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Anti-Zitrullin-Antikörper sind deutlich spezifischer als der Rheumafaktor
Diese Laborwerte helfen bei der Rheumadiagostik
von Dr. Brigitte Schneider
Beweisen kann ein einzelner Labortest nicht, dass ein Patient an rheumatoider Arthritis (RA) erkrankt ist. Wichtige Hinweise liefern bestimmte Parameter aber durchaus.
Im kolorierten Röntgenbild zu sehen: Die Hände eines Patienten mit Rheuma. Foto: Archiv
01.07.05 - Um die Krankheitsaktivität zu beurteilen, eignen sich die - wenngleich unspezifischen - serologischen Entzündungsmarker, also
Blutsenkung (BSG) und C-reaktives Protein (CRP). Sind sie normal, ist eine RA sehr unwahrscheinlich. Im Fall anhaltender rheumaverdächtiger Symptome sollte man „entzündungsnegative“ Patienten aber zur Sicherheit einem Rheumatologen vorstellen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie in Ihren Leitlinien.
Das Blutbild zeigt bei länger bestehender RA oft eine normo-oder hypochrome, normozytäre Entzündungsanämie sowie eine Thrombozytose.
IgM-Rheumafaktoren (RF) sind bei 65 bis 80 Prozent der RA-Patienten nachweisbar. Der Test kann aber auch bei Kollagenosen, Virushepatitiden, Malignomen und - sehr selten - auch bei Gesunden positiv ausfallen.
Antikörper gegen zyklische zitrullierte Peptide (CCP) sind zwar etwas weniger sensitiv als der RF, dafür aber mit 95 Prozent hochspezifisch. Besonders in der Frühdiagnostik würden CCP-Antikörper gute Dienste leisten, betonte Professor Dr. med. Bernhard Manger bei einem interdisziplinären Rheumaforum. In einer epidemiologischen Studie ließ sich zeigen, dass der Parameter bei einem hohen Prozentsatz der RA-Patienten schon nachweisbar ist, lange bevor sich klinische Symptome bemerkbar machen. In eingefrorenen Blutspenden fanden sich die Antikörper bereits bis zu zehn Jahre vor dem Auftreten erster RA-typischer Beschwerden.
Folgende Laboruntersuchungen besitzen vor allem differenzialdiagnostische Aussagekraft:
Urinstatus, um Hämaturie und Proteinurie als Hinweise auf andere Erkrankungen wie Kollagenosen auszuschließen.
Antinukleäre Antikörper (ANA) sind bei RA oder Gesunden allenfalls gering erhöht. Deutlicher Anstieg spricht für das Vorliegen einer Kollagenose.
Antineutrophile zytoplasmatische Antikörper (ANCA) finden sich vor allem bei Vaskulitiden wie dem Morbus Wegener.
Positiver Nachweis von HLA-B27 ist mit Spondyloarthritiden verknüpft.
Bestimmen der Harnsäure sowie gegebenenfalls Punktieren von Gelenkergüssen dient der Abgrenzung gegenüber der seltenen polyartikulären Gicht und infektiösen Arthritiden.
quelle:
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel?number=1120212559