tja...
wahrscheinlich trete ich mal wieder in das bereitstehende Fettnäpfchen, aber das ist für mich ok *g*
Ich habe einige Jahre eine Selbsthilfegruppe für "junge und junggebliebenen Rhematiker" mitgeleitet und durch die vielen Gespräche ist mir folgendes aufgefallen:
- viele Frauen, die eine rheumatische Krankheit haben, haben häufig eine dominante Mutter. Die meisten scheitern daran, weil sie sich ungeliebt und bevormundet fühlen und den Ansprüchen nicht gerecht werden
- Selbstaufopferung
- nicht "Nein" sagen können
- sich verbiegen, um geliebt und akzeptiert zu werden
- mangelndes Vertrauen in sich und sein Leben
uvm. was bereits aufgezählt wurde.
Ich bin der Meinung, daß "Gelenkrheuma" etwas mit "Starre" zu tun hat.
Die innerliche Starre, die häufig begründet ist durch
- sich überfordert fühlen
- anpassen müssen, obwohl Frau/Mann es eigentlich nicht will
- mehr runterschlucken als äussern
etc.
kann der Körper kürzer oder länger aushalten, bis er an seine Grenzen stösst.
Die Grenzerreichung äussert sich häufig in Müdigkeit, Schlappheit, halt so wie Krankheiten beginnen. Diese Signale werden häufig übersehen,bis der Körper die Notbremse zieht und eindeutige Kranheitszeichen auftreten.
"Starre", sie tritt dann auf, wenn der Mensch m.E. sich zu häufig vergessen hat, sich und sein eigenes Wohl zu häufig hintenangestellt hat und nicht zu seiner Meinung stehen konnte (dafür gibt es zig Gründe, wo es nicht einfach ist z.B. Beruf).
Die innere Starre wird zur äusseren Starre z.B. Gelenkrheuma. Der Mensch wird steif und unbeweglich...unbeweglich, weil er geistig und seelisch unbeweglich ist??
Ich möchte hier keinen Menschen in ein Raster stopfen. Jeder Mensch ist individuell, seine Krankheitsgeschichte ist individuell. Krankheiten entstehen m.E. auch eher, wenn bestimmte Faktoren vorliegen z.B. erbliche Vorbelastung etc.
Mit den meisten Ärzten kann ich über dieses Thema nicht sprechen, weil sie es lediglich als körperliche Erkrankung sehen. Aber m.E. hat jede körperliche Erkrankung einen mehr oder weniger großen psychosomatisch Anteil. Dies hat sicher jeder von uns schon erfahren:
Fühle ich mich gut, sind die Schmerzen erträglich, fühle ich mich schlechter, weil ich traurig oder enttäuscht bin, empfinden wir die Schmerzen stärker.
Andersherum funktioniert es natürlich auch. Wenn ich mich gut fühle und einen heftigen Schub bekomme und dieser längere Zeit andauert, so wird mich das häufig seelisch runterziehen. Klingt der Schub ab oder nehme ich entsprechend Medikamente, dann wird es mir seelisch besser gehen.
Davon ausgenommen sind für mich Wetterfühligkeit, Schub etc.
Jeder kann sein Leben so nehmen, wie er will. Für mich ist meine Erkrankung ein Hinweis, daß etwas in meinem Leben nicht richtig gelaufen ist. Ich habe Jahre gebraucht um mich damit auseinanderzusetzen und heute kenne ich einige Gründe, die zum Ausbruch meiner Erkrankung führten. Aber heute sind mir die Gründe egal, heute frage ich nicht mehr warum, es "mich getroffen hat".
Nein, ich hadere nicht mit meinem Schicksal, mein Leben ist so ok wie es ist. Ich gehe sogar noch weiter: Ich habe in den letzten Jahren viel über mich gelernt, wofür ich heute dankbar bin.
Ich habe mir eine schulmedizinische Auszeit genommen, ich habe einige Jahre keine Medikamente genommen. Die Naturheilmedizin schien mir einige Zeit helfen zu können, was sich jedoch als nicht wirksam herausstellte.
Die Schulmedizin gibt mir die Möglichkeit ein schönes und gutes Leben zu führen. D. h. nicht daß ich schmerzfrei bin. Nein, ganz sicher nicht, aber mein Leben ist trotz- oder gerade wegen meiner Erkrankung - lebenswert.
Viele Grüsse
Sabinerin