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CCP-Wert +15 - reicht Ibuprofen?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von anthologie7, 10. November 2007.

  1. anthologie7

    anthologie7 Neues Mitglied

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    guten morgen, kann mir jemand erklären, welche aussage der CCP-Wert hat? seit 2005 leide ich unter cP und wurde schon mit vielen medikamenten behandelt, die aber alle keinen richtigen erfolg zeigen. bisher nahm ich Pleon und täglich 2-5 mg Cortison, der CCP-wert wurde nun nach einem jahr wieder gemessen - er liegt bei +15. MTX vertrage ich nicht. nun wurde mir Ibuprofen in kombination mit cortison verordnet. wäre Enbrel vielleicht geeigneter? und muss ich solche "hammermedikamente" schlucken? und welche folgen haben diese medikamente auf dauer. in der nächsten woche muss ich zu einem kardiologen, da ich inzwischen heftige herzprobleme habe.hier, im münsterland, gibt es einfach keine guten rheumatologen, mit denen man ein informatives gespräch führen kann. es ist zum verzweifeln. ich werde immer unsicherer und ängstlicher. es wäre schön, an einem erfahrungsaustausch teilnehmen zu dürfen. danke für antworten.
    danke
    Maria
     
    #1 10. November 2007
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2007
  2. Lilly

    Lilly offline

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    hallo maria,

    und herzlich willkommen im forum :) .

    ein pos. ccp wert sagt aus, dass ein aggressiver (prognostisch ungünstiger) krankheitsverlauf vorliegen kann.
    da richtet ibu und corison nicht aus. sie können die schmerzen und entzündung lindern, aber den krankheitsverlauf nicht aufhalten.

    das können nur die "hammermedikamente" (genannt basismedikamente-langwirksame antirheumatika :D ).


    jetzt stellen wir diese frage mal umgekehrt: welche folge kann es haben, wenn ich diese medis nicht nehme?
    du beantwortest sie schon im nächsten satz selber. es kann zu problemen mit dem herzen kommen, eigentlich zu entzündungen und schäden an allen strukturen im körper, da cp eine autoimmunerkrankung ist.
    du musst selber abwiegen können, was du eher nicht in kauf nehmen willst: verkrüppelungen- invalidität- mulitorganerkrankungen,- oder nebenwirkungen der jeweiligen basismedis.
    die spätschäden und nebenwirkungen der basismedis sind sehr gut erforscht und dokumentiert. durch die regelmässigen blutuntersuchungen können diese schnell entdeckt und abgefangen werden.

    corti und nsar haben auch nebenwirkungen, die nicht "ohne" sind.
    um cortison und nsar einsparen zu können, werden basismedis eingesetzt.

    leider kennt man den auslöser vom entzündl. rheumatischen erkrankungen zum heutigen zeitpunkt noch nicht. darum ist die medizin nicht fähig, die erkrankung auszuheilen, sondern kann nur die symptome lindern und den ungünstigen verlauf aufhalten, und im besten fall sogar stoppen.

    wenn du fragen hast, stell sie nur :)

    schönes wochenende!
     
    #2 10. November 2007
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2007
  3. anthologie7

    anthologie7 Neues Mitglied

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    Große Hilfe

    Liebe Lilly,

    danke für die präzise und verständliche antwort. endlich verstehe ich, was wofür sinnvoll ist/wäre. meine hausärztin vermutete, dass meine herzprobleme durch das pleon entstanden seien, darum der wechsel auf Ibuprofen. da ich MTX (drei versuche, bei denen ich dachte, "jetzt stirbst du") nicht vertrage, muss ich also auf ein anderes basismedikament umsteigen, denke ich. wäre Enbrel (Immunsuppressiva) denn ein solches basismedikament? bisher dachte ich immer, dass Pleon mein basismedikament sei. und es könnte also möglich sein, dass meine herzprobleme nicht durch die medikamente sondern durch die cP verursacht werden? fragen ohne ende ...
    mich würde auch interessieren, wie es anderen cP-patienten gelungen ist, medikamentös gut eingestellt ein relativ normales leben zu führen.

    viele grüsse
    Maria
     
  4. Sprotte79

    Sprotte79 Sprotte79

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    Hallo Maria,

    bei mir ist die Einstelllung mit Medis auch nicht so einfach :(, aber ich denke, dass das Pleon alleine als Basismedikament bei der Schwere deiner Erkrankung nicht ausreicht. Ich nehme es auch, allerdings erst seit kurzem und in Kombination mit Quensyl, MTX und Enbrel.

    Ich kann verstehen, dass du dir Sorgen machst, das mache ich auch, zumal, wenn es so lange dauert, bis endlich mal eine Besserung eintritt oder man Medis nicht verträgt oder....

    Bist du bei einem internistischen Rheumatologen in Behandlung? Was sagt er oder sie zum weiteren Vorgehen?
    Pleon (Sulfasalazin) ist ein leichteres Basismedikament, das in Kombination mit anderen Basismedis stärker wirken kann, vielleicht brauchst du ein oder zwei weitere Basismedis dazu?

    Ich drücke dir die Daumen, dass du bald Hilfe erfährst.
    Berichte doch mal, wie es beim Kardiologen war.

    Liebe Grüße,
    Sprotte79
     
  5. anthologie7

    anthologie7 Neues Mitglied

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    Malariamittel

    Liebe Sprotte,

    ja, ich bin bei einer internistischen Rheumatologin in behandlung. sie will jetzt, da ich MTX nicht vertrage, mit einem mittel, das früher gegen malaria eingesetzt wurde, die cP behandeln. ein Rheumatologe, den mir meine krankenkasse als berater vermittelt hatte, meinte dazu, das sei ein "mittel, das man im mittelalter" verordnet habe -also auf keinen fall der neueste stand. ja, jetzt weiss ich nicht, was ich machen soll. zu der ärztin will ich eigentlich nicht mehr gehen (sie war auch ansonsten nicht besonders freundlich). mich ängstigt jetzt, dass ich eine anscheinend recht aggressive form der cP habe. bisher war mir das noch gar nicht so bewusst. wo könnte man sich denn mal richtig einstellen lassen, gibt es evtl. auch eine Reha, in der das passieren könnte? wie Du/Ihr seht, ich bin noch sehr unwissend. für adressen und ratschläge jeder art wäre ich sehr dankbar.
    viele grüsse
    Maria
     
  6. Lilly

    Lilly offline

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    enbrel ist ein medikament aus der gruppe der thf-alpha-blocker, werden auch biologicals genannt. sie zählen zu der gruppe der basistherapeutika.

    in den links kannst du alles wissenswerte darüber nachlesen.

    Etanercept (z.B. Enbrel)

    Was bedeutet "biologische Therapie"?

    Fragen zu Etanercept (Enbrel)

    quelle

    pleon auch sulfasalazin genannt gehört auch in die gruppe der basistherapeutika. bei den nebenwirkungen konnte ich keinen hinweis auf herzerkrankungen finden.

    lies selbst:

    Verträglichkeit

    anscheinend wirkt bei dir das sulfa nicht wie es sollte. ich würde an deiner stelle auch über den medikamentenwechsel nachdenken.

    ausserdem würde ich dir raten, die behandlung einem internistischen rheumatologen zu übergeben, dies ist der fachmann in deinem fall!

    nachtrag:

    habe gerade gelesen, dass du schon bei einem rheumadoc in behandlung bist. vielleicht findest du in unsere liste der empfehlenswerten rheumatologen einen, in deiner nähe. diese liste wurde von uns usern zusammengestellt.

    Ärzteliste
     
    #6 10. November 2007
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2007
  7. anthologie7

    anthologie7 Neues Mitglied

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    Wieder Pleon nehmen?

    liebe Lilly, liebe Sprotte, liebe Forum-Teilnehmer(innen),
    jetzt bin ich ziemlich ratlos. mein termin beim kardiologen ist ende nächster woche. soll ich bis dahin wieder pleon nehmen? denn mit ibuprofen ist es dann ja wohl nicht getan. oder kann ich ibuprofen mit pleon zusammen nehmen? und zusätzlich noch cortison? und muss ich jetzt befürchten, dass mein herz schon geschädigt ist? das langzeitEKG wies schon auffälligkeiten im rythmus auf. hat ein anderer aus dem forum ähnliche erfahrungen gemacht? was habe ich auf dauer zu befürchten. hab ziemliche angst.
    viele grüsse
    Maria
     
  8. Lilly

    Lilly offline

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    hallo maria,

    hab bitte keine angst! wenn es so schlimm und akut gewesen wäre, hätte dich dein arzt ins kh einweisen lassen. also bitte- ruhig blut! :)

    ich würde an deiner stelle die medis so einnehmen, wie sie der arzt verordnet hat. du hast ja schon bald den termin beim cardiologen. bis dahin wird sicher nichts böses geschehen. also warte den termin mal ab und beruhige dich.
     
  9. Kikisvat

    Kikisvat Neues Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben

    Habe mir gerade eure Beiträge hier zu Gemüte geführt und bin beim CCP Wert von +15 etwas stutzig geworden. Ist das tatsächlich schon ein erhöhter Wert?
    Ich habe seit knapp 5 Jahren CP und einen CCP Wert von über 1000.....:eek: ! Bin nun doch etwas erschrocken, wenn +15 schon erhöht ist, was ist denn dann über 1000? Mir wurde auch immer erklärt, dass wir es hier mit einer besonders schweren Form (oder mittlerweile Formen-neu Psoriasis A.) zu tun haben.
    Bin ich vielleicht schon komplett hinüber und weiß es noch gar nicht....? ;)
    Nein, mal im Ernst. Wo steckt denn hier der Fehler - das kann doch nicht sein? Oder ist es die Erklärung, weshalb es mir so besonders mieß geht?
    Bin jedem dankbar, der mich hier ein bischen aufklären kann!

    Liebe Grüße :)
    Kira
     
  10. Lilly

    Lilly offline

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    hallo kira,

    quelle
     
  11. Kikisvat

    Kikisvat Neues Mitglied

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    Hallo Lilly

    Vielen Dank für den Beitrag. Wenn 30 mit stark positiv angegeben wird, wo kann ich mich dann einreihen? Mit 1000 - Bei stark unnatürlich?(oder muss man eine 0 bei der Bewertung abziehen? Dann sind es aber immer noch über 100)
    Da kann doch was nicht stimmen oder? :confused:

    Auch liebe Grüße zurück
    Kira
     
  12. Lilly

    Lilly offline

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    ... ich denke doch,- die liste ist nach oben hin offen :) ...

    schau mal auf deinen befund nach, welche messangaben gemacht wurden. diese sind U/ml- vielleicht gibt es auch noch dl oder l?
     
  13. Elisa

    Elisa Neues Mitglied

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    Hallo anthologie 7

    Du schreibst, das du aus dem Münsterland kommst. Ist es für dich in Ordnung nach Münster zu einem Intern, Rheumatologen zu fahre.
    Meiner macht einen sehr guten Eindruck.
    Außerdem gibt es in Münster an der Uniklinik noch ein Rheuma Zentrum.
    Wenn du Interesse hast geb ich dir die Anschriften und Tel Nr.
    Viele Grüße Lisa
     
  14. Kikisvat

    Kikisvat Neues Mitglied

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    Liebe Lilly, dem werde ich beim nächsten Termin mal nachgehen.Diese Werte stehen nicht in meinem Befund - da steht nur - sehr stark erhöhter CCP Wert.(wurde mir immer mündlich mitget.)
    Also nochmal vielen Dank für Deine Hilfe!

    Hallo auch an Maria und sorry das ich mich hier sozusagen dazwischen gequetscht habe.....! :o
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, dass Du schnell den geeigneten Rheumatologen und damit auch die richtigen Medis findest!

    Schönes Wochenende an alle hier

    Kira :)
     
  15. Elisa

    Elisa Neues Mitglied

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    Hallo Kikisvat

    Kann es sein das du C -Reaktives Protein CRP mit

    CCP ( Cyclischtes Citrulliertes Pepti) verwechselts.
    Der Wert vom CCP wird meist nur mit Pos oder Neg, angegeben.
    Einheit .. Ratio 0.0 - 1.0

    Das CRP ist ein sog. akut Phase Protein und ist bei fast allen systemischen Entzündungen erhöht.
    z.B. Kollagenosen der Normwert lieg bei 8,2 mg /l bezw, wird mit < 5,0 angegeben.
     
  16. Kikisvat

    Kikisvat Neues Mitglied

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    Hallo Elisa
    Nein leider nicht. Ich kenne die Werte sehr gut, da ich selbst immer wieder genau nachfrage und nachlese.Das CRP ist bei mir immer unauffällig gewesen.Dafür das CCP wohl um so höher und die Ärzte waren davon auch schon immer sichtlich beeindruckt.
    Leider konnten sie mir bis heute noch nicht wirklich helfen....:( . Aber ich muss dazu sagen, dass ich trotz allem noch keine Gelenkschäden habe.....das ist ja nun auch schon mal was gell! :D

    Dir auch lieben Dank und ein schönes Wochenende

    Kira :)
     
  17. anthologie7

    anthologie7 Neues Mitglied

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    Kontakt

    Liebe Lisa,

    ja, das wäre sehr nett, wenn Du mir die Adresse geben könntest. z. Zt. bin ich in Vreden (Krankenhaus mit Rheumaabteilung) in ambulanter Behandlung und eben bei einer Rheumatologin (nicht in Vreden), zu der ich aber nicht gern ein zweites mal gehen möchte.

    zum CCP-Wert; da hat mir meine hausärztin gesagt, dass es ein hoher faktor sei, mehr kann ich dazu nicht sagen.
    mein grosses problem ist, dass die rheumatologen stets sauer reagieren, wenn ich ihnen erkläre, dass ich MTX einfach nicht vertrage. drei erfolglose quälende versuche müssten doch eigentlich ausreichen. aber danach verliert der behandelnde arzt schnell das interesse. ich weiss mich auch gar nicht mehr richtig zu verhalten. das thema rheuma ist ja auch ein sehr komplexes und man kann doch nicht vom patienten verlangen, dass er sofort alles nachvollziehen bzw. verstehen kann.
    meine grosse angst ist, dass das rheuma nicht zu stoppen ist und nach und nach alles befällt (wie krebs).
    wenn es Euch recht ist, werde ich mich mit meiner nächsten frage wieder an Euch wenden, spätestens nach dem kardiologenbesuch werde ich wieder schreiben.
    und Lisa, über die adresse wäre ich sehr froh.
    viele grüsse und danke an Euch alle
    Maria
     
  18. Sprotte79

    Sprotte79 Sprotte79

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    Hallo Maria,

    ich denke mal, dass deine bisherige Rheumatologin mit dem Medikament gegen Malaria den Wirkstoff Chloroquin (z.B. Resochin) oer Hydroxychloroquin (z.B. Quensyl) meint. Ich nehme ja unter anderem auch Quensyl.
    Es stimmt nur zum Teil, was der andere Rheumadoc über Quensyl oder Resochin in seiner Beraterfunktion meinte: es ist ein Antimalariamittel und das gibt es auch schon lange für die Therapie rheumatischer Erkrankungen. Aber es wird (wie du bei mir siehst) immer noch verwendet, alleine eher bei leichteren Verläufen, aber in Kombination mit Pleon (was du ja schon nimmst) und MTX auch bei schwereren Verläufen. Biologika (wie Enbrel) werden in Deutschland erst dann verordnet, wenn mindestens zwei Basismedis nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Ich habe Enbrel bekommen, nachdem ich MTX in der damaligen Dosis nicht vertragen habe und die Dosisreduktion nicht ausreichend wirkte und ich von Arava (Leflunomid) so starke Nebenwirkungen bekommen habe, dass ich es nicht mehr nehmen durfte. Es spricht also von der Verordnungsmöglichkeit (Kostenübernahme der Krankenkasse) bei dir nichts mehr gegen den Einsatz eines Biologikums. Wie Lilly schon schrieb, sind Herzbeteiligungen ein Anzeichen für einen schweren Verlauf, das allein würde auch schon den Einsatz eines Biologikums (Enbrel, Humira, Remicade) rechtfertigen.

    Ich kann verstehen, dass dich eine Herzbeteiligung als Ausdruck einer schweren Verlaufsform deiner RA ängstigt. Ich habe zwar keine Herzbeteiligung, aber bei mir ist ja selbst Enbrel nicht stark genug, um meine RA zum Stillstand zu bringen und deswegen kann ich deine Sorgen und Ängste gut verstehen. Dennoch: versuche, ruhig zu bleiben und warte erstmal ab, was der Kardiologe herausfindet.

    Wenn du dich bei der Rheumatologin nicht mehr wohl fühlst, kann ich dir nur empfehlen, zu wechseln. Vertrauen ist sehr wichtig in der Arzt-Patienten-Beziehung, nur so kannst du alle deine Fragen und Ängste ansprechen und klären. Gibt es in Münster keine Rheumaambulanz oder in der Nähe keine Rheumaklinik. Ich denke, dass Ambulanzen (an Unikliniken) und Kliniken mehr Erfahrung haben und dich vielleicht besser einstellen können. Mein Rheumadoc war auch vorher Klinikarzt. Wenn er sich unsicher ist, schickt er mich immer in die Rheumaklinik. Ich finde das gut!

    Ich komme aus Lübeck, deshalb kann ich dir leider niemanden in deiner Nähe empfehlen, aber vielleicht hat ja jemand anderes hier einen guten Tipp für dich.

    Ich glaube, ich würde an deiner Stelle wieder Pleon nehmen, aber die Entscheidung musst du schon selbst treffen. Ich habe in der Packungsbeilage keine Hinweise auf Herzschädigungen durch das Medi gefunden. Deshalb denke ich, dass deine Herzprobleme nicht mit dem Medi sondern mit deiner rheumatischen Erkrankung zu tun haben.

    Ich drücke dir die Daumen, dass der Kardiologe nichts Schlimmes findet und du bald besser eingestellt wirst.

    Ganz liebe Grüße,
    Sprotte79
     
  19. anthologie7

    anthologie7 Neues Mitglied

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    Zu Herzen gehend

    Ihr Lieben,
    danke für Eure sehr detaillierten und kenntnisreichen Erläuterungen. Verstehe ich das richtig, dass das Herzproblem wahrscheinlich durch die RA verursacht wird, unabhängig davon, dass ich bislang Pleon und Cortison gegen meine RA genommen habe, sprich: diese Medikamente konnten die RA nicht in den Griff bekommen - und das werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft nicht? Bisher hatte ich mein Rheuma für eine oft schmerzhafte aber, da in ständiger und steter Therapie, als nicht derart aggressive Erkrankung eingeschätzt. Aber nun, da ich berechtigte Sorge haben muss, dass bereits mein Herz "in Angriff genommen" wurde, habe ich große Angst und mache mir große Sorgen. Meine Hausärztin, die ich auch auf das Enbrel angesprochen hatte, meinte, dass es sicherlich ein gutes Mittel sei; sie wisse aber von einer Beteiligung der weißen Blutkörprerchen. Somit sei sie sich nicht sicher,ob es das für mich richtige Mittel sei. Aber sie ist ja auch keine Rheumatologin, doch zu ihr habe ich großes Vertrauen und sie kümmert sich immer darum, dass ich an die vermeintlich richtigen Ärzte gerate. Aber, wie gesagt, das Münsterland ist Diaspora, was die Betreuung Rheumakranker angeht. Da ich in letzter Zeit dauernd Blasenentzündungen habe, muss ich wahrscheinlich ab morgen wieder ein Antibiotikum schlucken. Ob sich das dann mit Ibuprofen und Pleon (kann ich das überhaupt kombinieren?) verträgt, das weiß ich nicht. Gerade habe ich gesehen, dass ich erst in zwei Wochen meinen Termin beim Kardiologen habe, nicht in der nächsten. Ach je, ist das alles schrecklich. Wie ist eigentlich die Mortalitätsrate bei Rheumatikern? Erheblich früher als durchschnittlich? Dann müsste ich ja allmählich damit anfangen, mein Leben bewusster zu leben als bisher. Also weniger Hektik.
    Bis bald.
    Und, noch einmal Danke an alle, die mir weiterhelfen im Rheumadschungel.
    Maria
     
  20. Sprotte79

    Sprotte79 Sprotte79

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    Hallo Maria,

    die Entscheidung, ob Enbrel für dich das richtige Medikament ist, sollte nur ein internistischer Rheumatologe treffen, der Erfahrung mit diesen Biologics hat. Wenn man Kontrolluntersuchungen (vor allem Blutbilder) einhält, kann man rechtzeitig reagieren, falls sich schwerwiegende Nebenwirkungen einstellen sollten. Vor Nebenwirkungen der Medis solltest du nicht so große Angst haben. Die meisten Nebenwirkungen treten selten auf, nur wenige Nebenwirkungen sind gefährlich und die Krankheit aus Angst vor Nebenwirkungen nicht mit solchen Medis zu behandeln halte ich für viel risikoreicher bzgl. der Spätschäden, die wir ja mit den Medis verhindern wollen.

    Die Kombination von Pleon mit Antibiotika ist möglich, deine Hausärztin kann dich diesbezüglich sicher beraten, ansonsten frage nochmal in der Apotheke nach, dort findest du die wirklichen Arzneimittelexperten.

    Ich kann nur meinen Rat wiederholen: such dir einen neuen internistischen Rheumatologen und kläre mit ihm/ ihr deine Fragen und Sorgen.

    Liebe Grüße,
    Sprotte79