Hallo Autotoxicus,
nach Deinem letzten Posting verstehe ich dann auch Deine Namenswahl…
Der Ausbruch einer Autoimmunerkrankung ist quasi immer ein Zusammenspiel von prädisponierenden HLA-Merkmalen und Stress verschiedenster Ursache. Das können, wie Du bei Dir vermutest, Umweltgifte sein, das kann aber auch psychischer Stress sein, Fehlernährung, chronische Infektionen (z.B. EBV) u.s.w.. Diese Umweltfaktoren/Stressfaktoren führen zu erhöhtem oxidativem Stress und nitrosativem Stress – dadurch wiederum kann es zu Stoffwechselstörungen innerhalb der Zelle kommen (Mitochondriopathien etc.) und Eiweißbausteine der Zellmembran, und wohl auch die HLA-Antigene, werden verändert, und dadurch vom Immunsystem verwechselt und als fremd angesehen (Stichwort Citrullierung von Eiweißen). Durch den erhöhten oxidativen/nitrosativen Stress wird außerdem vermehrt Glutathion verbraucht und Giftstoffe werden dadurch noch schlechter ausgeschieden, die das Ganze dann noch mehr anheizen. In Deutschland hat Dr. Bodo Kuklinski (Umweltmediziner aus Rostock), in Amerika Dr. Martin Pall dazu viel geforscht und veröffentlicht (falls Dich die Materie interessiert, gib einfach mal „nitrosativer Stress“, Mitochondriopathie“ ein bzw. NO/OHNOO Cycle diseases). Auf jeden Fall gehen beide Forscher davon aus, dass v.a. der nitrosative Stress gemeinsame Ursache von vielen chronischen Erkrankungen, so auch den rheumatischen, ist.
Was Umweltgifte als Auslöser betrifft: warum der eine Umweltgifte gut ausscheiden kann, der andere aber schlecht (mit der Folge von CFS, Rheuma etc.), liegt auch an der genetischen Ausstattung der verschiedenen Entgiftungs-Enzym-Systeme. Es gibt hier drei Typen: Wildtypen (mit unbeeinträchtigter Entgiftungsleistung), heterozygote Typen (ein gutes und ein defizitäres Entgiftungsgen, das ist die Mehrheit) und homozygote Typen (mit stark eingeschränkter Entgiftungsleitung).
Der Text ist ohne Anspruch auf absolute Korrektheit und das Ganze ist auf jeden Fall stark vereinfacht dargestellt…. So habe ich es jedenfalls ungefähr verstanden…
Das Problem bei den Autoimmunerkrankungen ist v.a., dass, auch wenn der auslösende Stressfaktor längst abgestellt ist, sich das Ganze längst verselbstständigt hat- und auch durch die Gedächtniszellen des Immunsystems aufrechterhalten wird. Nichtsdestotrotz halte ich es für eine gute Idee, zu entgiften, chronische Erregerbelastungen, wenn möglich, abzustellen, Stress zu reduzieren etc… Einen gewissen positiven Einfluss hat das mit Sicherheit.
LG Anni