Hallo Traktorresi!
Sprich den Kinderwunsch ganz offensiv mit deinem Rheumatologen an.
Bei mir war es so, dass bei jeder Medikamenten Ein- oder Umstellung die Frage Kinderwunsch genau mitbedacht wurde.
Unter MTX musste ich mich erstmal davon verabschieden, aber unter Sulfasalazine wäre es z.b. gegangen. Und jetzt mit Biologicals... naja. Super ist es nicht für die Familienplanung, aber nach Abwägung des Risikos in begründeten Ausnahmefällen möglich, denn beim Absetzen ging es mir so schlecht, dass ich wahrscheinlich gar nicht schwanger hätte werden können (wenn der Körper durch die Belastung und Schmerzen zu gestresst ist, schützt er sich automatisch selbst vor den Belastungen, die durch eine SSW dazu kämen).
Ich bin die Sache ganz offen mit meinen Ärzten angegangen und hatte das Glück, dass alle sehr offen und hilfsbereit waren. Ich dachte zwischenzeitlich, dass ich gar nicht schwanger werden dürfte (wegen Medikamenten und weil es ohne leider einfach nicht geht). Ich habe viel geweint deshalb, weil mein Kinderwunsch über die Jahre so rgoß geworden ist und ich es mir selbst "verboten" habe, überhaupt daran zu denken. Als ich es dann ganz offen mit meinen Ärzten angesprochen habe, sind auf einmal die Sorgen mehrerer Jahre von mir abgefallen. Wird zwar nicht einfach, aber ich darf und es ist möglich. Seitdem geht es mir um Klassen besser. Auch wenn ich natürlich nicht, weiß, ob es dann wirklich klappt, freue ich mich sehr, dass wir es bald versuchen dürfen
In der Zeit, in der ich MTX genommen habe, ging es mir sehr schlecht. Ich habe es überhaupt nicht vertragen (zum Schluss). Gleichzeitig habe ich da angefangen, immer wieder beim Anblick von Kinderwaägen o.ä. zu heulen, oder einen großen Kloß im Hals herunterzuschlucken. Ich mochte das MTX trotz Übelkeit (und habe es 1.5 Jahre genommen, wollte mich nicht trennen, weil es wirklcih gut geholfen hat). Heute frage ich mich, ob die Übelkeit nicht auch dadurch mit verstärkt wurde, dass ich es unterbewusst als das Medikament wahrgenommen habe, mit dem ich meinen Kinderwunsch an den Nagel hängen muss (zumindest erstmal).
Ja, hinterher ist man immer klüger. Ich hatte auch unterschätzt, wie sehr mich die Situation wirklich belastet hat. Nach jedem Arzttermin, wenn ich ein grünes Licht mehr bekommen habe, habe ich erst mal ne Runde kräftig vor Erleichterung geheult. Da wurde mir langsam bewusst, wie sehr ich darunter gelitten habe, die letzten Jahre.
Wenn du es vermeiden kannst, versuch da nicht reinzukommen. Geh mit deinem Kinderwunsch deinen Ärzten gegenüber offen um, und stell sicher, dass sie dich auch wahr und ernst nehmen.
Liebe Grüße,
flower
