blackduffy
Morgenmuffel
oder: Die eigenartigen Ernährungsgewohnheiten der Biene S.
Ich hab' einfach drauflosgeschrieben, nur um mal für eine halbe Stunde die Angst unter den Teppich kehren zu können. Hab' sogar gegessen dabei, allem Appetitmangel zum Trotz. Das ist dabei herausgekommen:
Essen ist langweilig. Punkt.
Manch unkundiger Leser wird diese Aussage vielleicht einem magersüchtigen Hungerhaken zuordnen, der damit seine 120-Kalorien-Diät zu erklären versucht.
Weit gefehlt. Der Verfasserin dieser Zeilen geht es weder um die Erhaltung einer Schaufensterpuppenähnlichen Gestalt, noch will sie die Nahrungsaufnahme als solche verteufeln (nein, auch keine religiösen Hintergründe). Essen ist nun mal langweilig. Zumindest dann, wenn man so isst, wie es einem Knigge aufzudrängen versucht: kultiviert.
Das heißt, man isst. Sonst nix.
Dazu sitzt man üblicherweise an einem Tisch, vor sich einen gefüllten Teller, den man in moderatem Tempo mit geeignetem Werkzeug (meist Messer und Gabel) zu leeren versucht.
Das war’s. Eine Viertelstunde lang nichts anderes zu tun, als Nahrungsmittel in sich hineinzufüllen – das muss öde sein. Geht gar nicht anders.
Deshalb hasse ich kultiviertes speisen. Und ich gehe sogar noch weiter: Wenn ich so essen muss, wie es die Medien und meine Krankenkasse propagieren, dann schmeckt’s mir schlicht und einfach nicht!
Speisen, für deren Verzehr man beide Hände braucht (um entsprechendes Besteck zu bedienen) sind mir schlichtweg ein Graus. Eine Hand muss ich frei haben, wie sollte ich sonst meinen neben dem Teller liegenden Lesestoff umblättern?
Angenommen, man isst viermal täglich und benötigt dafür jeweils 15 Minuten, dann hat man jeden Tag eine volle Stunde nur für die schnöde Nahrungsaufnahme verschwendet. Ich wage gar nicht, Hochrechnungen über Monate oder gar Jahre anzustellen…!
Zeitvergeudende Pflicht-Tätigkeiten gibt’s ohnehin schon zuhauf. Allen voran die zwangsläufige Körperpflege, bei deren Durchführung man nun wirklich nichts anderes nebenbei tun kann. Wenn man’s trotzdem versucht, ist das Ergebnis meistens recht frustig. Ehrlich, ich hab’ alles selber ausprobiert. Fernsehschauen beim Zähneputzen: Erstens gerät das Programm zum Stummfilm, da das Schrubbgeräusch alles übertönt (es sei denn, man dreht die Glotze dermaßen laut, dass die Bewohner des Nachbarortes auch noch was davon haben), zweitens befindet sich die TV-Gerätschaft meistens nicht direkt unter der Zimmerdecke. Durch das nach-unten-Schauen sabbert man sich gerne mal die Klamotten voll.
Beim Duschen sind sinnvolle Nebentätigkeiten von vornherein zum Scheitern verurteilt und wenn ich höre, dass so mancher halbe Ewigkeiten in der Badewanne verbringt, könnte ich schreiend davonlaufen. Was bitteschön soll ich anstellen, während ich in einem Bottich mit schäumender Brühe rumdümple??? Lesen? Nö, entweder wird mein schönes Buch nass oder mir fallen die Arme ab. Musik hören ist auch nichts sonderlich Aufregendes und wasserdichte Schutzhüllen für Notebooks hat noch niemand erfunden. Ergo: Ich schrumple im warmen Wasser vor mich hin und habe gute Chancen, nicht lebend rauszukommen. Nicht etwa, weil ich absaufen könnte, sondern weil ich mich zu Tode langweile…!
Aber ich schweife vom Thema ab, eigentlich ging’s ja ums Essen…
Bestimmt wird so mancher angesichts meiner Essgewohnheiten den Niedergang der abendländischen Kultur prophezeien, auch werden sicher die Gesundheitsbewußten den ermahnenden Zeigefinger heben. Keine Sorge, trotz meiner unorthodoxen Nahrungsaufnahme bin ich im übrigen Leben kein Banause, habe keinerlei Magenbeschwerden und stehe erst recht nicht mit der Anzeige von Personenwaagen auf Kriegsfuß.
Also:
Wie ich esse: Am liebsten in bequemer Lümmelstellung, Füße auf dem Tisch oder unterm Hintern (Kulturverfechter, bitte steinigt mich nicht…!). Ich ernähre mich fast ausschließlich einhändig, die zweite Hand hat wichtigeres zu tun als meine Mahlzeiten zu zerlegen (umblättern, Maus/ Tastatur u.ä. bedienen). Sollten sich auf meinem Teller irgendwelche Speisen befinden, die die Verwendung von zwei Besteckteilen erfordern (Messer und Gabel), wird im zuerst alles mundgerecht zerlegt und ich kann doch einhändig essen, hähä…! Wie’s auf meinem Teller ausschaut, ist mir dabei ziemlich wurscht, die Kommentare eventueller Mit-Esser ignoriere ich ohne mit der Wimper zu zucken. Von wegen – das Auge isst mit – ich schau’ ja eh nicht hin… .
Deshalb sind auch Tischdekorationen in meinem Beisein nicht nur überflüssig, sondern auch lästig: Bleibt ja kaum mehr Platz für Lektüre oder Notebook. Mein Essen wird soundso nicht nach optischen Kriterien beurteilt, Hauptsache, es schmeckt (und auf meinen Augen befinden sich keine Geschmacksnerven).
Ja, so vertilge ich Mahlzeit um Mahlzeit, wenn ich satt bin, höre ich auf. Fertig. Allen Unkenrufen zum Trotz weiß ich sehr wohl, wann ich satt bin und mir entgeht auch keineswegs, was ich da eigentlich in mich hineinfülle. Basta.
Was ich esse: Spaghetti weniger gern, da man die langen Biester gezwungenermaßen beidhändig verspeisen muss (einmal hab’ ich versucht, nur mit der Gabel zu hantieren. Die dabei erzeugten Schlürf- und Schmatzgeräusche waren fast so spektakulär wie das Tomatensoßenmuster auf dem Tisch und meinen Klamotten. Ich tu’s bestimmt nicht wieder…!). Zum Glück bietet die freie Marktwirtschaft so viele verschiedene Nudelsorten, dass man auf die widerspenstigen Hartweizengebilde nicht zwingend angewiesen ist. Es gibt wesentlich verzehrfreundlichere Sorten und schmecken tun sie eh alle gleich.
Alle Nahrungsmittel, die übermäßig bröseln oder tropfen sind von vornherein aus dem Rennen.
Auch solche, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, wie Fisch (Gräten!) und Fleisch (Fett!!!) stehen bei mir nicht sonderlich hoch im Kurs.
Am liebsten ist mir solches Futter, das man in die Hand (in eine Hand!) nehmen und einfach reinbeißen kann. Sollte die Nahrungsaufnahme mit komplettem Besteck absolut unumgänglich sein, kann der erstaunte Tischnachbar einen Rekordversuch im Schnellessen beobachten. Dann nämlich wird das ganze Zeugs in atemberaubendem Tempo reingeschaufelt.
Übrigens: Während ich dies geschrieben habe, sind mir zwei Scheiben Käsebrot und eine halbe Tafel Schokolade zum Opfer gefallen. So ganz nebenbei…!
Ich hab' einfach drauflosgeschrieben, nur um mal für eine halbe Stunde die Angst unter den Teppich kehren zu können. Hab' sogar gegessen dabei, allem Appetitmangel zum Trotz. Das ist dabei herausgekommen:
Essen ist langweilig. Punkt.
Manch unkundiger Leser wird diese Aussage vielleicht einem magersüchtigen Hungerhaken zuordnen, der damit seine 120-Kalorien-Diät zu erklären versucht.
Weit gefehlt. Der Verfasserin dieser Zeilen geht es weder um die Erhaltung einer Schaufensterpuppenähnlichen Gestalt, noch will sie die Nahrungsaufnahme als solche verteufeln (nein, auch keine religiösen Hintergründe). Essen ist nun mal langweilig. Zumindest dann, wenn man so isst, wie es einem Knigge aufzudrängen versucht: kultiviert.
Das heißt, man isst. Sonst nix.
Dazu sitzt man üblicherweise an einem Tisch, vor sich einen gefüllten Teller, den man in moderatem Tempo mit geeignetem Werkzeug (meist Messer und Gabel) zu leeren versucht.
Das war’s. Eine Viertelstunde lang nichts anderes zu tun, als Nahrungsmittel in sich hineinzufüllen – das muss öde sein. Geht gar nicht anders.
Deshalb hasse ich kultiviertes speisen. Und ich gehe sogar noch weiter: Wenn ich so essen muss, wie es die Medien und meine Krankenkasse propagieren, dann schmeckt’s mir schlicht und einfach nicht!
Speisen, für deren Verzehr man beide Hände braucht (um entsprechendes Besteck zu bedienen) sind mir schlichtweg ein Graus. Eine Hand muss ich frei haben, wie sollte ich sonst meinen neben dem Teller liegenden Lesestoff umblättern?
Angenommen, man isst viermal täglich und benötigt dafür jeweils 15 Minuten, dann hat man jeden Tag eine volle Stunde nur für die schnöde Nahrungsaufnahme verschwendet. Ich wage gar nicht, Hochrechnungen über Monate oder gar Jahre anzustellen…!
Zeitvergeudende Pflicht-Tätigkeiten gibt’s ohnehin schon zuhauf. Allen voran die zwangsläufige Körperpflege, bei deren Durchführung man nun wirklich nichts anderes nebenbei tun kann. Wenn man’s trotzdem versucht, ist das Ergebnis meistens recht frustig. Ehrlich, ich hab’ alles selber ausprobiert. Fernsehschauen beim Zähneputzen: Erstens gerät das Programm zum Stummfilm, da das Schrubbgeräusch alles übertönt (es sei denn, man dreht die Glotze dermaßen laut, dass die Bewohner des Nachbarortes auch noch was davon haben), zweitens befindet sich die TV-Gerätschaft meistens nicht direkt unter der Zimmerdecke. Durch das nach-unten-Schauen sabbert man sich gerne mal die Klamotten voll.
Beim Duschen sind sinnvolle Nebentätigkeiten von vornherein zum Scheitern verurteilt und wenn ich höre, dass so mancher halbe Ewigkeiten in der Badewanne verbringt, könnte ich schreiend davonlaufen. Was bitteschön soll ich anstellen, während ich in einem Bottich mit schäumender Brühe rumdümple??? Lesen? Nö, entweder wird mein schönes Buch nass oder mir fallen die Arme ab. Musik hören ist auch nichts sonderlich Aufregendes und wasserdichte Schutzhüllen für Notebooks hat noch niemand erfunden. Ergo: Ich schrumple im warmen Wasser vor mich hin und habe gute Chancen, nicht lebend rauszukommen. Nicht etwa, weil ich absaufen könnte, sondern weil ich mich zu Tode langweile…!
Aber ich schweife vom Thema ab, eigentlich ging’s ja ums Essen…
Bestimmt wird so mancher angesichts meiner Essgewohnheiten den Niedergang der abendländischen Kultur prophezeien, auch werden sicher die Gesundheitsbewußten den ermahnenden Zeigefinger heben. Keine Sorge, trotz meiner unorthodoxen Nahrungsaufnahme bin ich im übrigen Leben kein Banause, habe keinerlei Magenbeschwerden und stehe erst recht nicht mit der Anzeige von Personenwaagen auf Kriegsfuß.
Also:
Wie ich esse: Am liebsten in bequemer Lümmelstellung, Füße auf dem Tisch oder unterm Hintern (Kulturverfechter, bitte steinigt mich nicht…!). Ich ernähre mich fast ausschließlich einhändig, die zweite Hand hat wichtigeres zu tun als meine Mahlzeiten zu zerlegen (umblättern, Maus/ Tastatur u.ä. bedienen). Sollten sich auf meinem Teller irgendwelche Speisen befinden, die die Verwendung von zwei Besteckteilen erfordern (Messer und Gabel), wird im zuerst alles mundgerecht zerlegt und ich kann doch einhändig essen, hähä…! Wie’s auf meinem Teller ausschaut, ist mir dabei ziemlich wurscht, die Kommentare eventueller Mit-Esser ignoriere ich ohne mit der Wimper zu zucken. Von wegen – das Auge isst mit – ich schau’ ja eh nicht hin… .
Deshalb sind auch Tischdekorationen in meinem Beisein nicht nur überflüssig, sondern auch lästig: Bleibt ja kaum mehr Platz für Lektüre oder Notebook. Mein Essen wird soundso nicht nach optischen Kriterien beurteilt, Hauptsache, es schmeckt (und auf meinen Augen befinden sich keine Geschmacksnerven).
Ja, so vertilge ich Mahlzeit um Mahlzeit, wenn ich satt bin, höre ich auf. Fertig. Allen Unkenrufen zum Trotz weiß ich sehr wohl, wann ich satt bin und mir entgeht auch keineswegs, was ich da eigentlich in mich hineinfülle. Basta.
Was ich esse: Spaghetti weniger gern, da man die langen Biester gezwungenermaßen beidhändig verspeisen muss (einmal hab’ ich versucht, nur mit der Gabel zu hantieren. Die dabei erzeugten Schlürf- und Schmatzgeräusche waren fast so spektakulär wie das Tomatensoßenmuster auf dem Tisch und meinen Klamotten. Ich tu’s bestimmt nicht wieder…!). Zum Glück bietet die freie Marktwirtschaft so viele verschiedene Nudelsorten, dass man auf die widerspenstigen Hartweizengebilde nicht zwingend angewiesen ist. Es gibt wesentlich verzehrfreundlichere Sorten und schmecken tun sie eh alle gleich.
Alle Nahrungsmittel, die übermäßig bröseln oder tropfen sind von vornherein aus dem Rennen.
Auch solche, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, wie Fisch (Gräten!) und Fleisch (Fett!!!) stehen bei mir nicht sonderlich hoch im Kurs.
Am liebsten ist mir solches Futter, das man in die Hand (in eine Hand!) nehmen und einfach reinbeißen kann. Sollte die Nahrungsaufnahme mit komplettem Besteck absolut unumgänglich sein, kann der erstaunte Tischnachbar einen Rekordversuch im Schnellessen beobachten. Dann nämlich wird das ganze Zeugs in atemberaubendem Tempo reingeschaufelt.
Übrigens: Während ich dies geschrieben habe, sind mir zwei Scheiben Käsebrot und eine halbe Tafel Schokolade zum Opfer gefallen. So ganz nebenbei…!
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ausser, dass man sagt, was man empfindet bei deinem Text!