Rollstuhl oder nicht

Dieses Thema im Forum "Hilfsmittel" wurde erstellt von Nemo336, 31. Juli 2020 um 00:26 Uhr.

  1. Nemo336

    Nemo336 Neues Mitglied

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    Hallo, ich bin Studentin und habe seit ei jgen Jahren Rheuma. Wegen starker, teils unerträglicher Schmerzen, bin ich seit einem Jahr auf Krücken anweisen und trage Spezielle Schuhe für meine geschwollenen Füße. An meinem rechten Fuß haben sich die zehen verkümmr, sodass ich in letzter nur noch komplett aufsetzen kann ohne abzurollen. Zudem schmerzen mein Knie so stark, dass ich fast keine Treppe mehr gehen kann. Ohne Fahrstuhl bin ich aufgeschmissen. Um einen einfachen Gang zum supernarkt zu umgehen nehme ich für wenige hundert Meter den Bus.

    Seit einer Zeit denke ich darüber nach, von Krücken auf Rollstuhl zu Wechseln. Mir tut alles weh und das Laufen nimmt mir jegliche freue am Alltag. Hat hier jmd Erfahrungen damit, von Gehstock etc zu Rollstuhl zu wechseln? Geht das so einfach und wie spreche ich meinen Arzt darauf an?

    LG,
    Louisa
     
  2. teamplayer

    teamplayer Registrierter Benutzer

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    Ja, ich habe seit über einem Jahr einen E-Rolli und bin darüber sehr froh. Mit Gehstöcken schaffe ich vielleicht 100m, mit Rollator ca 400 - 500m. Der Rollstuhl bedeutet für mich Freiheit und Autonomie.

    Ehrlich gesagt habe ich mehr unter den Einschränkungen gelitten und den Rolli nicht als Schritt in die „endgültige Behinderung“ empfunden.

    Wenn ich will, kann ich das Haus verlassen und spazieren gehen, einkaufen, einfach durch die Gegend gondeln oder auch zum Arzt. Ob ich mit dem Taxi oder Rolli fahre, entscheiden Wetter und Entfernung, nicht das Rheuma. Es sei denn, ich bin nicht mehr fahrtauglich. Das kommt auch mal vor.

    Wenn Du das Gefühl hast, ein Rollstuhl ermöglicht Dir verloren gegangene Mobilität, kann ich nur dazu raten, einen zu beantragen. Meine Odyssee ist im E-Rollstuhl-Thread, war schwierig, hat dann aber geklappt. Wobei ich ein richtig gut ausgestattetes, individuell angepasstes Sondermodell bekommen habe und keinen Standard. https://forum.rheuma-online.de/threads/elektrorollstuhl.35365/
     
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  3. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Als erstes würde ich mit dem Rheumatologen erst mal über deine medikamentöse Therapie sprechen, dauerhafte starke Schmerzen und Schwellungen und Gelenkschäden/Verkrümmungen lesen sich für mich, als ob du nicht ausreichend behandelt wirst/wurdest-Rheumamedikamente und Physiotherapie, Schmerztherapie etc..

    In Bewegung zu bleiben wäre wichtig, sonst baust du noch mehr ab, Womöglich kann ja noch was verbessert werden, so dass der Rollstuhl (noch)nicht nötig wäre.
     
    #3 31. Juli 2020 um 11:31 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2020 um 11:41 Uhr
  4. sumsemann

    sumsemann Registrierter Benutzer

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    Schwierige Situation,
    ich würde es auch erstmal wie Lagune sehen. Du bist noch ziemlich jung und mir scheint deine Therapie nicht ausreichend. Allerdings verstehe ich auch, dass du mobiler sein willst. Ich kann nur von mir erzählen, ich saß vor 3 Jahren für einige Zeit im Rollstuhl, allerdings wegen einer mehrfachen Tibiakopffraktur und ich fand es schrecklich. Immer zu den anderen aufschauen, nirgendwo kam man lang oder durch, alleine schon mal gar nicht und das Fahren war auch anstrengend. Ich hatte natürlich auch keinen E Rolli.
    Also ich würde erst alle anderen Optionen abchecken, Rollstuhl höchstens für den Übergang.
    LG Sumsemann
     
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  5. Maine Coonchen

    Maine Coonchen Registrierter Benutzer

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    Hallo Nemo,
    Herzlich Willkommen!
    Ich kenne auch das Gefühl des Zögerns beim Thema Rollstuhl oder nicht. Meine Rheumatologen und behandelnde Ärzte raten mir schon lange für weitere Strecken oder wenn es gesundheitsbedingt nicht geht auf einen Rolli zurück zu greifen. Bisher habe ich es verdrängt und war noch nicht dazu bereit. Erstens wie Sunsemann sagt, ist war, die Male im Leihrollstuhl waren nicht so toll, angefangen von hohen Bordsteinkanten, über zu enge Gänge im Supermarkt und dann die Perspektive immer hoch schauen zu müssen!
    Ich wunder mich deshalb ein bisschen, dass bei deinem schweren geschilderten Verlauf die behandelnden Ärzte noch nicht auf dieses Hilfsmittel angesprochen haben. Deshalb sprich deinen Rheumatologen oder Hausarzt an, um deren Einschätzung und ggf. dann die Beantragung zu bekommen. Auch wenn es schwer fällt, Sport oder Bewegung ist für uns chronisch Kranke das A und O, damit nicht alles einrostet. Denn Schonung in Schüben verzeihen unsere Muskeln nicht und sind derart undankbar! Danach weiß man manchmal nicht, ob es muskuläre oder krankheitsbedingten Einschränkungen mangels Bewegung sind. Also auch mit Rolli, sich bewegen und kleinere Strecken gehen, damit man nicht auf der Strecke bleibt.
     
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  6. B.one

    B.one Registrierter Benutzer

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    Ich stimme Lagune zu. Du solltest mit deinen Ärzten die Therapie anpassen. Vielleicht wäre auf ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll.
    Ich hatte auch lange Zeit Probleme mit den Füßen und konnte nie ohne Schmerzen gehen und schon gar nicht längere Strecken.
    In der Rheuma Orthopädie Sendenhorst ist mir dann endlich geholfen worden.
    Du bisr noch so jung und man verpasst schon vieles, wenn man nicht mobil ist.
    Einen Rollstuhl zur temporären Entlastung ist vuelleicht etwas für dich, aber das Grundproblem deiner Einschränkungen sollte diagnostiziert und dann behandelt werden! Der Rollstuhl sollte bei dir noch nicht die Endlösung sein!
    Bei meinen Fuß OPs hatte ich auch immer einen Rolli und das war auch gut so, nur mit UA Gehstöcken ist echt schwierig.
     
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  7. teamplayer

    teamplayer Registrierter Benutzer

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    Auch im Rolli bewegt man sich. Die kleinen Muskeln arbeiten immer mit, das Gehirn registriert mit den Augen Bewegung und die Muskeln arbeiten leicht mit. Rollstuhl fahren bedeutet nicht, sich in einen fahrbaren Sessel zu begeben. Wollte ich nur mal gesagt haben und das gilt auch für E-Rollis. Außerdem wird Nemo den Rolli nicht permanent nutzen, habe ich zumindest so verstanden. Und wenn schon - eine Auszeit ist sicher ein Gewinn.

    Absenkungen muss man sich merken und mit der Zeit findet man »seine Strecken«. (Dafür gibt eine App.) Bei zu engen Gängen im Supermarkt sage ich immer Bescheid, parkt ein Monteur den Gehweg zu, rufe ich die Firma an. Bei Paketboten warte ich und demonstriere das Problem. Nur so lernen sie dazu und es klappt, oft.

    Das sehe ich auch so und ist ein wichtiger Punkt, dass das Grundproblem wohl nicht ausreichend behandelt wird. Doch würde ich zur Entlastung auf jeden Fall einen Rollstuhl empfehlen. In dieser Situation leiden Körper, Geist und Seele, was einen Schub (zumindest bei mir) chronifiziert und die Behandlung ungleich schwerer macht machen kann. Muss ja nicht für immer sein und wenn doch, ist es eben so. Kaputt ist kaputt.

    Und: Selbst Sport kann man im Rollstuhl machen und Bewegung ist sowieso möglich, das Wort Stuhl ist nicht ohne Grund enthalten. Einem Teraband ist es völlig egal, worauf man sitzt und wer mag, kann zum Rollstuhlsport gehen. Er wird inzwischen in vielen Vereinen angeboten.
     
    #7 31. Juli 2020 um 13:24 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2020 um 13:52 Uhr
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