Hallo nochmal,
du fragst ja nach den Medikamenten: ich habe immer etwas Angst, dass man hier keine Schleichwerbung machen darf - aber andererseits ist ja auch von vielen Rheumamitteln die Rede - wird also nicht schlimm sein.
Ich nehme als Magenschutz Nexium mups 2x täglich 20-40 mg (je nachdem wie gut es dem Magen geht). Erst seit ich das Mittel morgens und abends nehmen, merke ich, dass mein Magen etwas Ruhe gibt. Zudem versuche ich immer darauf zu achten, insbesondere das Cortison und den Entzündungshemmer nicht auf leeren Magen zu nehmen. Manchmal esse ich ein paar Sesamstangen dazu oder ein 2-3 Vollkornkekse oder ein Stück Brot.
Meine anderen Medikamente sind aktuell:
Tilidin (Opiat) 50mg - morgens und abends (wenn es schlimm ist 100mg abends)
Meloxicam 7,5 mg - auch morgens und abends (Entzündungshemmer - gezielt auf die Wirbelsäule wirkend - hilft mir viel besser als Ibuprofen oder Arcoxia, die ich vorher genommen habe)
dann aktuell nur noch 5mg Cortison (Lodotra - nimmt man um 22:00 Uhr - wird dann nachts ausgeschüttet)
und morgens und abends Normast (gegen neuropathische Schmerzen) - aber das schleiche ich demnächst aus - bringt nicht viel...
Es ist leider nicht so, dass mich diese ganzen Medikamente schmerzfrei machen - aber ich komme viel besser durch den Tag als noch vor einigen Monaten. Ob man mit Opiaten anfängt, würde ich aber gut überlegen... Bei mir war durch ein Schrottknie und den 2. Bandscheibenvorfall mit Stenose einfach ein Schmerzgrad erreicht, bei dem es nicht mehr anders ging. Ich bin aber auch in ziemlich regelmäßiger Betreuung durch einen wirklich guten Schmerztherapeuten.
Trotzdem gefällt mir das Suchtpotential von Tilidin nicht wirklich - ich spüre schon, wenn ich es nicht pünktlich nehme, dass mein Körper sich sehr daran gewöhnt hat.
Meine genaue Rheumdiagnose werde ich wohl erst nächste Woche erhalten - vermutlich ist ein nicht unerheblicher Anteil der Schmerzen (insbesondere in den Händen, am ISG...) auch durch die reaktive oder rheumatoide Arthritis bedingt - mögen diese Probleme dann durch eine Basistherapie in den Griff kommen. Dann möchte ich auch gerne ohne Tilidin auskommen - aber ganz ohne Medikamente wird es wohl nicht gehen.
Es ist für Außenstehende kaum nachzuvollziehen, was man durch die ganzen Schmerzen mitmacht und wie sehr sich das Leben ändert. Aber wir dürfen nicht aufhören, ganz fest an eine Besserung zu glauben.
Insbesondere die Spiraldynamik werde ich weitermachen, denn dadurch kann man die feinen muskulären und Band-Strukturen einfach doch etwas entlasten.
Es gibt zu diesem Thema übrigens auch eine ganz tolle Homepage - einfach unter Spiraldynamik googeln und einige Literatur/Videos.
Aber jeder muss da sicher seinen Weg finden.
Ich habe festgestellt, dass man bei ISG einfach auch das richtige Maß an Bewegung und Entspannung zu finden. Bei mir ist da Bewegung im warmen Wasser am allerbesten.
Und Stufenlagerung immer mal zwischendurch (bei mir oft erst abends, wenn Job, Kind... Zeit dafür lassen) hilft mir auch, etwas mehr Ruhe in die schmerzenden Strukturen an der LWS zu bringen. Dadurch wird auch der ausstrahlende Schmerz in Po und Bein günstig beeinflusst.
Wir könnten alle auf diese Probleme wohl sehr gut verzichten - da hilft nur positives Denken und die Hoffnung auf langfristige Besserung
Und DANKE für die virtuelle Umarmung! Der Austausch hier tut uns allen sicher sehr gut - man fühlt sich dann nicht so alleine mit den Problemen...
1000 liebe Grüße und einen schönen, möglichst schmerzarmen Urlaub!
anurju
