tilia
Bekanntes Mitglied
Hallo liebe @Maggy63 ,Ich bin nicht Mizi, aber ich geb trotzdem mal meinen Senf dazu.... Ich hab grad überlegt, wie ich meine Innere Mitte gefunden habe. Und zwar wurde ich in einer Therapiesitzung dazu aufgefordert, zu überlegen, was ich eigentlich wirklich will. Nicht, was ich nicht will, weil das ja immer einfacher ist, ich will dies nicht, ich will das nicht... Also musste ich lange und viel überlegen, und nachdem mir einigermaßen klar war, was ich in meinem Leben erreichen will und wie ich möglichst ärgerfrei leben möchte, habe ich an den Zielen gearbeitet und wurde Stück für Stück ruhiger und gelassener. (Klappt leider auch nicht immer in allen Situationen...)
Manchmal überlege ich, ob ich das, was mich gerade belastet, selbst ändern kann und wenn ja, muss ich es ändern, und wenn ich nichts beeinflussen kann, dann muss ich das eben akzeptieren oder ignorieren.
Leider ist durch gewisse Erfahrungen und Umstände in den letzten Jahren diese 'gelassene Mitte' oft sehr ins Schleudern gekommen und nachdem mir die nach einer Sache völlig verrutscht ist, hatte ich Mühe, mein Inneres wieder zu zentrieren. Es ist schon recht fragil, hab ich festgestellt und ich bin jetzt auch sehr darauf bedacht, mir das nicht wieder kaputt machen zu lassen. Das hat natürlich Konsequenzen, mal für mich, mal für Andere, aber mir ist jetzt eben wichtig, was MIR gut tut. Wenn Andere damit Probleme haben, müssen die eben selbst daran arbeiten...
Ich habe mich in den letzten Jahren von etlichen Mitmenschen und Situationen getrennt, die mir nicht gut bekommen sind und das hat mich viel gelassener und entspannter gemacht.
Von politischen Lagen und anderen üblen Nachrichten will ich gar nichts mehr wissen. Eine Ignoranz, die sich vielleicht 'nicht gehört', die mir persönlich aber sehr gut bekommt. Ich würde mich nur verrückt machen (lassen) von Dingen, die ich selbst sowieso nicht ändern oder sonstwie beeinflussen könnte. Ich sehe zu, dass es in meinem persönlichen Umfeld einigermaßen rund läuft und damit hab ich eigentlich auch genug zu tun.
Man muss ein gutes Stück egoistisch sein, wenn man halbwegs unbeschadet durchs Leben kommen will, das hab ich irgendwann gelernt.
diese Frage, was ich möchte, kann ganz schön anstrengend sein, oder? Finde ich jedenfalls. Man kann sie bis ins letzte Detail stellen, selbst in einer auswegslosen Situation: Im Kurs zum Selbstcoaching erzählte eine Teilnehmerin, sie lebe in einer schönen, bezahlbaren Wohnung, verstehe sich gut mit fast allen Nachbarn - Aber! Ein unmittelbarer alkoholkranker Nachbar würde sie verzweifeln lassen: Durch die dünne Wand höre sie sein Erbrechen und andere unangenehme Geräusche. Sie überlege, umzuziehen. Allerdings gehe die Chance, noch einmal eine solche Wohnung zu finden, gegen Null. Die anderen Nachbarn baten sie, doch dazubleiben. Eine auswegslose Situation?
Sie sollte sich vorstellen, wie sie sich fühlen wolle und was sie tun könne, wenn der Alkoholiker unangenehm in Aktion trete.
Sie wünschte sich Gleichmut und nahm sich vor, auch in ein anderes Zimmer zu gehen, wo sie ihn nicht hörte.
Ob das klappt, wird sie sehen, denke ich. Ich weiß nicht, wie es für sie ausgegangen ist, aber ich glaube, wenn sie diesen "Möchte-Prozess" bis zum Äußersten weiter geht, weiß sie, ob sie bleiben kann oder doch eine andere Wohnung finden muss.
Das hat mich sehr beeindruckt. Ich finde, das gibt noch einmal neuen Spielraum...
Ich denke, in extremen Situationen kann man schwerlich gelassen sein. Man kann es sicher trainieren und aus seinen Erfahrungen schöpfen. Aber man hat ja auch noch ein natürliches "Alarmsystem", das einen beschützen möchte und dies manchmal auch tut.
Oder wenn man vor Schmerzen nicht weiß, wohin mit sich, fallt Gelassenheit schwerer...
Es ist sicher sehr wohltuend, wenn man von einem tiefen Glauben aufgefangen werden kann, wie z.B.Mizi schreibt.
Und die Sache mit den politischen Ereignissen ist wirklich schwierig, finde ich. Es wird ja immer gesagt, man solle sich allem möglichen stellen. Meiner Meinung nach ist das jedoch unmöglich, zu viel für einen Menschen, nicht auszuhalten...
Und doch habe ich den Wunsch, mich in der Welt zu orientieren: Wie geht es dir damit?
Liebe Grüße
tilia

. Auch das finde ich, ist Selbstcoaching oder?

Ich liebe es mich auf diese Weise auszutauschen (gern auch kontrovers) und dabei meinen eigenen Horizont zu erweitern und Blickwinkel zu justieren.
