Hallo,
ich hatte letztes Jahr dasselbe Problem:
Mein Vater lag über 3 Monate nach einer schweren Darm-OP in der Klinik, hatte
sich auch dort mit MRSA infiziert.
Ich habe ihn alle 2 Tage dort besucht. Bekomme Remicade,MTX u. Corti.
Ich musste vor der Türe Kittel, Handschuhe und Mundschutz anziehen.
Nach dem Verlassen des Krankenzimmers habe ich immer die Hände desinfiziert.
Körperlichen Kontakt zu meinem Vater habe ich weitestgehend gemieden.
MRSA hatte er in Rachen, Nase und auch in seiner Wunde (die allerdings gut abgedeckt
keine Gefahr darstellte)
Es ist ganz schwierig, sich da zurück zu halten - ich hatte auch Bedenken, mich anzustecken.
Allerdings - was will man machen, mein Vater lag über 3 Wo. auf Intensiv im künstlichen Koma und er brauchte auch Zuspruch und Streicheleinheiten für seine Genesung.
Zu der Zeit war er schon infiziert - nur wusste es da noch keiner.
Als er auf Normalstation kam, war von MRSA auch keine Rede, ich habe ihm die Haare geschnitten, ihm beim Essen geholfen usw.
Ein paar Tage später hiess es auf einmal MRSA - aber da hätte ich mich wohl schon längst anstecken können!
Also ich meine, wenn man Mundschutz trägt und sich nach dem Verlassen des Zimmers die Hände desinfiziert, das reicht allemal. Auch sollte man körperkontakt meiden.
Sogar das Pflegepersonal geht mit dem Keim sehr unterschiedlich um. Viele von denen sind ohne Schutzkleidung ins Zimmer - der Keim springt einen ja nicht an.
Auch der Pflegedienst, der meinen Vater dann zuhause betreut hat meinte, da wird viel zuviel tamtam drum gemacht - da gehts halt um die Haftung der Klinik - Zuhause wäre das ganz anders.
Zudem haben einige Schwestern gesagt, dass der Keim an der frischen Luft sowieso irgendwie abgetötet wird - naja, kann man sehen wie man will.
Es war alles auf jeden Fall recht wiedersprüchlich - ich habe mich nicht verrückt gemacht, war halt vorsichtig und gut.
Alles Gute,
lg Sieglinde