Was ist Fosamax?
Fosamax ist heute das wichtigste, nicht hormonelle Medikament zur Behandlung der Osteoporose. Es erhöht die Knochendichte und reduziert so das Risiko von Knochenbrüchen an der Hand, an der Hüfte und an der Wirbelsäule. Fosamax ist in der Schweiz seit 1996 von der Heilmittelkontrollstelle (IKS) zugelassen.
Warum muss ich Fosamax einnehmen?
Der Arzt hat Ihnen die Diagnose ‘Osteoporose’ (Volksmund “Knochenschwund”)
mitgeteilt. Seine Abklärungen mittels Knochendichtemessung haben ergeben,
dass die Dichte Ihrer Knochen zu gering und damit das Risiko, einen Knochen-
bruch zu erleiden, zu gross ist. Möglicherweise wurde der Arzt bei Ihnen erst
durch einen Knochenbruch nach einem einfachen Sturz auf die verminderte
Knochenfestigkeit aufmerksam.
Die Behandlung mit Fosamax führt zu einer Zunahme der Knochendichte und
reduziert so das Risiko für Knochenbrüche. Möglicherweise wird Ihnen Ihr Arzt
zusätzlich auch noch weitere Medikamente, z.B. Hormone, Kalzium oder Vita-
min D verschreiben.
Wer darf Fosamax einnehmen?
Fosamax wird in der Regel Frauen nach den Wechseljahren, bei denen die Diagnose einer Osteoporose gestellt wurde, verordnet. Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen und Personen mit Speiseröhrenerkrankungen oder Schluckstörungen dürfen Fosamax nicht einnehmen.
Fosamax ist derzeit offiziell noch nicht zugelassen für die Behandlung der Osteoporose bei Männern sowie bei Frauen vor den Wechseljahren. Angesichts der Datenlage übernehmen dennoch viele Kassen solche Behandlungen. In diesen Fällen wird empfohlen vorgängig eine Kostengutsprache einzuholen.
Wie wirkt Fosamax?
Bei allen Menschen befindet sich der Knochen in einem ständigen Auf- und Ab-
bau. Dieser Prozess garantiert die notwendige Knochenstabilität. Bei der Osteoporose ist dieses Gleichgewicht gestört. Die abbauenden Zellen, die sogenannten Osteoklasten, überwiegen und der Knochen verliert an Masse, an Dichte und wird brüchiger. Fosamax bremst die Aktivität dieser Osteoklasten. Damit überwiegt die Aktivität der Osteoblasten, die den Knochen wieder aufzubauen vermögen.
Dies sind allerdings langdauernde Prozesse und eine Veränderung der Knochen-
dichte ist erst nach einem bis zwei Jahren Therapie technisch messbar. Grosse
Studien haben jedoch gezeigt, dass mit Fosamax die Anzahl von möglichen
Knochenbrüchen bereits innerhalb der ersten 12 Monate deutlich verringert werden konnten. Bei der Krankheit Osteoporose handelt es sich um eine chronisch fortschreitende Krankheit. Aus diesem Grund sollte Fosamax so lange wie möglich eingenommen werden, anhand der heutigen Datenlage mindestens 5 bis 7 Jahre.
Wie wird Fosamax eingenommen?
Nehmen Sie eine Tablette Fosamax morgens nüchtern nach dem Aufstehen mit
einem grossen Glas Leitungswasser ein. Die Tablette muss ganz herunterge-
schluckt werden und darf nicht gekaut oder gelutscht werden. Nur so kann Fosamax seine gute Wirkung entfalten.
Calciumreiches Mineralwasser, Fruchtsäfte, Kaffee oder Tee sind für die Einnahme nicht geeignet, da sie zusammen mit Fosamax die Wirkung des Medikamentes erheblich verringern. Während den ersten 30 Minuten nach der Einnahme der Tablette sollten Sie sich nicht wieder hinlegen. Am besten besorgen Sie in dieser Zeit Ihre Morgentoilette oder bereiten das Frühstück vor. Nach Ablauf dieser 30 Minuten dürfen Sie wie gewohnt frühstücken oder andere vom Arzt verordnete Medikamente zu sich nehmen. Fosamax darf nicht vor dem Schlafengehen oder im Bett liegend eingenommen werden. Die Einnahme von Fosamax verlangt eine gewisse Routine,
lässt sich aber erfahrungsgemäss relativ rasch in den Tagesablauf integrieren.
Was für Nebenwirkungen hat Fosamax?
In grossen Studien und in jahrelanger Praxis hat sich Fosamax als äusserst sicheres Medikament mit nur geringen Nebenwirkungen bewährt. Gelegentlich kann es zu leichten Magenbeschwerden kommen. Sollten Sie Schwierigkeiten beim Schlucken verspüren, sollte es zu Brustschmerzen oder zu einer Zunahme des Magenbrennens kommen, stoppen Sie die Einnahme von Fosamax und benachrichtigen Sie Ihren Arzt. Dieser wird mit Ihnen zusammen sicherstellen, dass die Nebenwirkungen nicht von anderen Medikamenten herrühren, wie z.B. vom Calcium.
Muss ich zusätzlich Calcium einnehmen?
Damit Fosamax gut wirken kann, ist ein genügendes Vorhandensein von
Calcium nötig. Genügend Calcium kann durch eine calciumreiche Ernährung
(Milchprodukte), durch calciumreiches Mineralwasser oder durch vom Arzt ver-
ordnete Calciumpräparate garantiert werden. Calciumpräparate sollten am besten abends, auf alle Fälle nicht zusammen mit Fosamax eingenommen werden.
Ist Fosamax eine Alternative zur Hormonbehandlung?
Nein! Jedes Medikament hat seinen gesonderten Platz. Während die Hormone
wichtig zur Vorbeugung der Osteoporose sind, ist Fosamax das Medikament der ersten Wahl zur Behandlung der Osteoporose. Zur vorbeugenden Behandlung ist Fosamax in der Schweiz aber noch nicht zugelassen. In gewissen Situationen ist die Kombination von Fosamax und Hormonen sinnvoll.