Hallo zusammen!
Ich habe lange überlegt, ob ich mich hier raushalte oder posten soll und sogar eine Nacht drüber geschlafen, aber nun will ich doch meine Meinung und meine Recherche zu dem Thema preisgeben.
Ich teile die allgemeine Empörung aller bei diesem Thema und insbesondere die nicht-fundierte These, die einfach mal anhand einer subjektiven Wahrnehmung in den Raum gestellt wurde und so viele verletzt hat (nicht zuletzt aufgrund einer -ich nenne es mal unglücklichen- Wortwahl).
Ich finde hier im Forum gibt es eine Masse netter, aufgeschlossener Menschen, die einander beistehen und Erfahrungen teilen - unabhängig von Familienstand, Bildung und IQ (was in diesem Zusammenhang für mich noch nie eine Rolle gespielt hat oder spielen wird).
Die These, die so viel Unfrieden gestiftet hat, hat mich derart geärgert (

), dass ich mir gedacht habe "über
dieses Forum gibt es zwar keine Studien, aber das Thema ist so interessant, irgendjemand wird sicher schon mal eine Studie gemacht haben... " Also habe ich eine Recherche begonnen und bin fündig geworden. Ich war sehr überrascht von den Ergebnissen und habe -wie gesagt- lange mit mir gerungen, ob ich sie überhaupt hier einstellen soll. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, weil ich es falsch finde, die Forschung nur nach seinen Interessen zu zitieren und Ergebnisse, die einem nicht in den Kram passen zu verschweigen.
Vorab noch einmal: Über die
Zusammensetzung von RO und seinen Mitgliedern ist aus diesen Studien
KEIN Rückschluss zu ziehen! Wir haben keine Daten wer hier ist, was alle beruflich machen und wie der Zusammenhang zur Krankheit zu sehen ist. Jede Umfrage, die wir starten, wäre nicht representativ, weil wir nicht sicher sind, wer teilnimmt oder wer nicht. Auf RO bezogen wird es also nicht zu klären sein und die These, die am Anfang dieses Threads auf diese Gemeinschaft bezogen gemacht wurde, ist dadurch noch lange nicht unterstützt!
Ich habe 2 große Studien aus Skandinavien gefunden, die einen Zusammenhang zwischen Bildung und Rheumatoider Arthritis herstellen.
In Dänemark wurde bei der Untersuchung gefunden, dass in Schichten mit höherer Bildung (gemessen an Schulabschluss *Anmerkung meinerseits: keine Aussage zu IQ!*) ein geringeres Risiko für das Entwickeln einer Rheumatoiden Arthritis bestand, was nicht durch andere Faktoren erklärt werden konnte.
Quelle
In Schweden kam eine andere Studie zu einem ähnlichen Ergebnis. Hier hatten Menschen mit einem Universitätsabschluss ein geringeres Risiko, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken als Menschen mit einem Universitätsabschluss. Auf der anderen Seite war das Risiko, an Rheuma zu erkranken für Menschen mit schwerer körperlicher Arbeit höher als für Menschen mit einem Schreibtischjob.
Quelle
Anmerken möchte ich noch einmal persönlich, dass es sich hier um Risiken handelt. Das heißt
nicht, dass Leute mit höherer Bildung nicht erkranken oder Umgekehrt, mit niedrigerem Schulabschluss zwingend erkranken. Und
für alle diejenigen, die erkrankt sind (FÜR UNS!) spielt es sowieso keine Rolle. Krank ist krank, da ist es egal ob du Nummer 1 von 100 bist oder 1 von 10000000, sobald du krank bist, spielt es keine Rolle mehr, wie hoch dein Risiko dafür war/ist (wenn einem beim Spazierengehen ein Blumentopf auf den Kopf fällt, tut es ja auch weh, egal wie gering das Risiko dafür sein mag

).
Die Autoren der Studien konnten sich die Ergebnisse auch nicht wirklich zufriedenstellend erklären und es ist durchaus möglich, dass der Zusammenhang nicht tatsächlich besteht, sondern durch einen Faktor vorgetäuscht ist, der nicht in der Studie erfasst ist und in einer Gruppe zufällig häufiger vorkommt als in der anderen.
Eine Aussage über Intelligenz oder IQ wurde in keiner der Studien getroffen (Und wie wir alle wissen, ist Schulbildung nicht ausschließlich mit Intelligenz assoziiert, sondern hängt auch davon ab wie man in das System passt oder ist durch die äußeren Umständen im Allgemeinen mitbedingt).
Außerdem stellt sich für mich die Frage nach "Huhn und Ei" (wer war zuerst da?). Könnte es unter Umständen sein, dass Rheumatiker in unserer Leistungsorientierten Gesellschaft weniger Chancen auf eine hohe Schulbildung haben, weil das System nicht auf Chronisch Kranke mit häufigeren Krankheitsbedingten Fehltagen ausgelegt ist?
So - und um das Gleichgewicht in dieser nicht repräsentativen Umfrage auszugleichen:
ICH bin Rheumatikerin und gleichzeitig Akademikerin/Karrierefrau, verheiratet und (noch?) keine Kinder. In meinem persönlichen beruflichen Umfeld fallen mit adhoc 3 weitere Akademikerinnen mit Rheuma ein (eine davon hat zusätzlich noch 2 Kinder und ich bewundere, wie sie mit der Doppelbelastung klarkommt) und ein Akademiker mit Rheuma. Und das aus dem Stehgreif ohne lange zu suchen.....
Ich hoffe, niemand fühlt sich durch meine Zeilen angegriffen. Das war nämlich auf keinen Fall Sinn meines Postings und falls es doch passiert ist, tut es mir wirkich leid.
Leider werde ich dieses Thema erst einmal nicht mehr verfolgen können, weil ich ins Krankenhaus gehe. Also wundert euch nicht, wenn es von meiner Seite erst einmal still wird.
Viele Grüße,
flower
P.S. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten - so früh am Morgen bin ich meinen Fingern für jede Zeile dankbar und quäle sie nicht damit noch alle eventuellen Fehler einzeln auszumerzen

Da steh ich zu
