Sulkie
Alpaka-Infizierte
Hallo Ihr Lieben,
heute hatte ich einen Termin bei der Rheumaambulanz in Wiesbaden-Schlangenbad bei Dr. Fischer. Da mich einige darauf angesprochen hatten, erzähle ich jetzt mal, wie es war.
Wie ich bereits gepostet hatte, bin ich mit seeeehr gemischten Gefühlen dorthin. Is ja schließlich nicht mein erster Rheuma-Doc, und ich erwartete (auch aufgrund der manchmal sehr niederschmetternden Erzählungen hier im Forum) eigentlich nix gutes. Also bin ich ziemlich pessimistischer Stimmung da rein (ich kann sehr unnahbar wirken in solchen Situationen). Schon an der Rezeption wurde ich mit einer Herzlichkeit empfangen – weiter ging’s mit der Chef-Sekretärin (die war am Telefon schon so was von superlieb), auch die Dracula-Abteilung war spitzenmäßig. Der Dr. Fischer schließlich – der muss Arzt aus Berufung sein! Er hat nicht lange gebraucht, meine aufgebaute Mauer einzureißen, und ich erzählte… und erzählte… und … Und der Doc hörte auch noch zu, fragte immer wieder mal intensiver nach, schaute sich die entsprechenden Befunde an, gab seinen Senf zu denselben (und zwar ziemlich deutlich!) und fing anschließend mit seiner äußerst ausführlichen Befragung an (solche Sachen hatte mich noch nie jemand gefragt!). Kurz und Gut – das Gespräch war schon mal sehr in Ordnung. Dann kam die Untersuchung – also, gegen meine bisherigen Erfahrungen konnte man DAS endlich mal eine Untersuchung nennen. Es war für mich allerdings sehr schmerzhaft und ich ging manchesmal in die Luft. Auch lagen meine Nerven wohl ein bißl blank, so dass das eine oder andere Tränchen kullerte. Dr. Fischer nahm sich noch mehr Zeit und tröstete und verwies darauf, dass er annimmt, dass ich bisher mit meinen Schmerzen ziemlich alleine dastand, weil keiner mich ernst genommen hatte – und das über Jahre hinweg. Er versuchte mir zu erklären, dass ich nicht Fibro hätte wegen meiner Psyche, sondern dass meine Psyche krank würde wegen der Fibro, den ständigen Wahnsinns-Schmerzen. Mit soviel Verständnis von einem Doc habe ich wirklich nicht gerechnet; ich kann gar nicht beschreiben, wie es im Moment in mir aussieht.
Sein Ergebnis: sämtliche relevanten FMS-Tenderpoints nachweisbar und darüber hinausgehende Schmerzsym., deutl. Depress. – also Fibromyalgie. Res. erhöhte ANA, Verdacht auf Kollagenose (was heisst M 35.9 ??)
Er wollte mich am liebsten sofort dabehalten, ich habe einen Termin für nächste Woche Mittwoch gemacht (ich muss meine Tierchen ja erst versorgt wissen). Für drei Tage will er mich stationär auf den Kopf stellen und anschließend ein Eilverfahren für ne Reha bei der Bfa beantragen. Man sagte mir, 1-3 Wochen nach Antragstellung würde das dauern. Die Reha würde erstmal 25 Tage dauern (wieso eigentlich 25 Tage??). Vorsichtige Krankengymnastik, Streichelmassage (Dr. Fischer hatte übrigens vorhin schon mal damit angefangen ..), Psycholgen etc. – also das ganze Programm steht mir bevor.
Ich hatte anschließend noch lange Gespräche u.a. mit der Chef-Sekretärin – sie kam mitfühlend auf mich zu und sagte, dass der Doc mich gerne stationär hier möchte. Ich sagte zu ihr:“ Ich sehe zwar im Moment nicht so aus – aber ich freue mich drauf“ (und schnaubte mir die Nase).
Ja, echt, ich freue mich – freue mich, dass endlich was passiert, ich freue mich, dass sich endlich jemand meiner Schmerzen annimmt und ich freue mich darauf, zu lernen, wie ich damit in Zukunft umgehen kann. Denn so wie bisher geht es wirklich nicht weiter. Und ich hoffe, dass sich die Kollagenose nicht bestätigt.
Es grüsst Euch eine ziemlich fertige
Sulkie
heute hatte ich einen Termin bei der Rheumaambulanz in Wiesbaden-Schlangenbad bei Dr. Fischer. Da mich einige darauf angesprochen hatten, erzähle ich jetzt mal, wie es war.
Wie ich bereits gepostet hatte, bin ich mit seeeehr gemischten Gefühlen dorthin. Is ja schließlich nicht mein erster Rheuma-Doc, und ich erwartete (auch aufgrund der manchmal sehr niederschmetternden Erzählungen hier im Forum) eigentlich nix gutes. Also bin ich ziemlich pessimistischer Stimmung da rein (ich kann sehr unnahbar wirken in solchen Situationen). Schon an der Rezeption wurde ich mit einer Herzlichkeit empfangen – weiter ging’s mit der Chef-Sekretärin (die war am Telefon schon so was von superlieb), auch die Dracula-Abteilung war spitzenmäßig. Der Dr. Fischer schließlich – der muss Arzt aus Berufung sein! Er hat nicht lange gebraucht, meine aufgebaute Mauer einzureißen, und ich erzählte… und erzählte… und … Und der Doc hörte auch noch zu, fragte immer wieder mal intensiver nach, schaute sich die entsprechenden Befunde an, gab seinen Senf zu denselben (und zwar ziemlich deutlich!) und fing anschließend mit seiner äußerst ausführlichen Befragung an (solche Sachen hatte mich noch nie jemand gefragt!). Kurz und Gut – das Gespräch war schon mal sehr in Ordnung. Dann kam die Untersuchung – also, gegen meine bisherigen Erfahrungen konnte man DAS endlich mal eine Untersuchung nennen. Es war für mich allerdings sehr schmerzhaft und ich ging manchesmal in die Luft. Auch lagen meine Nerven wohl ein bißl blank, so dass das eine oder andere Tränchen kullerte. Dr. Fischer nahm sich noch mehr Zeit und tröstete und verwies darauf, dass er annimmt, dass ich bisher mit meinen Schmerzen ziemlich alleine dastand, weil keiner mich ernst genommen hatte – und das über Jahre hinweg. Er versuchte mir zu erklären, dass ich nicht Fibro hätte wegen meiner Psyche, sondern dass meine Psyche krank würde wegen der Fibro, den ständigen Wahnsinns-Schmerzen. Mit soviel Verständnis von einem Doc habe ich wirklich nicht gerechnet; ich kann gar nicht beschreiben, wie es im Moment in mir aussieht.
Sein Ergebnis: sämtliche relevanten FMS-Tenderpoints nachweisbar und darüber hinausgehende Schmerzsym., deutl. Depress. – also Fibromyalgie. Res. erhöhte ANA, Verdacht auf Kollagenose (was heisst M 35.9 ??)
Er wollte mich am liebsten sofort dabehalten, ich habe einen Termin für nächste Woche Mittwoch gemacht (ich muss meine Tierchen ja erst versorgt wissen). Für drei Tage will er mich stationär auf den Kopf stellen und anschließend ein Eilverfahren für ne Reha bei der Bfa beantragen. Man sagte mir, 1-3 Wochen nach Antragstellung würde das dauern. Die Reha würde erstmal 25 Tage dauern (wieso eigentlich 25 Tage??). Vorsichtige Krankengymnastik, Streichelmassage (Dr. Fischer hatte übrigens vorhin schon mal damit angefangen ..), Psycholgen etc. – also das ganze Programm steht mir bevor.
Ich hatte anschließend noch lange Gespräche u.a. mit der Chef-Sekretärin – sie kam mitfühlend auf mich zu und sagte, dass der Doc mich gerne stationär hier möchte. Ich sagte zu ihr:“ Ich sehe zwar im Moment nicht so aus – aber ich freue mich drauf“ (und schnaubte mir die Nase).
Ja, echt, ich freue mich – freue mich, dass endlich was passiert, ich freue mich, dass sich endlich jemand meiner Schmerzen annimmt und ich freue mich darauf, zu lernen, wie ich damit in Zukunft umgehen kann. Denn so wie bisher geht es wirklich nicht weiter. Und ich hoffe, dass sich die Kollagenose nicht bestätigt.
Es grüsst Euch eine ziemlich fertige
Sulkie
- eigentlich wollte ich doch aufs Sofa bubu machen ....
?