Hallo Frau Frosch,
ich hatte dir geantwortet, dann ist mein Browser abgestürzt und ich hatte nicht den Elan, nochmal zu schreiben - jetzt aber doch, weil ich es schade fände, wenn du dich abmeldest.
Normalerweise bekommt man hier im Forum hilfreiche Tips, wenn auch immer wieder mal Meinungen dazwischen sind, die nicht weiterhelfen - aber selbst dann regen sie eventuell zum Nachdenken an und helfen, die eigene Position zu festigen. Da du noch am Anfang mit deiner Rheumaerkrankung stehst, kann es ja auch sein, dass du noch andere Hilfe benötigst, als zu diesem Thema.
Ich werde sicherlich nicht ins I-net schreiben, welche Erfahrungen ich mit Rauschmitteln habe oder nicht habe .... und denke, dass geht anderen genauso. Es gibt hier einen Thread über Cannabis, aber auch nur im Bezug auf Schmerzbehandlung und medizinische Anwendung. Mein Rat wird sich also allgemein halten.
Grundsätzlich ist es so, dass eine chronische Erkrankung das Leben erstmal verändert. Liebgewonnene Gewohnheiten, Hobbies usw. können unter Umständen nicht mehr ausgeführt werden, in manchen Fällen ist es nicht einmal mehr möglich, seinen Lebenserweb selbst zu bestreiten. Das ist ein Grund, weswegen Rheuma auch auf die Psyche geht, vor allem, weil man nie absehen kann, wohin "die Reise geht" - wie sich die Erkrankung entwickelt. Insofern ist es gut und richtig, dass du ein Basismedikament bekommst, damit es dir bald besser geht und du keine Schmerzen mehr hast.... glaube mir, nach einer langen Schmerphase kann eine Schmerzfreiheit besser sein, als jeder Rausch
Da Rheuma und die Schmerzverabeitung oft mit Störungen im Serotonin / Dopamin Stoffwechsel zu tun haben, sind Drogen, die genau hier ansetzen ( E, Koks usw. ) natürlich nicht gut, da sie hier noch mehr schädigen. Auch auf seelischer Ebene problematisch, da nach jedem High auch ein Down folgt ( und "Down" ist man sowieso häufiger mit dieser Erkrankung, das muss man besser nicht noch forcieren ). Vielleicht hilft es dir, zu verstehen, dass alle Erfahrungen und Emotionen, die man mit Drogen dieser Art erfährt, ein Fake sind, so gut man sich auch fühlt - gerade in einer Gemeinschaft mit Freunden - es ist nicht real.
Da Schmerzen erstmal gemindert werden und man sich gut fühlt, ist es natürlich schwer, die Finger davon zu lassen. Trotzdem, hol dir Hilfe und lass es ! Freunde wechseln wäre hilfreich ( ich weiß, das fällt schwer ). MTX geht auf die Leber, also alles, was über die Leber verstoffwechselt wird, sollte man besser sein lassen ( ich meine, die Leber negativ belastet ). Ich denke, du kannst offen mit deiner Ärztin sprechen, umso besser kann sie dir helfen. Ärzte sind keine Richter ! Was kann im schlimmsten Fall passieren ?
Zu überlegen, wie man seinen Rauschmittelkonsum mit einer MTX Behandlung verträglich gestaltet, kann nicht funktionieren ( und da schließe ich Alkohol mit ein, als Gruß an die Moralapostel im Thread, denn es gibt viele Rheumatiker, die sich gern mal einen "hinter die Binde gießen", es gab hier im Forum bereits reichliche Tips, wie man denn MTX so einnimt ( Zeitpunkt ), dass man trotzdem trinken kann - da fällt mir nichts mehr zu ein. Alkohol ist letztlich ein staatlich erlaubtes Rauschmittel, dass häufig wesentlich schlimmere Folgen hat, als der Konsum von illegalen ( BTM ) Drogen. Ich kenne jedenfalls mehr Menschen, die trotz Drogenkonsums "ein normales Leben" führen, als Alkoholiker, die nichts mehr auf die Reihe bekommen. Allerdings soll die kein Plädoyer für Drogen sein). Wahscheinlich empfindest du es als Verlust, weil dir klar ist, dass diese Drogen nicht gut für dich sind und - weder mit noch ohne Behandlung. Deshalb schreibt hier auch keiner "jo, das kann man kombinieren und zwar so". Du hast bisher ein buntes, jugendlich leichtsinniges Leben gehabt - und nun hat sich etwas verändert. Partytime over !!! Hat auch etwas Gutes, wer weiß, in welche Richtung sich dein Leben verändert ? Vielleicht denkst du in paar Jahren sogar positiv über diese erstmal erschreckende Veränderung ? Es wird etwas an die Stelle kommen, die du jetzt als Verlust empfindest.
Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute und dass du jetzt die Hilfe und Unterstützung bekommst, die du brauchst, um mit der Erkrankung leben zu können und dass du keine Schmerzen mehr hast.
Liebe Grüße, Tina