Hallo Bise,
ich habe fast 2 Jahre lang Enbrel genommen und nun gerade den Wechsek zu Humira hinter mir.
Grund für den Wechsel war, dass ich immernoch phasenweise starke Schmerzen hatte und zudem generell 2-3 Tage lang nach jeder Spritze Magen-Darm-Probleme auftraten. Nachdem alle anderen Ursachen durch Magen- und Darmspiegelungen, Allergien, Unverträglichkeiten etc. ausgeschlossen werden konnten, versuche ich nun mein Glück mit Humira.
Wir haben das Enbrel einfach abgesetzt und wenige Tage später mit dem Humira begonnen. Viel kann ich noch nicht dazu sagen, außer dass ich einen sehr trockenen Mund, Rachen und Hals habe. Aber ich habe mir offenbar einen Virus eingefangen (meinem Mann sei "Dank") und liege momentan eh halbwegs flach - es kann also auch damit zusammenhängen. Das Ansteckungsrisiko, bedingt durch die Immunsuppression, ist eh bei beiden Medikamenten gegeben.
Allerdings musste ich bei den vielen doch gravierenden Nebenwirkungen doch erstmal schlucken und tief durchatmen. Enbrel hat ja auch schon einiges dazu angegeben, aber ich empfand es eim Humira noch etwas gravierender - wobei es allerdings auch schon eine Weile her ist und ich nicht beide nebeneinander vergleichen konnte. Es mag also ein rein subjektiver Eindruck gewesen sein.
Angenehm finde ich, dass ich jetzt nur noch alle 14 Tage spritzen muss, dass macht einen doch etwas flexibel und man hat bei einigen Reisen, zumindest bei denen unter 2 Wochen, die Chance, sich den Aufwand mit dem gekühlten Transport mit den Spritzen ersparen zu können.
Mir steht jetzt eine Reise bevor, bei der ich 13 h unterwegs bin, abgesehen von einem 4-stündigen Flug nur in öffentlichen Verkehrsmitteln. Da frage ich mich schon, wie ich das hinkriege. Aber irgendwie wirds schon klappen.
Zurück zum Thema. Rein von den Spritzen her sehe ich keinen großen Unterschied. Beide haben kleine, feine Nadeln und wenn man etwas Übung hat, ist das alles halb so wild. Vieles ist "Kopfkino". Ich habe noch nie einen Pen probiert, das liegt daran, dass ich gern selber die Kontrolle habe und somit normale Spritzen bevorzuge.Stumpfe Spritzen, wie meinst du das? Das hatte ich noch nicht. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass man schon etwas auf den Einstichwinkel achten muss, dann gehts leichter. ;-)
Humira brannte zumindest bei der ersten Spritze etwas weniger als Enbrel, fand ich. Aber auch Enbrel ließ sich ertragen. Ich werde den Tip von Igtook mal befolgen und die Desinfektion komplett trocken lassen, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Danke für den Hinweis!
Dem Ratschlag meines Rheumatologen folgend, spritze ich abends kurz vorm Schlafengehen,um eventuell auftretende Übelkeit in den ersten Stunden zu verschlafen.Davon habe ich bei beiden Medikamenten bisher wenig gemerkt.
Eine Kombi mit anderen Medikamenten habe ich nicht. MTX vertrage ich überhaupt nicht, da behalte ich kein Essen bei mir. Sulfasalazin hat nicht gewirkt
Übrige Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, unerholter Schalf, Kopfschmerzen, Druckempfindlichkeit etc. sind vorhanden, aber aus meiner Sicht nicht eindeutig auf das Humira bzw. früher Enbrel zurückzuführen, da ich auch eine Hashimoto Thyreoiditis (Schilddrüsenunterfunktion) habe.
Zu Blutkontrollen ging ich anfangs alle 14 Tage, dann später einmal im Monat, zuletzt waren es so alle 2 Monate. Beim Humira anfangs erstmal wieder häufiger, bis sich auch da eine gwisse Routine eingestellt haben wird und sofern alles unauffällig ist.
Ich habe heute erstmals mit Abbott Care telefoniert und fand die Betreuung sehr gut, zuvorkommend und nett. Bin noch nicht für das Patientenprogramm angemeldet, das kommt aber noch.
Ich hoffe,meine Antwort hilft dir etwas weiter.
Gruß
Jandhi