Entspannen
Hallo,
Den Schmerz einfach ignorieren?
Diese oft gehörte Aussage bringt mich - und wahrscheinlich die meisten Betroffenen - nicht wirklich weiter.
Meine Devise war und ist, die Erkrankung als solches erst einmal zu akzeptieren. Wenn klar ist, dass man selbst ohne eigenes Verschulden und ohne wirkliche Aussicht auf Heilung chronisch erkrankt ist, dann ist der erste Schritt getan.
Die Mittelchen heilen nicht, sondern helfen mehr oder weniger dabei, die Symptome zu bekämpfen oder sie nicht mehr so stark wahrzunehmen.
Meine persönliche Erfahrung ist, dass auch unheimlich viel vom Kopf (der Psyche) gesteuert wird.
Deshalb habe ich für mich erst einmal eine Bestandsaufnahme gemacht:
- In welchen Situationen geht es mir wirklich schlecht?
Zunächst kläre ich, was kann ich selbst tun kann, um diese Situationen zu vermeiden.
Ich mache mir eine eine Liste, priorisiere die Punkte und versuche vor allem nicht alles auf Einmal anzugehen.
Falls ich glaube die Situationen nicht selbst verhindern zu können, stelle ich das Thema zurück und überlege mir später, ob es wirklich keine Lösung gibt.
- In welchen Situationen geht es mir gut?
Solche Situationen kennt jeder. Meistens macht man sich die Auslöser des "Wohlfühlens" aber nicht bewusst.
Nach dem Bewusstmachen (aufschreiben) kläre ich, was ich selbst tun kann, damit diese Situationen häufiger eintreten.
Falls ich glaube, dass ich darauf keinen Einfluss habe, parke ich das Thema. Irgendwann fällt mir hierzu vielleicht doch noch eine Lösung ein.
Das mag sich alles sehr theoretisch lesen, hat bei mir aber funktioniert.
Beispiel zur 1. Fragestellung
Ich habe festgestellt, dass es mir immer wieder mies ging, wenn ich mit meinem Chef unerfreuliche Disussionen geführt habe. Irgendwann habe ich ihn einfach darauf angesprochen und ihm gesagt, wie sein Verhalten auf mich wirkt. Er war völlig überrascht von meiner Offenheit. Seit dieser Aussprache gibt es kaum noch Probleme zwischen uns und ein Negativ-Faktor ist weggefallen.
Beispiel zur 2. Fragestellung
Mir ist aufgefallen, dass ich mich wohl fühle, wenn ich nur für mich selbst da sein kann und mir in dieser Zeit keiner reinredet, was ich wie tun oder lassen soll.
Das hört sich jetzt erst einmal so an: Vom Partner trennen, Freunden den Rücken kehren, Kündigen u.s.w.. Aber weit gefehlt:Von Zeit zu Zeit ein wenig Abstand (für Stunden oder einzelne Tage) kann Wunder wirken.
So nehme ich mir mehrmals im Jahr einen Tag Auszeit von allem. Meistens verbringe ich diesen Tag alleine (!) in einem Wellness-Bad und lasse es mir dort gutgehen. Dort lese ich ein Buch, gehe schwimmen, sauniere, lasse mich massieren, trinke Kaffee oder mache einfach mal gar nichts.
Die an solchen Tagen "getankte" Energie hilft mir dabei die übrige Zeit besser durchzustehen. Inzwischen merke ich ganz gut, wenn es mal wieder Zeit für einen Tag Auszeit ist.
Beste Grüße
Kölner