Ultimate leidet wohl bzw. wahrscheinlich unter etwas, was bereits zur Volkskrankheit wird. Nämlich Hypochondrie. Nein, ich bin kein Psychologe, aber litt als ganz junger Mensch selber etliche Jahre darunter und weiß, wie quälend es ist. Die meisten haben es in milderer Form. Bei ihm ist es bereits sehr ausgeprägt. Totale Fixierung auf jede kleinste körperliche Abweichung und sofort die Angst vor tödlichen Krankheiten. Starke Beschäftigung mit dem Körper, und, und, und
Es ist egal, wie sehr man hier versucht, die Angst zu nehmen. Es währt immer nur kurze Augenblicke. Kaum (ich überspitze es mal) kribbelt es im rechten Arm, könnte es ein Herzinfakt sein. Kaum liest man wieder etwas, leidet man genau daran, kurze Zeit später wieder an was anderes.
Die Tatsache, dass er nun wirklich an einer Krankheit leidet, verschlimmert es nur noch. Nun fokussiert sich die psychische Symptomatik auf diese körperliche Krankheit und Ultimate erlebt alle Krankheiten, die auf Grund dieser Krankheit entstehen KÖNNTEN.
Betroffene, und nun spreche ich allgemein, machen damit wirklich alle wahnsinnig. Auch Ärzte verzweifeln daran. Was hilft, ist einzig Therapie. Trotzdem wäre erst mal ein psychiatrischer Notaufenthalt angebracht, damit er mittels Medikamente ein bisschen zur Ruhe kommt.
Ich selbst habe die Hypochondrie besiegt. Erinnere mich aber noch sehr gut daran, wie einschneidend sie war. Ein Pickel im Gesicht (übertriebenes Beispiel) könnte bereits Krebs sein, und ich durchlitt diesen Krebs, als hätte ich ihn tatsächlich. Mit allen Stadien, bis hin zur Todesakzeptanz. Ja - man leidet. Man durchleidet diese Krankheiten, genauso, wie jene leiden, die die Krankheiten wirklich haben. Bekommt man die Bestätigung, dass man die Krankheit/en nicht hat, zweifelt man deren Glaubwürdigkeit an. (Akten vertauscht, ect) oder die Psyche sucht sich eine andere Krankheit, die dann aber definitiv zutrifft. (so das Denken)
Die Ängste sind allumfassend. Sie bestimmen das Leben, sie bestimmen einfach alles. Die nächste Steigerungen wären Panikattacken, die noch dazu kommen können.
Ich kann dir, Ultimate, raten, Dich sofort einweisen zu lassen. Du wirst staunen, wie frei du dich fühlen wirst, wenn man deine Ängste erst mal mit Medikamente behandelt. Natürlich ist das nur ein behandeln der Symptome, nicht der Ursache. dafür brauchst du Therapie. Aber erst mal wäre ein Notaufenthalt zur Stabilisierung sehr angebracht.
Und natürlich hat deine körperliche Krankheit AUCH damit zu tun. Du stehst ja unter Dauerstress.
Sprich beim Arzt ruhig die Hypochondrie an und bitte darum, dies mal zu hinterleuchten. Man wird offen zu dir sein und dir sagen, wenn es zutrifft. Um diese Krankheit fest zu stellen, benötigt man keine allumfassenden Differenzialdiagnostiken.
Hier ein erster Einblick:
http://www.seele-und-gesundheit.de/diagnosen/hypochondrie.html
Den Vorwurf, dass man hier nicht diagnostizieren sollte, habe ich vor dem Schreiben bereits vernommen. Manchmal hilft es aber wirklich, nicht um den heißen Brei zu schreiben. Und ich weiß nicht nur deswegen, was ich hier schreibe, weil ich selbst betroffen war, sondern weil ich mich ziemlich gut auskenne.
Letztendlich ist es nur ein Tipp, - eine Eventualität, die er - so mein Rat - beim Arzt explizit erfragen soll.
Fakt ist, womit ich ende:
Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, ihm HIER die Ängste nehmen zu wollen. Das wird (leider) nichts.