Undifferenzierte Kollagenose und Erkältung

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Maggie465, 11. Oktober 2017.

  1. Maggie465

    Maggie465 Registrierter Benutzer

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    Hi!

    Seit 2015 gibt es bei mir einen Verdacht auf Kollagenose. Bis jetzt komme ich ohne Medikamente aus. Nur wenn ich erkältet bin und auch die Zeit danach, werden die Beschwerden um einiges schlimmer. Gelenkbeschwerden an Hände,Füsse, trockene Augen und Entzündungen. Manchmal auch Benommenheit und Erschöpfung. Es dauert dann Wochen bevor mein Körper wieder einigermaßen funktioniert. Kennt ihr das auch verstärkt nach eine Erkältung? Ich denke dann, es ist doch nur eine Erkältung. Kann mich doch nicht so sehr umhauen?
     
  2. autotoxicus

    autotoxicus Mitglied

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    Ich persönlich kenne da genau anders herum.
    Damals hatte Ich zusätzlich im Abstand von 3 Wochen und später 6 Wochen (hätten den Kalender danch markieren +-1Tag genau) Schübe durch meine Mischkollagenose. Wenn aber zwischendurch eine ernste Erkältung mit Fieber dazwischengekommen ist, hat sich der nächste Schub weiter rausgezögert. Ich fühle mich auch bei maßvollen Erkältungen ohne Fieber aber mit reichlich Entzündung im Kopf-/Atemwegsbereichs sogar allgemein vom Körpergefühl her fitter als normal durchs Sjögren-Syndrom. Als ob mein Immunsystem bloß zwanghaft irgendwas zu tun haben will. Und wenn's da halt nicht gibt, geht's eben gegen den eigenen Körper.

    Ich schätze aber das erfährt jeder anders.
     
  3. Elinor

    Elinor Guest

    Hallo Ihr beiden,
    beides, was ihr beschreibt, kenne ich auch.... Erkältungen knocken mich auch immer komplett aus - nicht nur, dass die Erkältung langwieriger und heftiger ist als früher, auch die Kollagenosesymptome sind schlimmer.... Bin in den Wintermonaten schon immer voll panisch, mich irgendwo anzustecken. Andererseits rede ich mir dann immer ein, dass es mir bestimmt insgesamt wieder gut geht, wenn der Erkältungserreger erst mal im Griff ist, und finde es irgendwie angenehm, mal einen normalen Grund für`s Kranksein zu haben.... Und autotoxicus, dass das Immunsystem bloß immer irgendwas zu tun haben will, kenne ich auf - aber auf die reinen Kollagenosesymptome bezogen: mal habe ich tagelang Schmerzen/Brennen im Herzbereich, dann werden die besser und die autoimmune Energie wandert anderswo hin, z.B. zum Leberbereich...so ist das mit vielen Symptomen, echt komisch. Ich hatte übrigens bis zum Kollagenoseausbruch 20 Jahre lang eine trockene, juckende Stelle am Schienbein- die ist mit dem Ausbruch der Kollagenose verschwunden und nie wieder gekommen (ich würde sagen, das war ein schlechter Tausch...)
    LG Anni
     
  4. autotoxicus

    autotoxicus Mitglied

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    Offtopic
    Ich habe ja grob zwei Theorien warum es bei mir zu diesen Autoimmunerkrankungen gekommen (in Fachkreisen werden ja verschiedenste Überzeugungen für mögliche Auslöser). Die Eine davon ist, dass ich beruflich als Zimmerer Umgang mit Holzschutzmitteln hatte. Das man mal ein paar feine Spritzer auf die Haut kriegt und die Dämpfe bzw. belasteten Holzstaub einatmet lässt sich in der Praxis nicht vermeiden, denn auf einer Baustellen am besten in der größten Sommerhitze läuft ja kein Mensch in Vollschutzanzug mit Gasmaske rum und Arbeitgeber stellen solche Mittel auch nicht.
    Das könnte dann entweder zu einer chronischen Vergiftung oder einer beginnenden Krebserkrankung geführt haben. Auf jeden Fall meine Theorie ist, dass das Immunsystem über einen langen Zeitraum gut zu tun hatte (sei es eben auch mit einer chronischen Infektion) und stark genug war um selbstständig irgendwann das Problem erfolgreich zu beseitigen aber dann nicht mehr damit aufhören kann so stark zu arbeiten.
     
  5. Elinor

    Elinor Guest

    Hallo Autotoxicus,

    nach Deinem letzten Posting verstehe ich dann auch Deine Namenswahl…

    Der Ausbruch einer Autoimmunerkrankung ist quasi immer ein Zusammenspiel von prädisponierenden HLA-Merkmalen und Stress verschiedenster Ursache. Das können, wie Du bei Dir vermutest, Umweltgifte sein, das kann aber auch psychischer Stress sein, Fehlernährung, chronische Infektionen (z.B. EBV) u.s.w.. Diese Umweltfaktoren/Stressfaktoren führen zu erhöhtem oxidativem Stress und nitrosativem Stress – dadurch wiederum kann es zu Stoffwechselstörungen innerhalb der Zelle kommen (Mitochondriopathien etc.) und Eiweißbausteine der Zellmembran, und wohl auch die HLA-Antigene, werden verändert, und dadurch vom Immunsystem verwechselt und als fremd angesehen (Stichwort Citrullierung von Eiweißen). Durch den erhöhten oxidativen/nitrosativen Stress wird außerdem vermehrt Glutathion verbraucht und Giftstoffe werden dadurch noch schlechter ausgeschieden, die das Ganze dann noch mehr anheizen. In Deutschland hat Dr. Bodo Kuklinski (Umweltmediziner aus Rostock), in Amerika Dr. Martin Pall dazu viel geforscht und veröffentlicht (falls Dich die Materie interessiert, gib einfach mal „nitrosativer Stress“, Mitochondriopathie“ ein bzw. NO/OHNOO Cycle diseases). Auf jeden Fall gehen beide Forscher davon aus, dass v.a. der nitrosative Stress gemeinsame Ursache von vielen chronischen Erkrankungen, so auch den rheumatischen, ist.

    Was Umweltgifte als Auslöser betrifft: warum der eine Umweltgifte gut ausscheiden kann, der andere aber schlecht (mit der Folge von CFS, Rheuma etc.), liegt auch an der genetischen Ausstattung der verschiedenen Entgiftungs-Enzym-Systeme. Es gibt hier drei Typen: Wildtypen (mit unbeeinträchtigter Entgiftungsleistung), heterozygote Typen (ein gutes und ein defizitäres Entgiftungsgen, das ist die Mehrheit) und homozygote Typen (mit stark eingeschränkter Entgiftungsleitung).

    Der Text ist ohne Anspruch auf absolute Korrektheit und das Ganze ist auf jeden Fall stark vereinfacht dargestellt…. So habe ich es jedenfalls ungefähr verstanden…

    Das Problem bei den Autoimmunerkrankungen ist v.a., dass, auch wenn der auslösende Stressfaktor längst abgestellt ist, sich das Ganze längst verselbstständigt hat- und auch durch die Gedächtniszellen des Immunsystems aufrechterhalten wird. Nichtsdestotrotz halte ich es für eine gute Idee, zu entgiften, chronische Erregerbelastungen, wenn möglich, abzustellen, Stress zu reduzieren etc… Einen gewissen positiven Einfluss hat das mit Sicherheit.

    LG Anni
     
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  6. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Genau - hat noch wer eine schlaue "Idee"?
     
    #6 12. Oktober 2017
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2017
  7. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Meine Kollagenose ist keine Vergiftung, also wa soll da entgiften bringen ?

    Zu Erkältungen, ich bin selten erkältet bzw. habe sehr selten Infekte.
     
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  8. autotoxicus

    autotoxicus Mitglied

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    Ich verstehe nicht wieso hier gewisse Leute sich von jedweden Theorien direkt angegriffen fühlen müssen. Ihre wisst genauso wenig wie alle Anderen was der Auslöser eure Autoimmunerkrankung war. Niemand kennt wirklich die auslösenden Prozesse und ihr kennt sie mit Sicherheit genauso wenig.

    Du kannst das genau genommen garnicht wissen.
    Es ist doch offensichtlich, dass man nicht auch nur annähernd alles mitkriegt was sich im eigenen Körper so abspielt. Genauso wenig kriegt man alle systemischen Belastungen/negativen Prozesse so schnell mit und schlimmstenfalls ist nichtmal die Medizin in der Lage sie nachzuweisen obwohl diese im Extremfall sogar wohl bekannt sind.
    Eine chronische Vergiftung verursacht normalerweise ausschließlich Müdigkeit und Erschöpfung (schlimmstenfalls noch Kopfschmerzen) und das kann man dann ganz leicht auf die Autoimmunerkrankung schieben. Viele giftige Dämpfte sind unsichtbar und geruchlos (inkl. die von Holzschutzmitteln), höchstwahrscheinlich weiß man garnicht wenn man entsprechenden Ausdünstungen im Wohnraum oder Arbeitsplatz ausgesetzt ist und den Einen macht es krank während der Körper von Anderen in der Lage ist die Engiftungsleistung dafür zu leisten.
    Genauso gibt es schleichende Infektionen von denen man im Zweifelsfall nicht sonderlich viel mitkriegt.
    Es gibt erwiesener Maßen Menschen die potenziell immun gegen Krebs während es bei Anderen in ihrer Vererbungslinie massenhaft Krebserkrankungen auftreten. Ich glaube allerdings, dass es unwahrscheinlich ist das die Ersteren nie bösartig entartete Zellen entwickeln sondern das deren Immunsystem besser in der Lage ist diese frühzeitig zu finden und erfolgreich zu beseitigen.
    Derartige Prozesse kriegen wir alle nicht mit, wir Menschen merken noch nicht mal den ganzen Tag wie unser Herz schlägt.
     
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  9. Elinor

    Elinor Guest

    Nein, Kollagenosen sind ganz sicher keine reinen „Vergiftungen“, das habe ich auch nicht behauptet, genauso wenig kann man Kollagenosen durch Entgiftung heilen, das wäre schön, aber würde schon allein an den Gedächtniszellen scheitern.

    Immunsystem und die verschiedenen enzymatischen Entgiftungssysteme des Körpers beeinflussen sich aber gegenseitig – das hat die Grundlagenforschung festgestellt. Dazu gibt es einschlägige Literatur. Dass das für die körpereigene Entgiftung so wichtige Glutathion durch chron. Entzündungen übermäßig verbraucht wird, ist da nur ein Aspekt.

    Das ist bestimmt nicht bei jedem Rheumatiker ein entscheidender Faktor, aber für mich persönlich war eine Entgiftung ganz hilfreich. Nach 10 Jahren Kollagenose war ich mit meinem Glutathion komplett im Keller (vor 8 Jahren, also relativ zu Beginn der Kollagenose, war der Wert noch unauffällig). Und nach ca. 5-6 Jahren Kollagenose bekam ich heftigste Schlafstörungen und die Haut wurde immer unreiner. Diese beiden Probleme (die anscheinend eine Folge der Kollagenose waren) sind tatsächlich durch Entgiftung besser geworden, mein Glutathionwert ist wieder in der Norm. Die Kollagenose selbst ist weitgehend unbeeindruckt…. Aber immerhin, ich bin froh, dass zumindest mal irgendwas besser geworden ist… Ich selbst habe eine chronisch-progrediente Kollagenose- mag sein, dass es bei den schubförmigen Verläufen anders aussieht und da nicht so viel Glutathion verbraucht wird.

    Andererseits glaube ich, dass in manchen Fällen eben auch Gifte einen Faktor für die Auslösung einer rheumatischen Erkrankung darstellen KÖNNEN. Der Meinung sind jedenfalls nicht wenige Rheumatologen- die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen, was nicht nur auf bessere Diagnostik zurückzuführen ist. Sehr interessant in dem Zusammenhang finde ich Studien, die aufzeigen, dass Lupus in den USA bei dunkelhäutigen Menschen besonders häufig ist, was u.a. an den begünstigenden HLA-Merkmalen liegt. Schaut man sich aber Westafrikaner mit denselben HLA-Merkmalen an, so sind hier die Lupuszahlen extrem niedrig. Das wurde von den Forschern so interpretiert, dass eben neben Unterschieden im Lifestyle in den USA mehr Umweltgifte (in Luft und Nahrungsmitteln) am Wirken sind und die Genetik zwar wichtig, aber nie allein verantwortlich ist.

    VG Anni
     
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