Pauli: Ehen nur noch auf Zeit
Die zweimal geschiedene CSU-Rebellin macht mit einem schrillen Vorschlag mal wieder auf sich aufmerksam:
Ehen sollen nur für sieben Jahre geschlossen werden. CSU-Chef Stoiber legt ihr den Parteiaustritt nahe.
von Marc Cattelaens
Gestern abend lief in der ARD zu nachtschlafender Zeit eine Dokumentation über die "öffentliche Droge Aufmerksamkeit", der Politiker allzu oft erliegen.
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Zuletzt war es um Pauli, die sich Ende September auf dem CSU-Parteitag als aussichtslose Kandidatin neben Seehofer und Favorit Erwin Huber um den Parteivorsitz bewirbt, still geworden. Seit gestern müssen wir annehmen, dass ihr diese Stille gewaltig in den Ohren dröhnte.
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Pauli: "Mein Vorschlag ist es, dass Ehen nach sieben Jahren auslaufen. Das heißt, das man Ehen in Zukunft nur noch befristet abschließt und dann aktiv ja sagt zu einer Verlängerung."
Durch die Verlängerung könne es auch weiter lebenslange Ehen geben, die Befristung spare aber möglicherweise Scheidungskosten.
Die Ehe sei nicht dazu da, Sicherheit zu bieten, sondern die Liebe zweier Menschen zu dokumentieren.
Überhaupt hält es Pauli für falsch, dass die CSU die Ehe zum Leitbild erklärt. Jede Art des Zusammenlebens sei richtig, wenn die Menschen in der jeweiligen Lebensform mit sich im Einklang seien ...
Was aber treibt Gabriele Pauli zu solch einem Vorschlag und zu ihren immer bizarrer werdenden öffentlichen Auftritten ...
Helmut Lukesch, Psychologieprofessor an der Universität Regensburg sieht vor allem ein Motiv: "Frau Pauli will auffallen. Und mit diesem Vorschlag zur Begrenzung der Ehe konnte sie sicher sein, Aufmerksamkeit zu erregen."
Allerdings verberge sich auch eine gehörige Portion Kalkül hinter dem Vorschlag der Fürther Landrätin. Hintergrund sei, dass die Scheidungsrate in Deutschland sehr hoch ist.
"Während man gemeinhin annimmt, dass etwa jede 3. Ehe geschieden wird, liegt die Scheidungsquote heutzutage tatsächlich bei 54 Prozent", sagt Lukesch.
Gabriele Pauli spreche mit ihrem Vorschlag somit ein sehr breites Klientel an: "All jene, die bereits geschieden sind oder kurz davor stehen, werden aufhorchen."
Auf dem bevorstehenden CSU-Parteitag dürfte die Landrätin aber auf wenig Resonanz stoßen. Parteikenner sagen ihr ein bis zwei Prozent der Delegiertenstimmen voraus.