Hallo Mamaela,
wie bereits in den vorherigen Beiträgen geschrieben: es ist nicht so ungewöhnlich, Schmerzen ohne sichtbare Schwellungen zu haben. Es gibt auch einige Rheuma-Formen, die kaum Schwellungen aufweisen, insbesondere am „Anfang“. Wobei dies durchaus auch „Anfangsjahre“ sein können.
Blöd ist nur, dass man leicht abgewiesen wird. Manch ein Doc übersieht dabei gerne Beschwerden oder auch klare Hinweise auf andere Erkrankungen. Denn nicht jeder kennt sich in jedem Krankheitsbild gleich gut aus, für dafür ist die Anzahl der rheumatischen Erkrankungen einfach zu groß. Insbesondere die Assistenzärzte in den Kliniken sind ja noch am Anfang ihrer „Karriere“, tragen aber oft eine große Verantwortung auf den Stationen. Hinzu kommt, dass nicht jede rheumatische Erkrankung schön klar wie im Lehrbuch beschrieben auf tritt, häufig sind auch noch andere Erkrankungen vorhanden. Wenn man dann auch noch unter einer recht ausgeprägten Fibromyalgie leidet, geschieht es leider des Öfteren, dass diese als einzige Erkrankung diagnostiziert wird, die anderen Symptome ignoriert werden. Beliebt ist auch die Verlegenheitsdiagnose, es sei alles „psychisch“.
Selbst für erfahrene Ärzte ist es nicht immer einfach, eine sichere Diagnose zu stellen. Denn wie o. g. kommt das Erscheinungsbild nicht immer deutlich daher, ist manchmal sogar über Jahre hinweg nicht erkennbar. Man hat die Beschwerden, aber sie sind halt nicht ausgeprägt genug.
Dies sind Erfahrungen, die leider viele hier im Forum erdulden mussten, auch ich. So glaubten mir zwar immer mein niedergelassener Rheumatologe und Hausarzt, aber in den Kliniken waren die Docs so völlig anderer Meinung. Erst in Sendenhorst wurde bestätigt, was bereits vor fast 3 Jahren diagnostiziert wurde. Es wurde jedoch gesagt, ich sei weitgehend in Remission weil weder im Bildgebenden Verfahren noch Labor Entzündungen nachzuweisen seien. Allerdings wurde diesen Sommer während eines erneuten Aufenthaltes das meinerseits lange vermutete Karpaltunnelsyndrom bestätigt. Die zunächst an der rechten Hand durchgeführte OP brachte auch erstaunliches zu Tage: Viele alte vernarbte Entzündungen, die selbst auf dem 13 Stunden vorher gemachten Röntgenbildern nirgends zu erkennen waren. Weswegen der operierende Rheuma-Orthopäde den gleichen Befund nicht nur in der linken Hand vermutet, sondern auch in anderen schmerzenden Gelenken.
Die Remmission zweifle ich an, denn nicht nur die Gelenke schmerzen, sondern vor 3 Wochen hatte ich auch arge Probs mit meinen Augen, bat deswegen auch hier im Forum um Hilfe und fuhr anschließend sofort samstagnachts in die Augenklinik. Glücklicherweise war alles soweit ok, dennoch erhielt ich dort u. a. Cortison-Tropfen.
Mein niedergelassener Arzt zweifelt die Remission ebenfalls an wg. der Beschwerdezunahme, weswegen ich nun die zweite Woche erneut MTX nehme, zusätzlich zum Sulfasalazin. Hoffe dass es in Kombination wirkt, denn alleinig versagte es.
Heute Morgen bin ich übrigens erstmals mit geringen Schwellungen aufgewacht, dafür aber mit einer solch starken Schmerzzunahme, dass ich meine Gehhilfen brauchte.
Ich schrieb Dir etwas ausführlicher, um Dich zu ermutigen, hartnäckig zu bleiben. Denn nur Du kennst Deinen Körper, kannst für ihn eintreten. Und es ist leider nicht ungewöhnlich, dass es manchmal Jahre dauern kann, bis die eigentliche Krankheitsursache gefunden wird. Weil manchmal das Beschwerdebild unklar ist, recht schwach ausgeprägt oder von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen überlagert und somit verfälscht wird. Hier im Forum wirst Du viele User finden, denen es leider ähnlich erging bzw. ergeht wie Dir derzeit.
Ich wünsche Dir wie auch allen anderen schnelle Hilfe und ein möglichst schmerzarmes Rest-Wochenende.
Erika