Hier kommt nun ein Update von mir

Am Dienstag war mein Eingriff. Die OP an sich habe ich sehr gut überstanden und seit Donnerstag bin ich wieder zuhause.
Wie auch schon vorher, war die Organisation und Betreuung wirklich top. Ich zog um 7 Uhr ins Krankenhaus ein, war um 7:20 in meinem Zimmer und wurde direkt mit Medikamenten und Infos auf die OP vorbereitet. Der operierende Arzt kam auch vorbei zum anzeichnen und gegen 9:30 ging es Richtung OP - ich war die zweite an dem Tag.
Rund 2 Std dauerte die OP und so lag ich mittags wieder im Zimmer. Bestens betreut und umsorgt. Ich wunderte mich jedoch, warum ich eine Gipsschiene am Fuß trug. Das klärte dann der Operateur, der kurz danach kam:
die Schäden an der Peroneussehne waren leider aufwändiger als gedacht - 4cm Riss, beide Peronealsehnen entzündet und eine lag so verschoben, wie er es noch nie gesehen hatte. zusammen mit meiner Wundheilungsstörung entschloss man sich, dass nicht direkt der Vacoped angelegt wird, sondern erst 3 Wochen Ruhigstellung in Gipsschiene und dann 6 Wochen Vacoped. Die Fäden ziehen sie auch nach den 3 Wochen. Wenn ich diese Zeit Bettruhe durchhalte, kann die Sehne wirklich lange halten, meinte er. In der Zeit solle ich auf der Couch liegen und wie eine Prinzessin klingeln, wenn ich was brauche.
Das hat mich erstmal komplett umgehauen und ich brach in Tränen aus. Ich hatte wirklich viel vorbereitet, aber es war ein Desaster, als ich das erfuhr. Ich bin alleinstehend, wenn ich klingle, kommt niemand. Nur ich kann mich durch den Tag bringen.
Meine Wohnung ist nicht barrierefrei und ich war vollkommen überfordert. Fachlich verstehe ich die Entscheidung total, aber ich hätte mich gerne als mögliche Option darauf vorbereitet.
Krücken gehen klappte tatsächlich null, meine Handgelenke machten nicht mit. Also gab es einen Rollstuhl. Der Sozialdienst des Krankenhauses ist wirklich toll und unterstützend! Duschhocker, toilettensitzerhöhung etc wurden dort initiiert und auch die Haushaltshilfe auf zweimal pro Woche erhöht. Zusätzlich kommt ein Pflegedienst zweimal pro Woche, um die Wunde zu kontrollieren (mein Hausarzt hat Urlaub) und mir beim waschen zu helfen.
Denn zuhause zeigte sich: ich komme nicht in die Dusche. Zudem passt der Rollstuhl nicht bis ins bad, da fahre ich mit dem Schreibtischstuhl rein - was echt stressig ist, denn der ist nicht arretierbar.
Schließlich wurde ich per Krankentransport und Tragestuhl (1. Stock) entlassen, da die Wunde an sich super aussieht.
Ich kann mich per Rollstuhl in der Wohnung bewegen, soll aber an sich nur liegen oder eben die nötigsten Fahrten machen. Die Gipsschiene darf nur ohne Belastung den Boden berühren.
Es hat wahnsinnig Kraft gekostet, mit Familie und Freunden alles zu organisieren und die medizinische Versorgung zu initiieren. Donnerstag Abend war ich soweit, dass ich mich fast selbst wieder ins Krankenhaus eingewiesen hätte, weil es zuhause unmöglich erschien.
Nun kommt regelmäßig der Pflegedienst und ich benötige Hilfe bei vielem, egal ob Haare waschen oder Bett beziehen. Essen machen muss ich mir auch, aber das läuft gerade irgendwo nebenbei. Zum Glück helfen Familie (die wohnen aber weiter weg) und Freunde, so dass ich bisher jeden Tag jemanden hier hatte. Seelisch war das eine riesen Unterstützung. Die kommende Woche wird es etwas ruhiger und ich versuche alleine klarzukommen.
Ich versuche mir immer zu sagen: es ist nur eine Zeit lang, andere schaffen es ja auch im Rollstuhl. Aber ich bin aufgrund der für mich unplanbaren Situation und Überrumpelung ziemlich bedient und versuche diese nun noch 2,5 Wochen irgendwie zu schaffen!
