Hallo Vanesschen,
zuallererst: ich kann deine Ängste ganz gut verstehen, und ich weiß natürlich auch nicht im Detail, wie gehandicapt dein Mädchen ist. Was eure spezielle Situation angeht, sind meine folgenden Worte somit nur eine Gedankenanregung.
Aber: wenn es irgendwie möglich ist, würde ich sie an deiner Stelle unbedingt in eine "normale" Schule gehen lassen.
Das hat zwei Gründe:
1. Der Ansatz, sie so normal wie möglich aufwachsen zu lassen (trotz Rheuma), ist ein ganz zentraler Punkt für ihre Entwicklung im Zusammenhang mit Anderen und für ihre eigene Persönlichkeit.
2. Auch wenn du sie instinktiv sehr gerne behüten möchtest, habe ich meine Zweifel, ob du ihr einen Gefallen tust, wenn du sie von allen Belastungen fern hältst. Es ist normal, Treppen ohne Aufzug zu steigen - jedenfalls, wenn man nicht schwer bis schwerst behindert, hinfällig oder Rollstuhlfahrer ist.
Das soll niemanden abwerten, der eine Behinderung hat, aber eine Anregung dafür sein, nicht schon ein 7jähriges Kind so sehr überzubehüten, dass es keine Chance hat, sich in seinem kindlichen Umfeld nach seinen Vorstellungen zu integrieren - und es damit noch mehr zu "behindern". Wer sichtbar "anders" ist, hat es ohnehin schon schwer - wenn er (für Andere gefühlt, aber ohne nachvollziehbaren Grund) "bevorzugt" wird, führt das manchmal zu großer Hilfsbereitschaft, wahrscheinlicher ist aber, dass es zur Ausgrenzung führt. Auch seelisch ist das sicher für ein Kind nicht sehr günstig.
Noch einmal: ich kann deine Sorgen als Mutter sehr gut nachvollziehen, du willst garantiert nur das Beste für sie. Da ja noch ein wenig Zeit ist, würde ich mich hierzu sowohl mit der Kinderrheumatologie als auch mit der "normalen" Kinderärztin und vielleicht auch mit der Schule noch einmal in Verbindung setzen und meine Bedenken äußern.
Dazu wünsche ich euch Mut und Kraft und den besten Erfolg!
Liebe Grüße, Frau Meier