Hallo,
ich hatte damals eine Punktion des Kniegelenks bei meinem ehemaligen Rheumatologen.
In der Kultur, die aus der entfernten Gelenkflüssigkeit angelegt wurde, wurden Staphylokokken gefunden.
Er wollte dann noch einmal unter OP-Bedingungen nachsehen lassen (weil nicht klar war ob die Staphylokokken wirklich im Knie sind oder hinterher die Kultur verunreinigt wurde), der Operateur der das machen sollte, hat ihn dann aber überredet das Gelenk gleich zu spülen. Soweit ich das erinnere (ist jetzt 8 Jahre her), hat er gespült, Antibiotika im Gelenk "hinterlassen" und in der neuen Kultur die angelegt wurde, war dann nichts mehr. Das war allerdings totales Chaos in dem kleinen Kreiskrankenhhaus - die eine Hand wusste nicht was die andere tat.
Dass ich in der Folge eine fulminante Lungenembolie hatte und daran beinahe über den Jordan gegangen wäre, steht auf einem anderen Blatt - eine noch spätere Punktion ergab aber, dass das Knie sauber war.
Ob jemals etwas war oder einfach nur die erste Kultur verunreinigt war, werde ich nie wissen - nur, dass mir bestimmt niemand mehr irgendwas punktiert.
Meines Wissens sind Staphylokokken häufig - auf der Haut und ich glaube im Rachenbereich sind sie relativ normal. Nur im Gelenk hat der Körper keine Chance sich dagegen zu wehren, die Abwehrmechanismenn sind dort nicht darauf eingerichtet und das Bakterium hat relativ freie Bahn - wenn man nichts tut.
Ich erinnere mich verschwommen dass die Arzthelferin bei der Punktion die Nadelverschweißung zu früh aufmachte - und dann sagte, als der Arzt sagte dass er erst vorbereiten muss: "Oh, jetzt habe ich die aber schon aufgemacht! Soll ich eine neue nehmen?" - Er: "wenn sie sonst nichts gemacht haben, nehmen wir die hier".
Wenn es das mal nicht war was gereicht hat...
Mich hat es auf jeden Fall mit allen Komplikationen ein Jahr meines Lebens gekostet - ich war aber glücklicherweise erst 22 und habe das alles körperlich gut weggesteckt.
Ich hoffe das deine Tante das auch gut hinkriegt und wünsche euch alles Gute.