die alle mit Fehlreaktionen des Immunsystems zusammenhängen und bin bald davon überzeugt das sich bei mir die offensichtliche Autoaggression nach Innen verlagert hat. Weil, ein ganz normaler Mensch bin ich auch nach den Therapien nicht mehr geworden.
das ist jetzt nur eine Einschätzung für mich. Also nicht falsch verstehen.