anurju
anurju
Hallo zusammen
!
Ich bin noch ein "Rheuma-Neuling" und froh, hier eine Möglichkeit zum Austausch zu finden.
Die letzten Jahre waren für mich recht schwierig - aufgrund diverser orthopädische Probleme nach 2 schweren Unfällen bin ich als chronische Schmerzpatientin auf Opiate eingestellt worden.
Seit September letzten Jahres ging es mir aber deutlich schlechter, viel Diagnostik folgte - unzählige Injektionen, Infusionen, Therapien. Bis mein Schmerztherapeut dann aufgrund hoher ANA-Werte (800) Lupus vermutete und mich zum Rheumatologen schickte. Einige Symptome stimmen (z.B. Hautbeteiligung), andere nicht (keine Organbeteiligung...).
Der Rheumatologe meinte bei der Befundbesprechung, man müsse das weiter beobachten, aber er sähe diese Erkrankung klinisch derzeit nicht. Die Diagnoseerstellung wäre bei Rheuma wie ein Puzzlespiel - eindeutige Tests gäbe es nicht. Er sieht meine orthopädischen Probleme als Hauptursache meiner Schmerzen an und sprach von einer tragischen Verkettung von Schäden, die das Gesamt-System überfordern würden. (Stenose in der HWS, "Schrottknie", Veränderungen an Wirbelkörpern, mehrere Bandscheibenvorfälle). Der Verdacht Lupus schwebt trotz dieser Beruhigung irgendwie noch ein bißchen über mir.
Da die massive Verschlechterung sehr plötzlich begann (wie mir erst auf Nachfrage meines Schmerzdocs bewusst wurde ca. 3 Wochen nach einem massiven Magen-Darm-Infekt) hat mein toller (!) Schmerztherapeut nicht lockergelassen und mit Bluttests weiter nach der Ursache gesucht.
Vor einer Woche hat er mir erklärt, dass ich an einer reaktive Arthritis leide. Neben den Symptomen (Entzündungsprozesse in verschiedenen Gelenken, Augen, Haut sowie häufig Blasenprobleme) sind die Werte für Yersinien (IgG Elisa 164 und Blot positiv) und Campylobacter (IgG Elisa 41 und positiv) wohl ein klares Indiz für eine infektionsbedingte reaktive Arthritis.
Ich frage jetzt mal lieber nicht nach, warum der Rheumatologe - obwohl ich die entsprechenden Fragen im Fragebogen alle beantwortet hatte - auf diese Diagnose nicht kam bzw. diese Blutwerte nicht ermittelt hat ... Vermutlich, weil ich bei dem Besuch durch Arcoxia, Spritzen und Infusionen (z.T. auch Cortison) schon deutlich beschwerdefreier war ... Der Schmerz-Doc hatte mich in den letzten Monaten (der Infekt ist schon 6 Monate her) halt auch in deutlich schlechterem Zustand erlebt. Es ist einfach schade, dass meine orthopädischen Probleme zu ähnlichen Symptomen führen... Das hat die Diagnose verschleiert/verzögert.
Jetzt bekomme ich Cortison (10mg Prednisolon), Arcoxia und Tilidin - die Schmerzen sind schon etwas besser - zum Glück! Das war ein echter Höllentrip im letzten halben Jahr und andere Patienten brauchen noch viel länger, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Insofern sollte ich zufrieden sein...
Vielleicht hat ja jemand Tipps für mich??
Insbesondere die Gewichtszunahme durch Cortison beginnt mich zu nerven (3 Kilo in einer Woche).
Der Alltag ist noch sehr mühsam und ich komme manchmal schon an die Grenzen meiner Kraft. Insbesondere kann ich nach wie vor nicht gut gehen (Ferse, Knie) und sitzen.
Aber ich meine, es wird von Tag zu Tag ein bißchen besser...
Sorry, dass ich so viel geschrieben habe - tat einfach gut!
Liebe Grüße von anurju
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Ich bin noch ein "Rheuma-Neuling" und froh, hier eine Möglichkeit zum Austausch zu finden.
Die letzten Jahre waren für mich recht schwierig - aufgrund diverser orthopädische Probleme nach 2 schweren Unfällen bin ich als chronische Schmerzpatientin auf Opiate eingestellt worden.
Seit September letzten Jahres ging es mir aber deutlich schlechter, viel Diagnostik folgte - unzählige Injektionen, Infusionen, Therapien. Bis mein Schmerztherapeut dann aufgrund hoher ANA-Werte (800) Lupus vermutete und mich zum Rheumatologen schickte. Einige Symptome stimmen (z.B. Hautbeteiligung), andere nicht (keine Organbeteiligung...).
Der Rheumatologe meinte bei der Befundbesprechung, man müsse das weiter beobachten, aber er sähe diese Erkrankung klinisch derzeit nicht. Die Diagnoseerstellung wäre bei Rheuma wie ein Puzzlespiel - eindeutige Tests gäbe es nicht. Er sieht meine orthopädischen Probleme als Hauptursache meiner Schmerzen an und sprach von einer tragischen Verkettung von Schäden, die das Gesamt-System überfordern würden. (Stenose in der HWS, "Schrottknie", Veränderungen an Wirbelkörpern, mehrere Bandscheibenvorfälle). Der Verdacht Lupus schwebt trotz dieser Beruhigung irgendwie noch ein bißchen über mir.
Da die massive Verschlechterung sehr plötzlich begann (wie mir erst auf Nachfrage meines Schmerzdocs bewusst wurde ca. 3 Wochen nach einem massiven Magen-Darm-Infekt) hat mein toller (!) Schmerztherapeut nicht lockergelassen und mit Bluttests weiter nach der Ursache gesucht.
Vor einer Woche hat er mir erklärt, dass ich an einer reaktive Arthritis leide. Neben den Symptomen (Entzündungsprozesse in verschiedenen Gelenken, Augen, Haut sowie häufig Blasenprobleme) sind die Werte für Yersinien (IgG Elisa 164 und Blot positiv) und Campylobacter (IgG Elisa 41 und positiv) wohl ein klares Indiz für eine infektionsbedingte reaktive Arthritis.
Ich frage jetzt mal lieber nicht nach, warum der Rheumatologe - obwohl ich die entsprechenden Fragen im Fragebogen alle beantwortet hatte - auf diese Diagnose nicht kam bzw. diese Blutwerte nicht ermittelt hat ... Vermutlich, weil ich bei dem Besuch durch Arcoxia, Spritzen und Infusionen (z.T. auch Cortison) schon deutlich beschwerdefreier war ... Der Schmerz-Doc hatte mich in den letzten Monaten (der Infekt ist schon 6 Monate her) halt auch in deutlich schlechterem Zustand erlebt. Es ist einfach schade, dass meine orthopädischen Probleme zu ähnlichen Symptomen führen... Das hat die Diagnose verschleiert/verzögert.
Jetzt bekomme ich Cortison (10mg Prednisolon), Arcoxia und Tilidin - die Schmerzen sind schon etwas besser - zum Glück! Das war ein echter Höllentrip im letzten halben Jahr und andere Patienten brauchen noch viel länger, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Insofern sollte ich zufrieden sein...
Vielleicht hat ja jemand Tipps für mich??
Insbesondere die Gewichtszunahme durch Cortison beginnt mich zu nerven (3 Kilo in einer Woche).
Der Alltag ist noch sehr mühsam und ich komme manchmal schon an die Grenzen meiner Kraft. Insbesondere kann ich nach wie vor nicht gut gehen (Ferse, Knie) und sitzen.
Aber ich meine, es wird von Tag zu Tag ein bißchen besser...
Sorry, dass ich so viel geschrieben habe - tat einfach gut!
Liebe Grüße von anurju
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