ThomasM68
Mitglied
Hallo zusammen,
Spot hilft uns, aber wir haben ja etwas andere Anforderungen als Leute ohne Rheuma. Als bei mir CP diagnostiziert wurde, habe ich auch konsequent mit Sport begonnen. Schnell habe ich dann festgestellt, nichts hilft meinen Beinen besser als ein Ergometer. Nach einigen Wochen konnte ich mich aber einfach nicht mehr dazu aufraffen. Das Problem bei mir, in geschlossenen Räumen vor mich hin zu strampeln find ich einfach nur doof und langweilig und konnte mich dazu nicht mehr aufraffen. Nachdem ich dann immer weniger das Ergometer benutzte nahmen meine Knieprobleme schnell wieder zu.
Früher hatte ich bereits festgestellt, das mir Radfahren an der freien Natur auch Spaß macht, habe es dann aber irgendwann durch die damals noch nicht diagnostizierten vielfachen Gelenkprobleme eingestellt. Also hab ich mein Bike wieder fit gemacht und mit kleineren Touren begonnen. Der Spaß war schnell wieder da, aber leider habe ich häufig Probleme gehabt die Beine über die Querstange zu bekommen. Manchmal ging es auch gar nicht. Zudem ging es damit den Knien gut, aber die untere Wirbelsäule und die Handgelenke machten zunehmend mehr Probleme. Beim Mountainbike sitzt man halt stark vorgebeugt und das Gewicht laste auf den Handgelenken. War also auch nichts.
Die Idee mir ein Rheumageeignetes Pedelec zuzulegen war schnell da. Das Konzept musste aber von Anfang an passen, da die Teile wenn man Sie häufig nutzen möchte und sie deshalb haltbar sein sollen schon eine kleine Investition sind. Kleinere Änderungen sind zwar möglich, aber das Grundkonzept musste von Anfang an passen. Dazu kam dann noch es musste mindestens für schlechte Schotterwege, Waldwege und zum Teil starke Steigungen geeignet sein. Ich wohne hier im Kraichgau zum Odenwald hin. In unserer Gegend gibt es einfach nur sehr wenige richtig befestigte Fahradwege. Auf der Straße wollte ich aus mehreren Gründen nicht fahren. Das ist hier einfach zu gefährlich und macht auch keinen Spass. Ich sehe es auch nicht als sinnvoll an, wenn man eine saubere Luft abseits der Straße hat permanent Autogase einzuatmen.
Im 1. Schritt habe ich dann meine Anforderungen so gut als möglich definiert:
· Gabel und Sattel gefedert und gedämpft
· Berggeignete Motorunterstützung und Übersetzung
· Breite gut gedämpfte Reifen
· Tiefeinsteiger mit freiem Durchstieg, gleichzeitig verwindungssteif und belastbar
· Gute Komponenten die auch noch gut funktionieren wenn Sie auf der Tour stark verschmutzen
Als die Anforderungen definiert waren, habe ich einige Zeit im Internet recherchiert und alle Händler in der Umgebung abgeklappert nur um festzustellen „das gibt es nicht“. Angeschafft habe ich mir dann ein Trekkingrad mit Mittelmotor das den Anforderungen recht nahe kam und mit dem Umbau begonnen. Nachdem sich das Konzept in den letzten Monaten bewährt hat, möchte ich euch an meinen Ergebnissen teilhaben lassen. Seit Januar gibt es auch ein Rad von der Stange, das dem von mir umgebauten sogar recht nahe kommt. Das Centourion E-Fire Country F2500.
Hätte ich das vorher gewusst hätte ich noch einige Monate gewartet, meine Glaskugel hatte aber gerade nicht funktioniert.
Zugelegt habe ich mir dann ein Stevens eTriton Forma. An dem habe ich dann in mehreren Stufen Änderungen vorgenommen:
· Sattelstütze Suntour SP12 NCX
· Vorderes Kettenblatt von 18 auf 15 geändert
· Kassette von 11-32 auf 11-36 geändert
· Herrmanns Endorphin Griffe
· Wingee Schutzbleche 52mm breit
· Schwalbe Marathon Mondial Evo TravelStar SnakeSkin DD 50/622
· Brooks B17 Imperial
· Salsa Guide 31.8 Vorbau black/100 mm 25°
· Shimano XT Pedale PD-T8000
Ihr seht hier die Endstufe mit der ich jetzt zufrieden bin. Auf dem Weg dahin habe ich auch einiges gelernt.
· Nur gefederte Parallesattelstützen Federn und dämpfen gut. Finger weg von Teleskopfederstützen. Die verkannten, und Ferung und Dämpfung sind um Klassen schlechter
· Die Federgabel muss von euch selbst eingestellt werden. Die meisten Probleme in den Handgelenken kommen von falsch eingestellten. Zugstufe und Druck könnt auch nur Ihr selbst einstellen, oder Ihr habt einen Händler der sich mit euch gemeinsam die Zeit nimmt. Ist aber nicht schwer.
· Die Reifen können gar nicht breit genug sein. Dadurch könnt Ihr mit recht geringem Luftdruck fahren (ich fahre mit 2,5 bis 3 bar) und habt eine gute Dämpfung durch die Reifen. Die Breite ist leider durch den Rahmen begrenzt und wenn man Schutzbleche dafür selbst anbauen muss, benötigt man etwas handwerkliches Geschick.
· Sättel habe ich einige probiert. Wichtig ist, dass er zu eurem Sitzknochenabstand passt. Den kann man zuhause mit einem Stück Wellpappe selbst messen. Er darf auch nicht zu weich sein. Gelsättel auf längeren Touren sind doof. Besser ist eine möglichst unnachgiebige Sitzfläche. Der Brooks ist für mich ideal, ich möchte euch aber nicht verschweigen, dass der sich an euch anpassen muss. Dann ist er perfekt. Bis er eingefahren ist, ist er unbequem. Das Grundeinfahren war bei mir nach ca. 300 km erledigt. Seitdem wird er mit jeder Tour noch bequemer.
· Ganz wichtig, die Sitzposition. Aufrecht führt zu schmerzen im Rücken, zu weit vorgebeugt belastet unsere Handgelenke zu stark. Ein guter Kompromiss ist es wenn Ihr ganz leicht nach vorne gebeugt sitzt.
Auf den Fotos im Anhang seht Ihr das Höhenprofil einer durchschnittlichen Tour und das Rad. Auf diesem Foto sind aber noch 40/622 Reifen montiert. Die haben sich nicht bewährt weil ich den Druck nicht weit genug absenken konnte ohne das es durchschlägt. Die 50/622 sind nahezu perfekt. Das Höhenprofil ist hier bei uns ganz normal, es geht ständig rauf und runter da ich auch schon recht hoch wohne. Gestrampelt bin ich damit jetzt 1900km in 5 Monaten und meinen Knien geht es hervorragend.
Mit freundlichern Grüßen
Thomas

Spot hilft uns, aber wir haben ja etwas andere Anforderungen als Leute ohne Rheuma. Als bei mir CP diagnostiziert wurde, habe ich auch konsequent mit Sport begonnen. Schnell habe ich dann festgestellt, nichts hilft meinen Beinen besser als ein Ergometer. Nach einigen Wochen konnte ich mich aber einfach nicht mehr dazu aufraffen. Das Problem bei mir, in geschlossenen Räumen vor mich hin zu strampeln find ich einfach nur doof und langweilig und konnte mich dazu nicht mehr aufraffen. Nachdem ich dann immer weniger das Ergometer benutzte nahmen meine Knieprobleme schnell wieder zu.
Früher hatte ich bereits festgestellt, das mir Radfahren an der freien Natur auch Spaß macht, habe es dann aber irgendwann durch die damals noch nicht diagnostizierten vielfachen Gelenkprobleme eingestellt. Also hab ich mein Bike wieder fit gemacht und mit kleineren Touren begonnen. Der Spaß war schnell wieder da, aber leider habe ich häufig Probleme gehabt die Beine über die Querstange zu bekommen. Manchmal ging es auch gar nicht. Zudem ging es damit den Knien gut, aber die untere Wirbelsäule und die Handgelenke machten zunehmend mehr Probleme. Beim Mountainbike sitzt man halt stark vorgebeugt und das Gewicht laste auf den Handgelenken. War also auch nichts.
Die Idee mir ein Rheumageeignetes Pedelec zuzulegen war schnell da. Das Konzept musste aber von Anfang an passen, da die Teile wenn man Sie häufig nutzen möchte und sie deshalb haltbar sein sollen schon eine kleine Investition sind. Kleinere Änderungen sind zwar möglich, aber das Grundkonzept musste von Anfang an passen. Dazu kam dann noch es musste mindestens für schlechte Schotterwege, Waldwege und zum Teil starke Steigungen geeignet sein. Ich wohne hier im Kraichgau zum Odenwald hin. In unserer Gegend gibt es einfach nur sehr wenige richtig befestigte Fahradwege. Auf der Straße wollte ich aus mehreren Gründen nicht fahren. Das ist hier einfach zu gefährlich und macht auch keinen Spass. Ich sehe es auch nicht als sinnvoll an, wenn man eine saubere Luft abseits der Straße hat permanent Autogase einzuatmen.
Im 1. Schritt habe ich dann meine Anforderungen so gut als möglich definiert:
· Gabel und Sattel gefedert und gedämpft
· Berggeignete Motorunterstützung und Übersetzung
· Breite gut gedämpfte Reifen
· Tiefeinsteiger mit freiem Durchstieg, gleichzeitig verwindungssteif und belastbar
· Gute Komponenten die auch noch gut funktionieren wenn Sie auf der Tour stark verschmutzen
Als die Anforderungen definiert waren, habe ich einige Zeit im Internet recherchiert und alle Händler in der Umgebung abgeklappert nur um festzustellen „das gibt es nicht“. Angeschafft habe ich mir dann ein Trekkingrad mit Mittelmotor das den Anforderungen recht nahe kam und mit dem Umbau begonnen. Nachdem sich das Konzept in den letzten Monaten bewährt hat, möchte ich euch an meinen Ergebnissen teilhaben lassen. Seit Januar gibt es auch ein Rad von der Stange, das dem von mir umgebauten sogar recht nahe kommt. Das Centourion E-Fire Country F2500.
Hätte ich das vorher gewusst hätte ich noch einige Monate gewartet, meine Glaskugel hatte aber gerade nicht funktioniert.
Zugelegt habe ich mir dann ein Stevens eTriton Forma. An dem habe ich dann in mehreren Stufen Änderungen vorgenommen:
· Sattelstütze Suntour SP12 NCX
· Vorderes Kettenblatt von 18 auf 15 geändert
· Kassette von 11-32 auf 11-36 geändert
· Herrmanns Endorphin Griffe
· Wingee Schutzbleche 52mm breit
· Schwalbe Marathon Mondial Evo TravelStar SnakeSkin DD 50/622
· Brooks B17 Imperial
· Salsa Guide 31.8 Vorbau black/100 mm 25°
· Shimano XT Pedale PD-T8000
Ihr seht hier die Endstufe mit der ich jetzt zufrieden bin. Auf dem Weg dahin habe ich auch einiges gelernt.
· Nur gefederte Parallesattelstützen Federn und dämpfen gut. Finger weg von Teleskopfederstützen. Die verkannten, und Ferung und Dämpfung sind um Klassen schlechter
· Die Federgabel muss von euch selbst eingestellt werden. Die meisten Probleme in den Handgelenken kommen von falsch eingestellten. Zugstufe und Druck könnt auch nur Ihr selbst einstellen, oder Ihr habt einen Händler der sich mit euch gemeinsam die Zeit nimmt. Ist aber nicht schwer.
· Die Reifen können gar nicht breit genug sein. Dadurch könnt Ihr mit recht geringem Luftdruck fahren (ich fahre mit 2,5 bis 3 bar) und habt eine gute Dämpfung durch die Reifen. Die Breite ist leider durch den Rahmen begrenzt und wenn man Schutzbleche dafür selbst anbauen muss, benötigt man etwas handwerkliches Geschick.
· Sättel habe ich einige probiert. Wichtig ist, dass er zu eurem Sitzknochenabstand passt. Den kann man zuhause mit einem Stück Wellpappe selbst messen. Er darf auch nicht zu weich sein. Gelsättel auf längeren Touren sind doof. Besser ist eine möglichst unnachgiebige Sitzfläche. Der Brooks ist für mich ideal, ich möchte euch aber nicht verschweigen, dass der sich an euch anpassen muss. Dann ist er perfekt. Bis er eingefahren ist, ist er unbequem. Das Grundeinfahren war bei mir nach ca. 300 km erledigt. Seitdem wird er mit jeder Tour noch bequemer.
· Ganz wichtig, die Sitzposition. Aufrecht führt zu schmerzen im Rücken, zu weit vorgebeugt belastet unsere Handgelenke zu stark. Ein guter Kompromiss ist es wenn Ihr ganz leicht nach vorne gebeugt sitzt.
Auf den Fotos im Anhang seht Ihr das Höhenprofil einer durchschnittlichen Tour und das Rad. Auf diesem Foto sind aber noch 40/622 Reifen montiert. Die haben sich nicht bewährt weil ich den Druck nicht weit genug absenken konnte ohne das es durchschlägt. Die 50/622 sind nahezu perfekt. Das Höhenprofil ist hier bei uns ganz normal, es geht ständig rauf und runter da ich auch schon recht hoch wohne. Gestrampelt bin ich damit jetzt 1900km in 5 Monaten und meinen Knien geht es hervorragend.
Mit freundlichern Grüßen
Thomas

