das ist alles relativ ;-)
Hallo an alle,
ich bin der Meinung, dass das alles relativ ist. Jeder geht mit Krankheit anders um und das ist auch gut so.
Was ist nicht ok finde ist, wenn Menschen in Schubladen gesteckt werden. Es wird schnell be- und verurteilt. Wer viel über Krankheit redet, hat sonst nichts im Leben, wer wenig redet, kommt vermeintlich mit Krankheit klar, wer Arbeit und Familie hat, ist nicht krank weil er keine Zeit dazu hat und Rentner machen nichts anderes als über Krankeheit nachzudenken.
Da sind wieder die typisch deutschen Schubladen, wer ist besser, wer ist schlechter, wer kann sich rühmen, wer muß sich verstecken ;-)
Dies ist ein "Rheuma-Forum" und deshalb ist das ausführliche berichten m.E. am richtigen Platz. Der eine hat sonst niemand zum reden, der andere möchte tiefergehende Informationen, der nächste möchte lachen und der andere wiederum ernst diskutieren.
Und das Schöne an der Sache?? Es ist Platz für alle
Ich finde es wichtig, dass jeder sich mit sich und seinem Leben auseinander setzt. Die Krankheitsbewältigung ist m.E. unumgänglich. Aber es gibt soviele unterschiedliche Phasen, der eine bleibt länger in einer, der nächste verarbeitet schneller und der dritte evt garnicht, was ich aber nicht "verwerflich" finde, sondern akzeptiere.
Das Akzeptieren der Erkrankung verläuft in verschiedenen Phasen, das Erkennen, der Schock darüber, das Ignorieren, die Wut und der Frust, evt. Depressionen, vielleicht später auch Akzeptanz und Ausgeglichenheit, die aber je nach Krankheitsverlauf unterschiedlich verlaufen, mehr oder weniger lang sind.
Deshalb finde ich das Reden über Erkrankungen nicht schlimm. Wenn jemand viel darüber redet, reden muß, dann wagt er den Schritt nach außen, was m.E. besser ist als alles in sich reinzufuttern. Der nächste möchte Mitleid, weil er meint, dann damit besser klarzukommen. Der nächste sammel viel Informationen, weil er meint, daß er es braucht.
Wenn jemand wiederum weniger darüber redet heisst es nicht zwangsläufig, daß er mit seiner Erkrankung besser klarkommt. Vielleicht ignoriert er sie, vielleicht übergeht er sie, vielleicht versucht er angestrengt ein "normal gesundes" Leben zu führen, was wohl nur einige Zeit funktioniert.
Ich habe früher viel über Krankheit geredet. Ich bin mit 22 Jahren erkrankt und bereits mit 26 Jahren in EU-Rente gewesen. Im Rückblick muß ich sagen, daß dies ein Schock, ein Trauma gewesen ist und deshalb nur zu verständlich, dass ich reden, reden, reden musste.
Heute sehe ich vieles gelassener, natürlich rede ich über Krankheit, wenn ich Lust dazu habe, wenn ich meine, daß es passt, wenn die Zeit dafür vorhanden ist. Ich muß nichts verschweigen, aber ich muß es auch nicht der ganzen Welt sagen und mich beweisen.
Trotzdem denke ich nicht, dass ich deshalb "ein besserer Mensch" bin

Ich habe so zahlreiche Interessen, die ich immer wieder an meine körperlichen Möglichkeiten anpasse. Es gibt soviel was ich lernen und wissen möchte.
Es gibt hier Platz für alle und ich denke, daß dieses "wer ist kränker", "wer nimmt stärkere Medis", "wer räumt seiner Erkrankung mehr Zeit ein" keine Form des Umganges miteinander und untereinander ist.
Ich denke jeder von uns, war mal ganz tief unten und dankbar, dass andere für ihn da waren. Sie haben zugehört, ihn aufgebaut und motiviert. Und DAS sollte nicht vergessen werden, auch wenn es einem selbst besser oder sogar gut geht.
I.d.R. wird man von einer rheumatischen Krankheit nicht geheilt. Man erreicht evt. eine Remission oder einen Rückgang der Aktivität, aber nur weil man stärkere Medikamente nimmt, ist man nicht geheilt oder gesund. Die Medikamente helfen nur ein schmerzfreieres Leben zu führen. Und in dem Augenblick sollte jeder daran denke, daß es ihm auch sehr schlecht gehen könnte und er aufgefangen werden muß.
Deshalb: Nicht nach unten treten, denn meisten kommt man an diesen Leuten irgendwann wieder vorbei


ausserdem sollte man das, was man selbst positiv erfahren hat, weitergeben, denn so funktioniert Selbsthilfe.
In diesem Sinne
Sabinerin