@frieda89
Susann2 hat Recht. Unter Cortison gibt es mehrere Gründe, zuzunehmen:
1. Hunger. Wer einmal höhere Dosen bekommen hat, wird das vermutlich kennen; es handelt sich auch nicht um Disziplinlosigkeit oder sonst eine Unachtsamkeit, sondern schlicht um KOHLDAMPF.
Nicht ganz wenige Menschen (vor Allem junge Männer) essen unter höheren Dosen Cortison doppelte Portionen - das habe ich bei meinem Bruder erlebt, als er wegen eines Schubs seiner MS stationär lag. Eine Portion Mittagessen war einfach nicht genug.
Folglich fällt Essdisziplin da deutlich schwerer

(Übrigens wird dieser Effekt z. B. in der Onkologie gelegentlich gezielt genutzt, um die Nahrungsaufnahme und damit Kalorienzufuhr zu erhöhen)
2. Cortison bedingt vermehrte Wassereinlagerungen - die zeigt die Waage natürlich an, es handelt sich dabei aber nicht um Zunahme von Masse/Gewebe.
3. Cortison bedingt eine Stoffwechselveränderung via Insulinresistenz (führt hier zu weit); nachfolgend kommt es zu vermehrter Insulinausschüttung (sofern die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse noch funktionieren) und im Ergebnis zu einem "anabolen" Effekt = Gewichtszunahme.
Es ist eine Gemengelage; diese greift bei einer täglichen Dosis von 5 mg Cortison praktisch nicht, so dass es hier auch eher nicht oder nicht allein durch das Cortison zu einer Gewichtszunahme kommt.
Aber wie dem auch sei: ohne vermehrte Aufnahme von Kalorien (s.o.) oder eine Verringerung des Verbrauchs kommt es nicht zu einer echten Gewichtszunahme. Faustregel: ca. 6.000 kcal entsprechen einem kg Körpergewicht - d.h., ungefähr soviel muss mehr oder weniger zu sich genommen oder mehr oder weniger verbraucht werden, um 1 kg echte Masse ab- oder zuzunehmen.
Liebe Grüße, Frau Meier