Hallo!
Ich klinke mich mal ein, ich habe zwar (noch) keine wirkliche Diagnose, Arthralgie (sprich: Gelenkschmerzen) zählt nicht
Ich bin zwar (schon

) 23 und wohne seit 3,5 Jahren nicht mehr bei meinen Eltern, aber was den Umgang meiner Familie mit den Schmerzen und meiner Schilddrüsenentzündung (da ging es mir zeitweise nicht sonderlich prima) angeht, kann ich dir ein bisschen was erzählen.
Meine Mutter gehört zu denen, die einen erstmal ein bisschen beschimpfen, weil sie sich so Sorgen machen. Sie meint es aber nicht böse

Als es mir wegen der Schilddrüse so mies ging und ich so stark auf Jod reagiert habe, hat sie sofort das normale Salz durch unjodiertes ersetzt, auch wenn ich nur alle paar Wochen mal zu Besuch war. Und mein Papa kauft mir immer Forelle, wenn ich da bin, weil das Kind muss ja Fisch essen (Seefisch ist nicht, zuviel Jod) und schimpft, wenn ich die Forelle nicht esse

Die Gelenkschmerzen werden von meinen Eltern auch voll akzeptiert, ich konnte ja im Sommersemester 2011 nicht mehr schreiben vor Schmerzen und war viel bei meinen Eltern, weil ich da Hilfe hatte. Ich konnte demzufolge auch keine Prüfungen mitschreiben. Meine Mutter (ist Grundschullehrerin) hat mich dann mit 1. Klasse schreiblern-Krempel versorgt und ich habe todesmutig mit links schreiben geübt, hilft ja nix.
Meine Geschwister (wir sind alle erwachsen) nehmen das locker, meine Schwester hat selbst eine schwerbehinderte (körperlich, Herzfehler) Tochter, da wird kein großer Aufriss gemacht - soll heißen, ich werde normal behandelt
Mein Bruder nimmt es nicht ganz so locker, aber auch recht normal, meine Oma fragt immer, wie es meinen Gelenken geht (ich hab ja mehr Zipperlein als sie mit ihren fast 84 Jahren

).
Ich habe ja in WGs gewohnt, bevor ich mit meinem Freund zusammengezogen bin und meine Mitbewohner haben mich immer unterstützt, wenn was nicht ging. Eine Zeitlang haben sie mir sogar Zigaretten gedreht, weil meine Finger nicht wollten

Mein Freund nimmt das auch so hin, wie es ist. Was ich nicht machen kann, kann ich nicht machen, da wird kein großes Wesen drum gemacht und wenn ich nicht staubsaugen kann, weil mein Rücken so wehtut, lege ich dafür Wäsche zusammen und wenn ich ankomme, weil ich ein Schraubglas nicht aufkriege, hilft er mir. Kommentarlos. Das einzige ist, wenn ich meine, ich müsste mich (seelisch) gehenlassen, kriege ich von ihm einen gewaltigen verbalen Tritt, weil so wirds nicht besser. Recht hat er.

"Schwiegermutti" ist da ein anderes Kaliber, "deine Sehnenscheidenentzündungen". Päm!
Und sonst? Wichtig ist ein(e) Hausarzt/-ärztin, die hinter einem steht und (in meinem Fall) nicht der Meinung ist, mit 23 sind Gelenkschmerzen das normalste von der Welt. Ich hatte gewechselt, weil die, bei der ich nach dem Umzug hierher erst war, hat alles nachgeplappert, was irgendwelche Fachärzte von sich gegeben haben. War schon interessant, als es hieß "Bruch" hat sie den Bruch auf den Röntgenbildern gesehen, als es dann hieß "verstaucht", hat sie plötzlich keinen Bruch mehr gesehen. WTF?

Der "Bruch" war dann letztendlich nur der sichtbare Überrest einer geschlossenen Wachstumsfuge, ich war dann mal bei einer gestandenen Chirurgin, die mir das sogar in einem Röntgenbilderbuch gezeigt hat. Und als man sich in der Praxis dann noch geweigert hat, mir meine Blutwerte rauszugeben (ich hätte ja sogar für die Kopien bezahlt), war ich zum nächsten Quartal nicht mehr ihr Patient

Meine jetzige Hausärztin macht Nägel mit Köpfen, es geht schnell (ich muss mich ja keine 2h da aufhalten) und sie arbeitet "ergebnisorientiert"
