Bei der Einleitung einer Therapie mit Kineret kommt es bei etwa 50% der Patienten zu Hautreaktionen im Bereich der Einstichstelle. Meistens sind diese Reaktionen harmlos, manchmal auch heftiger, in einigen Fällen so stark, daß die Therapie sogar kurz unterbrochen werden muß.
Typischerweise treten die Hautreaktionen am 10. bis 12. Tag der Therapie mit Kineret auf und halten etwa bis zum 28. Tag an. Mit Fortsetzen der Therapie verschwinden sie dann und kommen später nie mehr wieder. Damit steht eindeutig fest, daß es sich nicht um eine allergische Reaktion handelt. Welche Ursache diesen Hautreaktionen zugrundeliegt, weiß leider bislang keiner.
Charakteristisch ist auch, daß mit der aktuellen Spritze gleichzeitig Hautreaktionen an anderen Stellen auftreten, an denen am Tag vorher oder einige Tage vorher Kineret gespritzt wurde. Dies nennt man einen Memory-Effekt (von Memory = Erinnerung oder Gedächtnis). Auch die Ursache für diesen Memory-Effekt ist derzeit absolut nicht bekannt.
Therapie: Bei leichteren Reaktionen hilft kühlen, z.B. mit Eis. Bei schwereren Reaktionen helfen meistens cortisonhaltige Hautsalben oder Hautcremes, die auf die entzündeten Stellen aufgetragen werden. Wenn die Reaktionen sehr stark sind, muß die Therapie u.U. kurz unterbrochen werden; wie sie dann fortgeführt wird, ist im Einzelfall unterschiedlich. So kann man versuchen, in der Folge zunächst nur jeden 2. Tag oder u.U. sogar zunächst nur jeden 3. Tag zu spritzen.
Rheumatologen, die Erfahrung mit der Kineret-Therapie haben, klären ihre Patienten im übrigen über diese Hautreaktionen auf und zeigen ihnen in der Regel auch Bilder, wie diese Reaktionen aussehen, damit der Patient keinen Schrecken bekommt, wenn sich diese Hautrötungen ausbilden und er auch weiß, um was es sich dabei handelt.