Sumsemann, bist du ein Unternehmer und stellst mich ein ?
Ich bin mehrfach an der Wirbelsäule operiert und habe Narbengewebe das auf die Nerven drückt. Also kann ich nicht längere Zeit auf einem Bürostuhl sitzen, nichts heben und vieles mehr. Wenn ich einen Rheumaschub habe, dann habe ich solche Schmerzen in den Füßen oder in den Knien oder Hüften, das ich kaum laufen kann. Oder die Hände waren betroffen und ich konnte keinen Stift halten und keine Tastatur bedienen konnte. Durch die ganzen Schmerzen und Medikamente habe ich Konzentrationsprobleme und kann mich in meinem Beruf nicht weiterbilden, weil ich einfach nicht mehr an Schulungen teilnehmen kann. Es bleibt einfach nichts hängen .... und Schulungen dauern in der Regel mehrere Stunden oder Tage, also kommt noch die erhöhte Schwierigkeiten des Sitzens hinzu.
Oder darf ich mit 54 bei dir eine neue Ausbildung anfangen ? Ich habe zwar schon drei Ausbildungen, aber die waren alle im Bürobereich. Wie wäre es als Altenpflegerin ? Ach nein, meine Mutter kann ich nicht in den Rollstuhl heben. Ich würde ja gerne aber mein Vater hat da kein Vertrauen und hat Angst, das ich meine Mutter nicht halten kann und sie stürzt oder ich mir meinen Rücken wieder verrenke und wieder im Rollstuhl lande. Nochmal wollen die Ärzte mich an dieser Stelle möglichst nicht noch einmal operieren.
Oder wie wäre eine Ausbildung als Kindergärtnerin? Würdest du mir dein Kind anvertrauen?
Ich habe so viele Jahre trotz Krankheit um meine Arbeit gekämpft und bin nach Krankenhausaufenthalten oder Rehas immer wieder arbeiten gewesen. Für den Rentenantrag hatte ich mal eine Übersicht über das Verhältnis von Arbeits- und Krankheitstagen erstellt. Selbst ich fand es gruselig.
Nein, ich möchte es mir nicht "bequem" machen. Ich habe soviel Energie in mein Arbeitsleben gesteckt. Kinder, Beruf, mehrere Krankheiten....irgendwann war einfach keine Kraft mehr da...
Das ich jetzt schon Angst davor habe, das die Rente nicht verlängert wird ist auch ein Teil meiner Krankheiten. Es ist die Angst, das Erstens alles wieder von vorne anfängt und ich heute noch weniger Unterstützung habe. Und Zweitens einer großen Portion Pessimistmus, das mich sowieso keiner mehr einstellen würde. Zudem weiß ich nicht, ob und wieviel Arbeitslosengeld ich bekommen würde. Da ist einfach die Angst zu verarmen und irgendwann betteln zu gehen.
Aber vielleicht hat ja jemand eine sinnvolle Idee und einen wirklich durchführbaren Plan für mich.