Hallo zusammen,
ich wollte mich hier eigentlich nicht einmischen - mache es aber nun doch:
Das Buch hatte ich mir zu Beginn meiner Auseinandersetzung mit Rheuma gekauft und war ehrlich gesagt etwas enttäuscht.
Nicht weil mir der positive Tenor mißfiel - ganz im Gegenteil - den wollte ich ja gerne lesen.
Aber mir persönlich waren viele Aussagen, Beschreibungen... zu oberflächlich und zu wenig konkret - das mag aber Geschmacksache sein. Es liest sich sehr schnell, weil sich viele Aussagen wiederholen und die Sprache sehr "alltagstauglich" ist. Wenn man die Meßlatte nicht zu hoch anlegt, kann es vielleicht dem ein oder anderen etwas bringen.
Ich hätte mir mehr davon erwartet und es stimmt schon ein bißchen: die Fallbeschreibung der Autorin ist nicht wirklich typisch für viele Leute hier und insofern kann man das Buch (wenn man selber deutlich schlimmer betroffen ist) auch falsch verstehen. So nach dem Motto (wie einige hier ja auch schreiben): man muss sich nur alles "gut denken" - dann schafft man die Besserung mit links. Das will die Autorin sicher nicht so sagen, aber ich hatte auch das Gefühl, man würde sich das etwas einfach machen und unterschiedlich aggressive Verläufe und Arten von rheumatischen Erkrankungen zu wenig im Blick behalten.
Aber vermutlich wäre das auch zuviel erwartet - es geht ja um eine ganz persönliche und sicher auch eher ungewöhnliche Erfahrung.
Die seelische Verfassung und die Ausschaltung von Belastungsfaktoren sind nach meiner Einschätzung schon sehr wichtig für die Krankeitsbewältigung - aber sie sind eben auch nicht die einzigen Faktoren, die zählen.
Zumal viele Leute einfach nicht die Möglichkeiten haben (durch Job, Familie, andere Belastungsfakoren), ihr Leben so komplett und völlig auf die eigenen Bedürfnisse umzustellen wie es nötig wäre, um den im Buch dargestellten Weg wirklich effektiv zu gehen.
Dennoch kann man durch das Lesen des Buches sensibel werden für die Veränderungsmöglichkeiten, die man vielleicht doch hat. Allerdings bleiben die Anregungen dazu eben etwas "diffus".
Und für Außenstehende kann allein durch den Titel schon der Eindruck entstehen, Rheuma wäre eine "Kleinigkeit", die man einfach selber "modulieren" und besiegen kann - so leicht ist es nur leider nicht - ganz im Gegenteil... Ich persönlich finde den Titel nicht so gelungen - auch wenn er bestimmt die Verkaufzahlen fördert ;-)
Insofern: meiner Ansicht nach haben beide Positionen in diesem Thread ein Stückchen Recht.
Das Buch kann ich nicht von ganzem Herzen empfehlen - aber als Einstiegslektüre in Bezug auf einen Weg der Krankheitsbewältigung kann es zumindest nicht schaden. Vielleicht eher gebraucht bei amazon oder booklooker kaufen???
Was ich aber generell finde und was schon geschrieben wurde:
Manchmal macht in einem Thread ja auch der Ton die Musik. Man kann die eigenen Meinung auch netter und vermittelnder rüberbringen... Ich verstehe schon, dass man wütend werden kann, aber wir sollten neue User nicht abschrecken...
Ist nämlich ein supertolles Forum hier und es wäre sehr schade, wenn der Eindruck entstünde, hier würde sich "gezankt". (wobei eine sachliche Auseinandersetzung ja nichts Schlimmes ist...).
Also: Gemüter abkühlen und wie der Rheinländer sagt: Jeder Jeck is anders! Was dem einen hilft, kann für einen anderen noch lange nicht gut sein...
Euch allen wünsche ich jedenfalls von Herzen alles Gute - liebe Grüße von anurju
