Hallo, ich empfehle dir, fahr hin und mach deine Erfahrungen. Ich war Ende Februar/Anfang März dort und werde ganz bestimmt nie nie wieder dort hinfahren. Ich bin auch ganz hoffnungsfroh dort hingefahren, da ich den bereits bestehenden Thread als Grundlage genommen habe, offen für alles, vertrauend auf Hilfe. Grundsätzlich gilt: Eine Reha-Einrichtung steht und fällt in erster Linie mit den Therapeuten. Da muss ich sagen, die meisten sind wirklich gut, nett und hilfsbereit. Nutzt aber nichts, wenn die Ärzte eine Katastrophe sind. Nein, nicht alle Ärtze dort sind so, aber meine war es: keine Ahnung von Orthopädie geschweige denn von Rheuma - sie ist Allgemeinmedizinerin. Aussage bei der Aufnahmeuntersuchung: "Sie haben kein Rheuma, denn Ihre Entzündungswerte sind ja nicht sooo hoch", entsprechend waren auch erst einmal die Anwendungen. Jeder der Rheuma hat - ich habe anerkannte PSA - weiß, dass das dummes Zeug ist. Die nächste Visite - dieses Mal mit der Oberärztin - ergab dann aber doch "Rheuma", so dass ich dann ca. ab der 2. Woche auch ei entsprechendes "Rheumaprogramm" bekam. Aber diese unsinnigen Diskussionen mit der Ärztin waren eine Plage. Es gipfelte in der letzten Woche in der Anordnung, ich solle an der Garten-Ergo teilnehmen, weil Gartenarbeit gut für die Seele sei. Toll, ich habe gar keinen Garten, nur einen Balkon mit 2 Balkonkästen und die bepflanzt meine Tochter. Der Ergotherapeut hatte allerdings ein Einsehen und alle, die keinen Garten hatten, durften nach Abzeichnung der Anwendung gehen, weil auch er keinen Sinn darin sah. Eine Verlängerung habe ich dann dankend abgelehnt. Weil es mir - bedingt durch eine ausgeprägte Arthrose in einem Schultergelenk und einem Knie - schlechter gegangen ist, als vorher. Als dann der Entlassungsbericht kam, wusste ich nicht, ob ich mich ärgern soll oder lachen, ich hab mich für den Humor entschieden, der ist entschieden gesünder. Fast nur unsinnige Diagnosen, z.B. "Frau ... hat sehr kleine Hände". Toll, wer braucht so eine Aussage? "Frau ... hat ausgeprägte Wechseljahrbeschwerden." Nicht mal geringe Wechseljahrbeschwerden habe ich. "Patientin hat Lactoseintoleranz." Ich habe jedes Mal mit der Ärztin diskutiert, dass ich keine Lactoseintoleranz habe, sondern erwiesenermaßen Fructoseintoleranz. Aber ich muss natürlich auch fairerweise sagen: Sie verstand kaum deutsch und konnte sich auch kaum entsprechend artikulieren, da sie Skandinavierin ist. Außerdem, das sah man am Bericht, waren es "zusammengeschusterte Textbausteine", kein individuell erstellter Bericht - habe ich in anderen Reha-Einrichtungen anders erlebt. Aus unserer Gruppe - 6 Personen - waren 5 bei "meiner" Ärztin, 1 war bei der Oberärztin. Diese war wesentlich besser. Also: eigene Erfahrungen machen, wenn du Glück hast, triffst du auf eine kompetente Ärztin bzw. auf einen kompetenten Arzt, dann wird es wie auch immer ein Gewinn für dich sein. Ein Gewinn an Erfahrung wird es aber auf jeden Fall sein. Denn die Mitpatienten sind dort wirklich nett und wie schon gesagt, die Therapeuten auch. Die dürfen nur nichts machen, was der Arzt nicht angeordnet hat bzw. sogar evtl. verboten hat. Die Kochkurse kann ich dir auf jeden Fall empfehlen, das Rheuma-Seminar auch und falls es beim Lupus angeraten ist: auf jeden Fall die Kältekammer, die mir wirklich gut getan hat. Hätte ich gleich in der ersten Woche gehen dürfen (weil ich ja kein Rheuma hatte

), wäre der Erfolg möglicherweise besser gewesen. Aber wie schon gesagt: am besten hinfahren und eigene Erfahrungen sammeln. Sei aber kritisch und mache nur das, was dir gut tut. Wenn du merkst, da ist etwas dabei, dass dir ganz und gar nicht gut tut - lass es, rede mit den Therapeuten, die sind einsichtig und kennen ihre "Pappenheimer" (sprich: Ärzte). Dir alles alles Gute und gute Besserung. Büroliesel