Hi, dieses Restless Legs ist mal wieder eine Krankheit, die schwierig zu diagnostizieren ist, dabei aber meist für eine lange Laufzeit von Arzt zu Arzt für den Betroffenen sorgt. Häufig wird die Diagnose erst gestellt, wenn die typischen Auffälligkeiten während eines stationären Aufenthaltes im Krankenhaus offenbar werden (im 2-Bett-Zimmer stört es den anderen Patienten nämlich ungeheuer, wenn der Mitpatient des nachts durch das Zimmer wandert). Auch bei mir fing die Odyssee über die Venenüberprüfung an, führte weiter über Krankengymnastik, die natürlich keine Besserung erbrachte, bis zur Resignation, die dann alle Aktivitäten zwecks Ursachenfindung stoppte.
Zur Diagnosefindung reicht es aus, L-Dopa zu verabreichen. Wenn die Symptome dann verschwinden oder besser werden, gilt dies als Beweis, das RLS vorliegt. Die Symptome bestehen meist aus "Kribbeln" in den Unterschenkeln, auch Ameisenlaufen genannt. Meine Beschreibung trifft es für mich am besten:
In einem warmen Unterschenkel verläuft ein einzelner kalter Strang den ganzen Unterschenkel entlang, manchmal verläuft dieser Strang auch nur um die rechte Kniescheibe. Typisch ist, daß das RLS zur Bewegung zwingt, das Ruhighalten ist purer Stress, den man sich besser nicht auferlegt.
Das RLS tritt hauptsächlich nachts auf, was das Durchschlafvermögen immens stört und bei jahrelanger Nichtbehandlung dann auch zu Nebenwirkungen wie Depressionen, ständige Müdigkeit usw. führen kann. Weswegen solche Patienten dann im psychischen Sektor landen, den entsprechenden Irrlauf durch die Medizin kann sich wohl jeder vorstellen. Mein RLS tritt inzwischen nur noch vor dem Schlafengehen auf und das auch nicht häufiger als 3x pro Woche.
RLS hat den Status einer unheilbaren Erkrankung, Ursache unbekannt. Bekannt ist lediglich, daß anscheinend Botenstoffe im Gehirn nicht richtig funktionieren. RLS wird medikamentös behandelt, mit einem Medikament, daß eigentlich für die Parkinsonsche Erkrankung verwendet wird. Im Low-Dose-Bereich hilft es zum Glück auch den RLS-Patienten, die sich deswegen aber keine Sorgen wegen einer eventuellen Parkinson-Erkrankung machen müssen.