Hallo!
Ich bin traurig, weil mein Rheumatologe weggeht und ich dann ganz ohne kompetente, umsichtige und sehr freundliche Behandlung bin.
Ich war so glücklich als er vor über 12 Jahren ohne irgendein Problem darin zu sehen, bereit war, sich in meine doch sehr seltene Erkrankung einzuarbeiten und mich immer so super zu betreuen und mich auch durch manche Tiefen zu begleiten und sich zu kümmern.
Gerade jetzt sammeln sich wieder neue Befunde, wo die Expertise und die kompetente Diagnostik meines Rheumatologen gefragt ist - ich hoffe er steht dafür noch zur Verfügung und es kommt wenigstens keine oder keine allzuheftige Diagnose dazu, die ja dann sowieso unbehandelt bleiben muß/wird.
Nun stehe ich dann demnächst also ohne eine Behandlung und ohne eine wirksame Therapie da, denn ob die PKV und Beihilfe die aktuelle Therapie auch bezahlen werden, ist leider fraglich. Bei meiner Erkrankung kann ich mir ja auch nicht so einfach einen anderen Rheumatologen suchen, sondern dieser muß auch bereit sein, mein Krankheitsbild (zusammen mit der Augenklinik) zu behandeln.
Ich hoffe, dass mir trotzdem meine Sehkraft noch etwas erhalten bleibt, ansonsten hoffe ich, dass ich im richtigen Moment genug Mut und Kraft habe für meinen Plan B, denn der liegt schon seit Jahren in einem Schrank und die baulichen Gegebenheiten sind auch vorhanden.
Zumindest mein Augenarzt hat bisher keinen Ruf nach auswärts angenommen, hoffentlich bleibt er mir wenigstens noch etwas erhalten. Mein Augendruck spielt ja nur noch verrückt, aber er kann den Verlauf über die Jahre am Besten einschätzen. Heute wurde bei einem zu hohen Druck unter intensiver drucksenkender Therapie auch nur noch geschaut, ob die Netzhaut Schäden hat. Da da alles ok. ist, bleibt der Druck jetzt eben bis ins neue Jahr ohne weitere zusätzliche Therapie - wir haben ja auch eigentlich keine weitere mehr - und ich werde versuchen, dass lokale Kortison zu reduzieren.
Ich bin auch traurig, weil ich vor wenigen Wochen nach über 12 Jahren Mobbing - besondern schlimm die letzten 4,5 Jahre - meine eigentliche Arbeit nach 20 Jahren verloren habe. Als Mensch mit einer Erkrankung gehört man in unserer Behörde eben unter die nächste Brücke abgeschoben. Blöd nur, wenn ich als Mitarbeiterin kaum Krankheitstage habe, aber trotzdem ist man ein Mensch 3. Klasse, da krank - aber als Beamtin nicht so einfach kündbar und ohne lange Krankheitsausfälle auch nicht für dienstunfähig erklärbar. Steinböcke können eben einen dicken Schädel haben.
Ich muß nun eine Arbeit ausführen, wobei keiner absehen kann, ob diese Arbeit überhaupt noch die nächste Zeit benötigt wird oder durch gesetzliche Änderungen in einen anderen Aufgabenbereich übergeht und damit entfällt. Interessanterweise bin ich aber immer noch gut genug, um für meinen nun ehemaligen Aufgabenbereich fachlich schwierige und anspruchsvolle Arbeiten zu erledigen. Meine fachliche Kompetenz ist zwar seit 4,5 Jahren unerwünscht aber manchmal eben doch noch benötigt. (Meine Vorgesetzten stellen ja nur noch Mitarbeiter ein, die ihnen fachlich nicht das Wasser reichen können.)
Sorry, leider länger geworden - kurz kann ich einfach irgendwie hier nicht.
Mal schauen, wie es nun weitergeht, aber dass mein Rheumatologe weggeht, hat mir heute wirklich den Boden unter den Füßen weggerissen und ich sehe da gar kein "Licht am Ende des Tunnels".
Danke fürs Lesen!
Traurige Grüße
Kerstin