Hallo Maria,
ich denke mal, dass deine bisherige Rheumatologin mit dem Medikament gegen Malaria den Wirkstoff
Chloroquin (z.B. Resochin) oer
Hydroxychloroquin (z.B. Quensyl) meint. Ich nehme ja unter anderem auch Quensyl.
Es stimmt nur zum Teil, was der andere Rheumadoc über Quensyl oder Resochin in seiner Beraterfunktion meinte: es ist ein Antimalariamittel und das gibt es auch schon lange für die Therapie rheumatischer Erkrankungen. Aber es wird (wie du bei mir siehst) immer noch verwendet, alleine eher bei leichteren Verläufen, aber in Kombination mit Pleon (was du ja schon nimmst) und MTX auch bei schwereren Verläufen. Biologika (wie Enbrel) werden in Deutschland erst dann verordnet, wenn mindestens zwei Basismedis nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Ich habe Enbrel bekommen, nachdem ich MTX in der damaligen Dosis nicht vertragen habe und die Dosisreduktion nicht ausreichend wirkte und ich von Arava (Leflunomid) so starke Nebenwirkungen bekommen habe, dass ich es nicht mehr nehmen durfte. Es spricht also von der Verordnungsmöglichkeit (Kostenübernahme der Krankenkasse) bei dir nichts mehr gegen den Einsatz eines Biologikums. Wie Lilly schon schrieb, sind Herzbeteiligungen ein Anzeichen für einen schweren Verlauf, das allein würde auch schon den Einsatz eines Biologikums (Enbrel, Humira, Remicade) rechtfertigen.
Ich kann verstehen, dass dich eine Herzbeteiligung als Ausdruck einer schweren Verlaufsform deiner RA ängstigt. Ich habe zwar keine Herzbeteiligung, aber bei mir ist ja selbst Enbrel nicht stark genug, um meine RA zum Stillstand zu bringen und deswegen kann ich deine Sorgen und Ängste gut verstehen. Dennoch: versuche, ruhig zu bleiben und warte erstmal ab, was der Kardiologe herausfindet.
Wenn du dich bei der Rheumatologin nicht mehr wohl fühlst, kann ich dir nur empfehlen, zu wechseln. Vertrauen ist sehr wichtig in der Arzt-Patienten-Beziehung, nur so kannst du alle deine Fragen und Ängste ansprechen und klären. Gibt es in Münster keine Rheumaambulanz oder in der Nähe keine Rheumaklinik. Ich denke, dass Ambulanzen (an Unikliniken) und Kliniken mehr Erfahrung haben und dich vielleicht besser einstellen können. Mein Rheumadoc war auch vorher Klinikarzt. Wenn er sich unsicher ist, schickt er mich immer in die Rheumaklinik. Ich finde das gut!
Ich komme aus Lübeck, deshalb kann ich dir leider niemanden in deiner Nähe empfehlen, aber vielleicht hat ja jemand anderes hier einen guten Tipp für dich.
Ich glaube, ich würde an deiner Stelle wieder Pleon nehmen, aber die Entscheidung musst du schon selbst treffen. Ich habe in der Packungsbeilage keine Hinweise auf Herzschädigungen durch das Medi gefunden. Deshalb denke ich, dass deine Herzprobleme nicht mit dem Medi sondern mit deiner rheumatischen Erkrankung zu tun haben.
Ich drücke dir die Daumen, dass der Kardiologe nichts Schlimmes findet und du bald besser eingestellt wirst.
Ganz liebe Grüße,
Sprotte79